CBAM: EU-Klimazoll stürzt Importeure ins Chaos
20.01.2026 - 23:21:12Der neue CO₂-Grenzausgleich der EU bringt Unternehmen an ihre Grenzen. Seit dem Start der entscheidenden Phase am 1. Januar 2026 kämpfen Importeure mit massiven Datenproblemen, bürokratischen Hürden und unkalkulierbaren Kosten. Was als Meilenstein der Klimapolitik geplant war, droht zum administrativen Albtraum zu werden.
Die zentrale Herausforderung ist die Beschaffung verifizierter Emissionsdaten. EU-Importeure müssen für Waren wie Stahl, Aluminium oder Zement nachweisen, wie viel CO₂ bei der Herstellung im Ausland entstanden ist. Doch viele Lieferanten außerhalb der EU sind darauf nicht vorbereitet.
„Das ist der größte Engpass“, berichten Branchenvertreter. Fehlen genaue Werte, müssen Importeure auf pauschale Standardwerte zurückgreifen. Diese sind oft höher und treiben die Kosten in die Höhe. Zudem müssen die Angaben nun von unabhängigen Dritten geprüft werden – eine neue Pflicht, die für Verunsicherung und Angst vor hohen Strafen sorgt.
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Bürokratie-Wirrwarr trotz Entlastungen
Trotz eines Vereinfachungspakets Ende 2025 bleibt das Regelwerk extrem komplex. Es umfasst die geänderte CBAM-Verordnung und neun weitere Rechtsakte. Kritik kommt von Verbänden wie EUROMETAL: Viele Unternehmen hätten sich nicht angemessen vorbereiten können, da wichtige Dokumente erst einen Tag vor dem Start veröffentlicht wurden.
Die Folge sind Verwirrung und stockende Verträge für Lieferungen nach Januar 2026. Während die EU-Kommission von einer „reibungslosen“ Integration spricht, sehen sich viele Importeure mit einem undurchsichtigen System konfrontiert. Die Integration in nationale Zollabläufe verläuft holprig.
Finanzielle Unsicherheit wächst
Die größte Veränderung: Aus einer Meldepflicht wird eine direkte finanzielle Verpflichtung. Importeure müssen nun CBAM-Zertifikate kaufen, deren Preis sich am EU-Emissionshandel (ETS) orientiert. Das bindet Kapital und setzt die Betriebe der Volatilität des Kohlenstoffmarktes aus.
Besonders heikel ist der Zahlungsaufschub. Die erste Abrechnung für Importe des Jahres 2026 ist erst im September 2027 fällig. Unternehmen müssen die Kosten also über ein Jahr lang vorfinanzieren – eine Belastung für die Liquidität, die vor allem kleinere Betriebe in Bedrängnis bringen könnte.
Ausblick: Testphase für globale Klimapolitik
Die EU will mit dem CBAM ihre heimische Industrie schützen und weltweit Anreize für Dekarbonisierung setzen. Die Startschwierigkeiten zeigen jedoch, wie ambitioniert dieses Vorhaben ist. Eine kleine Erleichterung: Für jährliche Importe unter 50 Tonnen bei bestimmten Gütern gilt eine Bagatellgrenze, von der 90 Prozent der Betriebe profitieren sollen.
Für die kommenden Monate stehen klare Aufgaben auf der Agenda: Unternehmen müssen den Status des „zugelassenen CBAM-Erklärenden“ beantragen, stabile Datenerfassungssysteme aufbauen und Strategien für das neue Finanzrisiko entwickeln. Der Erfolg des Instruments hängt nun maßgeblich davon ab, ob Kommission, nationale Behörden und Wirtschaft die anfänglichen Probleme gemeinsam lösen können.
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