Cash-App-Abzocke, Betrüger

Cash-App-Abzocke: Betrüger wittern ihre Chance bei Millionen-Auszahlungen

29.01.2026 - 11:01:12

Mit Beginn der Auszahlungen aus zwei Sammelklagen gegen Cash App steigt die Zahl betrügerischer Nachrichten und gefälschter Websites massiv an. Experten warnen vor geforderten Vorauszahlungen.

Während Millionen Nutzer Entschädigungen aus Sammelklassen erhalten, explodieren die Betrugsversuche. Cyberkriminelle nutzen die Verwirrung um die Auszahlungsphase für raffinierte Phishing-Angriffe.

Die offiziellen Auszahlungen für zwei große Sammelklagen gegen den Bezahldienst Cash App haben begonnen. Gleichzeitig warnen Sicherheitsexperten vor einem massiven Anstieg betrügerischer Websites und Nachrichten, die genau diese Gelder abfangen sollen. Nutzer erwarten Zahlungen aus einem 15-Millionen-Euro-Vergleich wegen Datenschutzverletzungen und einem 12,5-Millionen-Euro-Vergleich wegen unerwünschter Werbe-SMS. Betrüger nutzen den Moment mit gefälschten „neuen“ Vergleichsangeboten und Abkassier-Portalen.

Status: Auszahlungen laufen, Fristen abgelaufen

Die Antragsfristen für die beiden großen Verfahren sind längst abgelaufen. Der Vergleich zur Datensicherheit (15 Mio. Euro) war bis November 2024 offen, der Vergleich zu Spam-SMS (12,5 Mio. Euro) bis Oktober 2025. Beide sind nun in der Auszahlungsphase.

Anzeige

Viele Opfer von Cash‑App‑Phishing werden aufgefordert, eine angebliche „Bearbeitungsgebühr“ oder eine kleine Test‑Transaktion zu leisten — genau die Maschen, die diesen Auszahlungszeitraum ausnutzen. Das kostenlose Anti‑Phishing‑Paket erklärt in vier einfachen Schritten, wie Sie gefälschte Status‑Mails, Doppelgänger‑Websites und Social‑Media‑Bots erkennen und sichere Entscheidungen treffen. Der Guide enthält Checklisten, Meldetexte für Behörden und praxisnahe Beispiele, mit denen Sie typische Fallen sofort identifizieren. Anti-Phishing-Paket jetzt kostenlos herunterladen

Ein US-Bundesrichter erteilte die finale Genehmigung für das SMS-Vergleich im Dezember 2025. Seitdem prüfen die beauftragten Administratoren die Bankdaten und leiten Überweisungen ein. Die Auszahlungen an berechtigte Antragsteller sollen sich über das erste Quartal 2026 erstrecken.

Doch die unübersichtliche Phase bietet Betrügern perfekten Nährboden. Viele Nutzer erhalten Nachrichten, in denen sie ihre Berechtigung „erneut bestätigen“ oder eine „Bearbeitungsgebühr“ zahlen sollen, um die Auszahlung freizuschalten. Die offiziellen Stellen betonen: Für eine Auszahlung aus einer Sammelklage ist niemals eine Vorauszahlung nötig. Legitime Zahlungen erfolgen automatisch auf das bei der Antragstellung hinterlegte Konto.

Die Masche mit dem „Phantom-Vergleich“

Sicherheitsforscher beobachten eine Welle viraler Social-Media-Posts und gezielter E-Mails. Diese behaupten, im Januar 2026 sei ein „neuer“ Cash-App-Vergleich geöffnet worden. Die Betrüger locken mit konkreten, überhöhten Summen – oft wird die Zahl 2.570 Euro genannt.

Diese Summe bezieht sich auf die maximal mögliche Erstattung nachweislicher Verluste im abgeschlossenen Datenschutzvergleich – nicht auf eine pauschale Garantiesumme für alle. Die hohe Zahl soll Dringlichkeit simulieren.

Besonders verbreitete Betrugsmethoden der letzten Tage:

  • Gefälschte „Freischalt“-Gebühren: Opfer erhalten die Mitteilung, ihre Überweisung sei „ausstehend“ und benötige eine kleine Steuer- oder Bearbeitungsgebühr zur Freigabe.
  • Betrügerische Doppelgänger-Websites: Domain-Neuregistrierungen aus Anfang 2026 imitieren das Design der offiziellen Vergleichsportale. Sie stehlen unter dem Vorwand eines „Status-Checks“ Login-Daten und persönliche Informationen.
  • Social-Media-„Fehler“: Bot-Konten auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) oder TikTok behaupten, ein „Systemfehler“ erlaube es, sofort Vergleichsgeld zu erhalten – gegen eine kleine Test-Transaktion.

Die Angriffe sind so tückisch, weil sie echte Neuigkeiten (die beginnenden Auszahlungen) mit erfundenen Bedingungen vermischen.

Automatische Erstattungen der US-Verbraucherschützer

Parallel zu den Sammelklagen müssen Nutzer auch die Folgen einer behördlichen Anordnung der US-Verbraucherschutzbehörde CFPB im Blick behalten. Diese hatte den Cash-App-Mutterkonzern Block, Inc. Anfang 2025 zu hohen Zahlungen verpflichtet, weil dieser Kundenbeschwerden und Betrugsfälle nicht ordnungsgemäß bearbeitet hatte.

Im Gegensatz zu den Sammelklagen erfordert das CFPB-Rückerstattungsprogramm meist keinen aktiven Antrag. Die Behörde ordnete einen automatischen Ausgleich für bestimmte Nutzer an, deren frühere Beschwerden fehlerhaft behandelt wurden.

Analysten betonen: Seriöse Mitteilungen zu CFPB-Erstattungen oder Vergleichszahlungen fragen niemals nach der PIN, dem Anmeldecode oder Fernzugriff auf das Gerät. Offizielle Stellen kommunizieren per E-Mail oder Post. Gelder werden direkt überwiesen oder per Scheck verschickt – ganz ohne „Test“-Transaktion.

Verwirrung als Sicherheitsrisiko

Das Zusammentreffen mehrerer Auszahlungsaktionen zu Jahresbeginn 2026 schafft eine undurchsichtige Lage für Verbraucher. Fintech-Analysten sehen in den Vergleichen zwar einen Fortschritt für die Haftung von Bezahldiensten. Die daraus resultierende Verwirrung zeige aber auch den dringenden Bedarf an klaren Kommunikationswegen während der Auszahlphase.

Sicherheitsexperten raten Nutzern, die einen Antrag gestellt haben, einfach auf die offizielle Auszahlung zu warten. Der Status sollte ausschließlich über die ursprünglichen, während des Gerichtsverfahrens eingerichteten Websites abgefragt werden.

So schützen Sie sich:

  • Ignorieren Sie jede Nachricht, die von einem im Januar 2026 „neu eröffneten“ Vergleich spricht.
  • Teilen Sie niemals Ihre Cash-App-PIN oder Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes – auch nicht mit angeblichen Support-Mitarbeitern.
  • Prüfen Sie den Absender jeder E-Mail von angeblichen Vergleichsverwaltern. Offizielle Mails kommen von spezifischen, gerichtlich genehmigten Domains.

Solange die Millionen-Auszahlungen in den kommenden Monaten laufen, wird das Volumen der Phishing-Versuche voraussichtlich hoch bleiben. Verdächtige Nachrichten sollten direkt über die Cash-App oder an Verbraucherschutzbehörden gemeldet werden.

Anzeige

PS: Die laufenden Auszahlungen locken aktuell massenhaft Phisher — wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, lesen Sie den praxisnahen 4‑Schritte‑Leitfaden des Anti‑Phishing‑Pakets. Er zeigt, welche Indikatoren eine Seite als Fälschung entlarven, wie Sie Test‑Transaktionen vermeiden und wie Sie betrügerische E‑Mails korrekt melden. Ideal für Betroffene und alle, die Kontobewegungen prüfen möchten. Jetzt Anti‑Phishing‑Guide sichern

@ boerse-global.de