CDU-Vorstoß gegen „Lifestyle-Teilzeit“ spaltet Partei und Land
30.01.2026 - 05:16:12Eine hitzige Debatte über die Zukunft der Teilzeitarbeit erschüttert Deutschland. Ausgelöst durch einen Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels, der den Rechtsanspruch auf Teilzeit ohne besonderen Grund abschaffen will, prallen grundverschiedene Arbeitsmarkt-Visionen aufeinander.
Wirtschaftsflügel fordert radikale Kehrtwende
Im Zentrum des Streits steht ein Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT). Sie will den gesetzlichen Anspruch auf Arbeitszeit-Reduzierung auf Fälle wie Kindererziehung, Pflege oder Weiterbildung beschränken. Teilzeit aus rein persönlichen Gründen – von der MIT als „Lifestyle-Teilzeit“ gebrandmarkt – soll nur noch im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber möglich sein. Zudem könnten Betroffene Sozialleistungen wie Wohngeld verlieren.
„Wir müssen eine ehrliche Debatte führen, ob unser Arbeitsvolumen den Herausforderungen noch gerecht wird“, begründet MIT-Chefin Gitta Connemann den Vorstoß. Angesichts des dramatischen Fachkräftemangels dürfe freiwillige Teilzeit nicht dauerhaft vom Sozialstaat abgesichert werden.
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Breiter Widerstand aus Politik und Wissenschaft
Die Reaktionen sind scharf und kommen aus allen Lagern. Innerhalb der CDU stellt sich der Sozialflügel entschieden dagegen. „Das ist das Pferd von der falschen Seite aufgezäumt“, kritisiert Flügelchef Dennis Radtke. Auch die Ampel-Parteien und die Linke lehnen die Pläne ab.
Ökonomen warnen vor gefährlichen Nebenwirkungen. DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält den Vorschlag für kontraproduktiv: „Er würde der deutschen Wirtschaft großen Schaden zufügen und den Fachkräftemangel eher verschärfen.“ Statt das Arbeitsvolumen zu erhöhen, könnte die Beschäftigung insgesamt sinken.
Komplexe Realität hinter der Teilzeit-Statistik
Die Debatte offenbart ein zentrales Spannungsfeld: Demografischer Wandel und Fachkräftemangel treffen auf den fest verankerten Wunsch nach Flexibilität. Die Teilzeitquote liegt bei rund 40 Prozent – ein Rekordwert.
Doch der Begriff „Lifestyle-Teilzeit“ greift zu kurz. Die Realität ist komplexer: Vor allem Frauen arbeiten in Teilzeit, oft wegen mangelnder Kinderbetreuung oder unbezahlter Sorgearbeit. Zudem arbeiten Teilzeitkräfte heute durchschnittlich mehr Stunden als früher, sodass das Gesamt-Arbeitsvolumen stabil blieb.
Zerreißprobe für die Unionsparteien
Der Antrag hat einen tiefen Riss in der CDU offengelegt. Der Bundesparteitag im Februar wird zur Nagelprobe. Eine gesetzliche Umsetzung erscheint angesichts des massiven Widerstands derzeit unwahrscheinlich.
Dennoch bleibt die Kernfrage: Wie bekämpft Deutschland den Fachkräftemangel, ohne soziale Errungenschaften zu opfern? Viele Experten sehen die Lösung nicht in der Einschränkung von Rechten, sondern in massiven Investitionen – etwa in flächendeckende Kinderbetreuung und innovative, flexible Arbeitsmodelle.
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