Care-Arbeit, Frauen

Care-Arbeit: Frauen leisten 44 Prozent mehr unbezahlte Arbeit

26.01.2026 - 03:06:12

Die ungleiche Verteilung unbezahlter Care-Arbeit zwischen Frauen und Männern hat erhebliche Auswirkungen auf Karriere, Rente und Gesundheit. Der Gender Care Gap von 44,3 Prozent verstärkt Lohn- und Rentenunterschiede.

Die unbezahlte Sorgearbeit lastet noch immer überwiegend auf den Schultern von Frauen. Aktuelle Daten zeigen: Sie wenden durchschnittlich neun Stunden mehr pro Woche für Kinderbetreuung, Pflege und Haushalt auf als Männer. Diese Ungleichheit hat massive Folgen für Karriere, Rente und Gesundheit.

Die unsichtbare Ökonomie mit realen Konsequenzen

Unbezahlte Care-Arbeit bildet das Fundament der Gesellschaft, taucht aber in keiner volkswirtschaftlichen Bilanz auf. Der sogenannte Gender Care Gap von 44,3 Prozent trägt direkt zur Lohn- und Rentenlücke bei. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit oder steigen zeitweise aus dem Beruf aus. Die ständige Doppelbelastung führt oft zu chronischem Stress.

Mental Load: Die unsichtbare Planungsfalle

Neben der sichtbaren Arbeit lastet der „Mental Load“ – die permanente Denk- und Organisationsarbeit. Termine im Kopf behalten, Bedürfnisse aller Familienmitglieder koordinieren, Geschenke planen: Diese nie endende mentale Last trägt überwiegend die Frau. Experten betonen: Eine faire Aufteilung muss hier beginnen. Paare, die den Mental Load teilen, haben deutlich weniger Konflikte.

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Digitale Helfer gegen den Alltagsstress

Technologie kann Entlastung schaffen, besonders für pflegende Angehörige:
* Planungs-Apps und digitale Kalender erleichtern die Koordination in der Familie.
* Telecare-Anwendungen und Sensoren erhöhen die Sicherheit Pflegebedürftiger und können Stürze melden.
* Digitale Communities bieten Betroffenen wichtige Austausch- und Unterstützungsnetzwerke.

Studien deuten an, dass solche Lösungen sogar Krankheitsausfälle reduzieren können.

Politik unter Druck: Equal Care Day wird zehn

Das Problem ist strukturell und erfordert politische Antworten. Der Equal Care Day macht am 1. März 2026 auf die mangelnde Wertschätzung aufmerksam. Konkrete Forderungen lauten:
* Rentenwirksame Anrechnung von Pflegezeiten
* Ausbau verlässlicher Unterstützungsangebote
* Ein gesellschaftlicher Kulturwandel

Auch die Bundesstiftung Gleichstellung hat das Thema „Erwerbs- und Sorgearbeit“ als Schwerpunkt für 2026 gesetzt. Die bessere Vereinbarkeit ist ökonomisch dringend: Der Fachkräftemangel verschärft sich, wenn qualifizierte Personen – meist Frauen – ihre Arbeitszeit reduzieren müssen.

@ boerse-global.de