BVaDiG, Personalrekrutierung

BVaDiG revolutioniert Personalrekrutierung in Deutschland

17.01.2026 - 09:45:12

Das BVaDiG ermöglicht seit 2025 die formale Anerkennung informell erworbener Fähigkeiten. Unternehmen setzen zunehmend auf Skills-Based Hiring, um Fachkräfte zu finden und Diversität zu steigern.

Die Anerkennung informeller Fähigkeiten wird 2026 zum Standard in der Personalbeschaffung. Das Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) hat den Arbeitsmarkt grundlegend verändert. Statt auf formale Abschlüsse setzen Unternehmen zunehmend auf Skills-Based Hiring.

Vom Fachkräftemangel zur Kompetenz-Revolution

Der Fachkräftemangel bleibt die größte Herausforderung für Personalabteilungen. Doch die Antwort darauf hat sich gewandelt. Unternehmen verlassen starre Anforderungsprofile mit fixen Studienabschlüssen. Stattdessen setzen sie auf Credit for Prior Learning (CPL) – die Anerkennung informell erworbener Kompetenzen.

Diese Wende wird durch den seit August 2024 geltenden Rechtsrahmen des BVaDiG ermöglicht. Seit Januar 2025 sind die Validierungsverfahren vollständig implementiert. Jetzt, Anfang 2026, erreicht die erste Welle „validierter“ Kandidaten den Markt.

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Analysten sehen darin das Ende der „Papierdecke“. Diese unsichtbare Barriere schloss bisher qualifizierte Bewerber allein wegen fehlender Zeugnisse aus. Für Recruiter öffnet sich damit ein riesiges, bisher ungenutztes Talent-Potenzial.

BVaDiG: Der rechtliche Rahmen

Das Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz bildet das Rückgrat dieser neuen Realität. Es ermöglicht die offizielle Bewertung und Zertifizierung beruflicher Fähigkeiten durch Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie Handwerkskammern (HWK).

Für Personalverantwortliche sind drei Aspekte entscheidend:
* Anerkannte Zertifikate: Das Feststellungsverfahren erstellt offizielle Bescheinigungen, die informelle Kompetenzen formalen Referenzberufen gleichstellen.
* Altersgrenzen: Bei bestimmten Maßnahmen gilt eine Altersgrenze von 25 Jahren. So wird weiterhin der klassische Ausbildungsweg gefördert.
* Standardisierung: Die ausgestellten Zertifikate sind einheitlich. Personalabteilungen können „validierte“ Kandidaten direkt mit traditionell ausgebildeten Bewerbern vergleichen.

Recruiting-Experten betonen: Die mentale Wende ist zentral. Die Frage „Was können Sie wirklich?“ muss die Frage „Wo haben Sie studiert?“ ablösen.

KI bewertet Soft Skills

Parallel zur gesetzlichen Validierung harter Fähigkeiten erlebt 2026 einen Boom bei KI-gestützten Bewertungen informeller und sozialer Kompetenzen.

„Hybrid Intelligence“-Modelle werden zum Standard. KI-Tools analysieren Bewerberdaten und identifizieren Kompetenzübereinstimmungen, die menschliche Recruiter in traditionellen Lebensläufen übersehen könnten.

Doch die vollständig geltende EU-KI-Verordnung setzt klare Grenzen. Automatisierte Systeme müssen transparent sein. Die endgültige Einstellungsentscheidung muss beim Menschen bleiben. HR-Technologieanbieter reagieren mit „Compliance-Ready“-Lösungen, die skills-basiertes Matching regelkonform ermöglichen.

Strategische Vorteile für Unternehmen

Die CPL-orientierte Rekrutierungsstrategie bietet handfeste Geschäftsvorteile über die reine Stellenbesetzung hinaus.

  1. Schnellere Besetzung: Der Fokus auf nachweisbare Fähigkeiten verkürzt Vakanzzeiten erheblich.
  2. Mehr Diversität: Skills-Based Hiring reduziert Vorurteile bezüglich Bildungsweg und Herkunft. Das führt zu diverseren Teams – und nachweislich höheren Innovationsraten.
  3. Bessere Bindung: Mitarbeiter, die aufgrund ihrer tatsächlichen Kompetenzen eingestellt werden, zeigen oft höhere Loyalität. Die Anerkennung ihrer informellen Fähigkeiten schafft eine psychologische Vertrauensbasis.

Verbände wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) betonen die besondere Bedeutung für das Handwerk. Erfahrene Arbeiter ohne Gesellenbrief können endlich als Fachkräfte eingestellt und bezahlt werden.

Ausblick: Die Kompetenz-Ökonomie

Die Bedeutung formaler Abschlüsse für Berufserfahrene wird weiter schwinden. Denkfabriken wie die Bertelsmann Stiftung fordern seit langem eine Öffnung des Bildungssystems. 2026 scheint der Wendepunkt erreicht.

Die To-do-Liste für Personalverantwortliche im ersten Quartal 2026 ist klar:
* Stellenausschreibungen überarbeiten: Obligatorische Abschlussanforderungen streichen, wo nicht gesetzlich erforderlich.
* Einstellungsteams schulen: Führungskräfte über die Gültigkeit von BVaDiG-Zertifikaten informieren.
* Technologie integrieren: Tools implementieren, die nicht-lineare Karrierewege interpretieren können.

In der Kompetenz-Ökonomie wird die Fähigkeit, informelle Kompetenzen zu erkennen und zu integrieren, zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Kampf um Talente.

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