CBAM-Start, IT-Pannen

CBAM-Start: IT-Pannen legen EU-Importe lahm

15.01.2026 - 16:43:12

Technische Probleme in Zollsystemen blockieren seit Jahresbeginn Importe von Stahl und Zement. Die Panne gefährdet die Produktion in Schlüsselindustrien und untergräbt die Umsetzung des Green Deal.

Technische Probleme beim CO2-Grenzausgleich führen zu Lieferstaus an den EU-Außengrenzen. Seit Jahresbeginn stecken wichtige Rohstoffe wie Stahl und Zement im Zoll fest. Der Grund: Die IT-Systeme erkennen die neuen CBAM-Codes nicht.

Der holprige Start der kostenpflichtigen Regelphase des EU-CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) offenbart kritische Lücken in der digitalen Infrastruktur. Eigentlich sollten seit dem 1. Januar 2026 Importeure für die Emissionen von Gütern wie Stahl oder Zement bezahlen. Stattdessen blockieren Softwarefehler in Zollsystemen wie dem deutschen ATLAS die Abfertigung. Die neuen, speziellen Zolltarifnummern werden nicht korrekt verarbeitet.

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Zoll-IT stürzt klimapolitisches Vorzeigeprojekt in die Krise

Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das Chaos: Waren bleiben auf unbestimmte Zeit hängen. Das verursacht hohe Lagerkosten, Lieferverzug und gefährdet die Produktion in nachgelagerten Industrien. „Die Systeme können die neuen Codes in vielen Fällen nicht einwandfrei verarbeiten“, bestätigen Insider. Fehlermeldungen und ausgesetzte Abfertigungen sind die Folge.

Die aktuelle Panne untergräbt die technische Grundlage eines der zentralen Instrumente des europäischen Green Deal. Das CBAM-System soll verhindern, dass CO2-intensive Produktion in Länder mit laxeren Klimastandards abwandert – ein Phänomen, das als Carbon Leakage bekannt ist. Dafür müssen Importeure nun Zertifikate erwerben, deren Preis sich am EU-Emissionshandel orientiert.

Dominoeffekt für deutsche Industrie befürchtet

Die Störungen treffen die europäische Wirtschaft ins Mark. Stahl, Aluminium und Zement sind unverzichtbar für Schlüsselbranchen wie den Maschinenbau, die Automobilindustrie und das Baugewerbe. Längere Lieferverzögerungen könnten einen Dominoeffekt auslösen und die Produktion in weiten Teilen der Wirtschaft lahmlegen.

Branchenverbände schlagen Alarm und fordern eine sofortige Lösung. Die IT-Pannen kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Viele Unternehmen klagten schon in der zweijährigen Übergangsphase über hohen bürokratischen Aufwand. Die Beschaffung verlässlicher Emissionsdaten von Lieferanten außerhalb der EU erwies sich als enorme Herausforderung. Die jetzigen technischen Hürden sind eine zusätzliche Belastung.

Hohes Strafenrisiko und gefährdete Akzeptanz

Experten warnen vor den Konsequenzen. Eine fehlerhafte Zollanmeldung kann nicht nur zu Verzögerungen, sondern auch zu empfindlichen Geldstrafen führen. Die derzeitige Unsicherheit ist ein erhebliches Geschäftsrisiko für Importeure. Die Funktionsfähigkeit der digitalen Systeme ist entscheidend für das Vertrauen der Wirtschaft in die EU-Klimapolitik.

Die Europäische Kommission und nationale Zollbehörden wie der deutsche Zoll stehen unter Druck. Sie müssen die Probleme transparent kommunizieren und einen klaren Zeitplan für die Behebung vorlegen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die „Kinderkrankheiten“ des Systems schnell kuriert werden können. Gelingt das nicht, droht dem klimapolitischen Vorzeigeprojekt ein Glaubwürdigkeitsverlust – nicht wegen der Idee, sondern wegen der fehlerhaften Umsetzung.

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