Cash App: Betrüger nutzen jetzt auch persönlichen Kontakt
17.01.2026 - 04:16:12Mobile Bezahl-Apps werden zum Ziel dreister neuer Betrugsmethoden – nicht nur online, sondern auch auf der Straße. Während Phishing-Versuche weiter zunehmen, warnen Sicherheitsexperten vor einer gefährlichen neuen Masche: Kriminelle erschleichen sich persönlich das Smartphone ihrer Opfer und überweisen sich selbst Geld. Für Millionen Nutzer bedeutet das erhöhte Wachsamkeit.
Uni-Warnung vor dreister Handy-Masche
Eine Sicherheitswarnung der Universität Maryland, Baltimore (UMB) vom 15. Januar 2026 schlägt Alarm. Sie beschreibt einen besonders dreisten Trick: Betrüger geben sich in der Öffentlichkeit als hilfsbedürftig aus und bitten darum, das entsperrte Smartphone eines Fremden benutzen zu dürfen. Ist eine Bezahl-App wie Cash App bereits geöffnet, überweisen sie sich binnen Sekunden Hunderte oder Tausende Dollar auf ihr eigenes Konto. Diese Methode umgeht alle digitalen Sicherheitsvorkehrungen und nutzt schlicht das Vertrauen und die Hilfsbereitschaft der Opfer aus.
“Das ist ein Wechsel von anonymen Online-Angriffen zu körperlichen, opportunistischen Verbrechen”, so die Einschätzung in der Warnung. Die Universität rät ihren Mitarbeitern und Studierenden dringend, niemals das entsperrte Handy an Fremde zu übergeben und sich nach der Nutzung von Bezahl-Apps stets auszuloggen.
Biometrie ausschalten, starke PIN nutzen
Die Masche ist Teil eines größeren Trends, bei dem gestohlene Handys direkt für Finanzbetrug missbraucht werden. Sicherheitsexperten weisen auf ein kritisches Risiko hin: Biometrische Logins wie Gesichtsscans können unter Zwang kompromittiert werden, wenn ein Dieb das Gerät dem Opfer vors Gesicht hält. Institutionen wie die UMB raten daher, die Biometrie für sensible Finanz-Apps zu deaktivieren und stattdessen auf einen starken, privaten PIN-Code zu setzen.
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Klassische Online-Betrügereien bleiben allgegenwärtig
Parallel zu den persönlichen Angriffen florieren die altbekannten Online-Maschen weiter. Nach wie vor versprechen Betrüger im Netz “kostenloses Geld” und locken Nutzer in Fallen:
- Cash Flipping: Scammer versprechen, kleine Beträge zu vervielfachen (z.B. 50 zu 500 Euro). Oft wird anfangs minimales Vertrauen aufgebaut, bevor sie mit einer größeren Summe verschwinden.
- Fake-Gewinnspiele: Betrüger imitieren offizielle Cash-App-Aktionen wie “#CashAppFriday” in sozialen Medien. Sie fordern eine kleine “Verifizierungsgebühr” für einen nie ausgezahlten Hauptgewinn.
- Geld-Generatoren: Webseiten oder Apps, die vorgeben, gratis Geld auf das Konto zu laden, sind immer betrügerisch. Ihr Ziel ist es, Login-Daten zu stehlen.
Die offizielle Cash App kommuniziert nur über verifizierte Domains wie @cash.app oder @square.com. Mitarbeiter fragen niemals nach der PIN oder dem Anmeldecode.
Neue Phishing-Welle nutzt echte Gerichtsurteile aus
Seit Anfang 2026 nutzen Kriminelle einen neuen Aufhänger: offizielle Rechtsvergleiche und Entschädigungszahlungen, die Cash App in der Vergangenheit leisten musste. Sie verschicken gefälschte Nachrichten, die angeblich Zahlungen aus diesen Vergleichen ankündigen, und fordern eine Gebühr für die “Freigabe” des Geldes. Echte Vergleichsverwalter verlangen niemals eine Gebühr für die Auszahlung. Betroffene sollten sich nur über die offiziellen Vergleichsportale informieren.
Warum Bezahl-Apps so attraktiv für Kriminelle sind
Die Geschwindigkeit und oft Irreversibilität von Peer-to-Peer-Überweisungen macht die Plattformen zum idealen Ziel. Im Gegensatz zu Kreditkartenzahlungen bieten viele P2P-Dienste keinen umfassenden Käuferschutz. Geld, das einmal an einen Betrüger gesendet wurde, ist meist für immer verloren. Dies führt zu wiederholten Forderungen nach besseren Verbraucherschutzmechanismen.
Die Warnung der Universität zeigt, dass die Aufklärung über Finanzsicherheit nun sowohl digitale als auch reale Bedrohungen durch mobile Bezahl-Apps umfassen muss.
So schützen Sie sich wirksam
Die beste Verteidigung ist Wachsamkeit und proaktive Sicherheit. Nutzer sollten folgende Maßnahmen ergreifen:
- Geben Sie nie Ihr entsperrtes Handy aus der Hand, schon gar nicht mit geöffneter Banking-App.
- Stärken Sie die App-Sicherheit: Deaktivieren Sie die Biometrie für Zahl-Apps und nutzen Sie einen starken PIN. Loggen Sie sich nach jeder Nutzung aus.
- Seien Sie skeptisch bei “kostenlosem Geld”: Alle seriösen Gewinnspiele der Cash App werden auf den verifizierten Kanälen angekündigt und verlangen keine Teilnahmegebühr.
- Überweisen Sie nur an bekannte Kontakte. Seien Sie misstrauisch bei “versehentlichen” Zahlungen von Fremden, die eine Rücküberweisung fordern – eine klassische Masche.
- Melden Sie verdächtige Vorfälle umgehend in der Cash App, Ihrer Bank und bei Verbraucherschutzbehörden.
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