Burnout-Welle, Suchtgefahr

Burnout-Welle treibt Suchtgefahr in deutschen Betrieben

20.01.2026 - 00:02:12

Studien zeigen einen alarmierenden Anstieg von Burnout-Fällen mit langen Ausfallzeiten. Unternehmen können durch präventive Maßnahmen wie Verhältnisprävention Mitarbeitergesundheit und Produktivität schützen.

Die psychische Gesundheit der Belegschaft wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Aktuelle Zahlen zeigen eine alarmierende Zunahme von Burnout-Symptomen – und einen engen Zusammenhang mit Suchtverhalten. Unternehmen, die jetzt in Prävention investieren, schützen nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern auch den eigenen Geschäftserfolg.

Ein gefährlicher Teufelskreis

Anhaltender Stress und hoher Leistungsdruck treiben viele Beschäftigte in einen gefährlichen Kreislauf. Sie greifen zu Alkohol, Medikamenten oder Drogen, um leistungsfähig zu bleiben oder nach der Arbeit abzuschalten. Umgekehrt ist suchthaftes Verhalten, insbesondere die Arbeitssucht, ein massiver Risikofaktor für ein späteres Burnout. Experten sehen Burnout häufig als direkte Folge dieser exzessiven Arbeitsweise, bei der die Fähigkeit zur Erholung komplett verloren geht.

Jeder Fünfte fühlt sich hoch gefährdet

Die Dringlichkeit des Themas belegen aktuelle Studien:
* Eine Untersuchung der Pronova BKK ergab 2023: 61 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sehen sich gefährdet, an Überlastung zu erkranken.
* Jeder Fünfte schätzt das eigene Burnout-Risiko sogar als “hoch” ein.
* Das McKinsey Health Institute bestätigt: Jeder fünfte Beschäftigte zeigt klare Burnout-Symptome wie Dauermüdigkeit oder starke Ablehnung der eigenen Tätigkeit.

Die Folgen sind lange Ausfallzeiten. Die Pronova BKK meldete für 2023 einen Anstieg der Burnout-Fälle um 20 Prozent – mit durchschnittlich 30 Fehltagen pro betroffenem Mitarbeiter.

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Überlastung am Arbeitsplatz führt zu langen Ausfallzeiten – wie die Pronova BKK zeigt, sind Burnout-Fälle 2023 um 20 % gestiegen. Wenn Sie psychische Belastungen frühzeitig dokumentieren und rechtssicher melden wollen, hilft ein praxisfertiges Paket mit Überlastungsanzeige, Excel‑Gefährdungsbeurteilung und Word‑Vorlagen für Dienstvereinbarungen. So erkennen Sie Gefährdungen früher und schützen Beschäftigte sowie den Betrieb. Kostenfreie Überlastungsanzeige & GBU‑Vorlagen herunterladen

Mehr als nur Verbote: Prävention neu denken

Wirksame betriebliche Suchtprävention geht weit über allgemeine Verbote hinaus. Sie ist ein integraler Bestandteil des Gesundheitsmanagements und setzt an den Ursachen an: belastenden Arbeitsbedingungen. Ständiger Termindruck, Überstunden und mangelnde Wertschätzung erhöhen das Risiko für Sucht und Burnout nachweislich.

Ein präventiver Ansatz muss mehrere Ebenen umfassen:
* Sensibilisierung aller Mitarbeiter für die Gefahren von Stress und Sucht.
* Qualifizierung von Führungskräften, damit sie Frühwarnzeichen erkennen und betroffene Mitarbeiter einfühlsam ansprechen können.
* Schaffung einer Kultur, in der psychische Belastungen enttabuisiert werden und niedrigschwellige Hilfsangebote existieren.

Der Schlüssel liegt im Arbeitsumfeld

Appelle an die Selbstfürsorge des Einzelnen reichen nicht aus. Experten wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) betonen: Der Schlüssel ist die Verhältnisprävention – die aktive Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen.

Dazu gehören:
* Die Reduzierung von übermäßigem Arbeitsdruck.
* Die Gewährleistung von Handlungsspielräumen.
* Die klare Trennung von Arbeit und Freizeit.
* Die Etablierung einer Kultur des Vertrauens und der Wertschätzung.

Die DHS empfiehlt, solche Präventionsprogramme verbindlich in Betriebsvereinbarungen zu verankern. Unternehmen, die diese Maßnahmen umsetzen, stärken die Gesundheit ihrer Belegschaft und damit auch ihre eigene Produktivität und Innovationskraft. In Zeiten des Fachkräftemangels ist das keine soziale Wohltat, sondern eine strategische Notwendigkeit.

@ boerse-global.de