CBAM startet 2026: Deutscher Export unter neuem Kosten-Druck
04.01.2026 - 09:21:11Die erste Handelwoche 2026 markiert eine Zeitenwende für die deutsche Exportwirtschaft. Mit dem Start der endgültigen Phase des EU-Grenzausgleichssystems CBAM am 1. Januar wird Handelscompliance zur direkten finanziellen Belastung. In unsicheren globalen Zeiten setzen deutsche Unternehmen verstärkt auf die Stabilität des EU-Binnenmarkts – ein Trend, den der DAX mit Rekordständen untermauerte.
Ab sofort gilt für Importeure kohlenstoffintensiver Güter wie Stahl, Aluminium oder Zement nicht mehr nur Meldepflicht, sondern Zahlungspflicht. Die dreijährige Übergangsphase ist beendet. Unternehmen müssen nun Zertifikate erwerben, die den eingebetteten Emissionen ihrer Importware entsprechen. Der Preis orientiert sich am EU-Emissionshandel.
„Compliance ist jetzt Kostentreiber, nicht nur Bürokratie“, kommentiert eine Brüsseler Expertin. Wer seine Lieferketten in den vergangenen Jahren nicht transparent gemacht hat, steht vor operativen Engpässen. Die erste Priorität für viele: den Status als „zugelassener Erklärer“ zu sichern – ohne ihn ist kein Import mehr möglich.
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DAX trotzt Belastungen mit Rekord
Trotz der neuen Lasten signalisierte der deutsche Leitindex Zuversicht. Der DAX stieg auf über 24.600 Punkte und markierte ein neues Allzeithoch. Getrieben wurde die Rally vor allem von Rüstungs- und Autowerten.
Unternehmen wie Rheinmetall oder MTU Aero Engines legten deutlich zu. Hintergrund sind anhaltend hohe europäische Verteidigungsausgaben. Auch die Automobilbranche profitiert vom Vertrauen in ihre Elektro- und Lieferkettenstrategie. Die Botschaft: Hochwertige, compliant produzierende Sektoren bleiben robust, auch wenn das klassische Exportvolumen stagniert.
Rüstungsexporte: Weniger Ukraine, mehr Norwegen
Neue Daten zeigen einen tiefgreifenden Wandel bei deutschen Rüstungsexporten. Die Genehmigungswerte für die Ukraine brachen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 86 Prozent ein. Doch das täuscht: Die Unterstützung läuft zunehmend über Bundeswehr-Bestände oder internationale Fonds, nicht über direkte Industrie-Lieferungen.
Zugleich stieg Norwegen zum größten Abnehmer deutscher Waffen auf. Das unterstreicht den Trend zum „Friend-Shoring“ – der Verlagerung von Lieferketten in befreundete Staaten. Für Exportmanager bedeutet das mehr Komplexität, aber auch mehr Stabilität gegenüber volatilen Weltmärkten.
EU-Binnenmarkt als strategischer Anker
Die Hinwendung zum EU-Markt ist keine Kurzschlussreaktion. Sie antwortet auf die Fragmentierung des Welthandels. Nach den Handelskonflikten und Zolldrohungen 2025 priorisieren deutsche Exporteure vorhersehbare Regulierungsräume.
„Die hohen EU-Standards werden zum Wettbewerbsvorteil“, analysiert ein Wirtschaftsexperte. Ob Lieferkettengesetz oder CBAM: Deutsche Firmen bauen sich einen „regulatorischen Graben“, der sie im Binnenmarkt schützt und sie global als Premium-Anbieter positioniert.
Doch die Stabilität hat ihren Preis. Der „Brussels Effect“ macht EU-Vorgaben zum globalen Betriebsstandard. Handelscompliance rückt damit aus der Rechtsabteilung in die Vorstandsetage.
Ausblick: Druck bleibt hoch
Im ersten Quartal 2026 stehen zwei Herausforderungen im Fokus: die operativen CBAM-Zahlungen und die wachsende Kluft zwischen Zukunftsbranchen und traditionellem Mittelstand. Verbände drängen bereits auf bürokratische Entlastung.
Die Botschaft für das neue Jahr ist klar: In unsicheren Zeiten ist Compliance die Währung der Stabilität. Wer das komplexe EU-Regelwerk beherrscht, sichert sich nicht nur Marktanteile – er schafft sich einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil.
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