Burnout-Prävention, Trauma-Therapie

Burnout-Prävention setzt auf Trauma-Therapie und Körperarbeit

21.01.2026 - 05:54:12

Moderne Burnout-Prävention setzt auf körperorientierte Methoden wie Somatic Experiencing, um tief im Nervensystem verankerten Stress zu lösen und nachhaltige Resilienz aufzubauen.

Burnout-Prävention geht über klassisches Stressmanagement hinaus. Neue, ganzheitliche Ansätze adressieren die tiefen Ursachen von Erschöpfung – und nehmen dabei besonders den Körper und vergangene Traumata in den Blick. Experten sehen darin einen notwendigen Paradigmenwechsel.

Warum klassische Methoden oft zu kurz greifen

Traditionelle Prävention setzt auf Zeitmanagement oder optimierte Arbeitsabläufe. Diese instrumentellen Ansätze behandeln Burnout jedoch primär als Organisationsproblem. Sie vernachlässigen individuelle, oft unbewusste Faktoren. Frühere belastende oder traumatische Erlebnisse können das Nervensystem nachhaltig prägen. Es verharrt dann in einer Art Dauer-Alarmbereitschaft, was die Selbstregulation einschränkt und den Weg in die Erschöpfung ebnet. Ein traumasensibler Ansatz betrachtet Burnout daher als nachvollziehbare Reaktion eines überlasteten Systems.

Der Körper als Schlüssel: Stress im Nervensystem lösen

Moderne Prävention macht den Körper zum zentralen Akteur. Sogenannte somatische Methoden zielen darauf ab, im Nervensystem gespeicherten Stress zu lösen. Ansätze wie Somatic Experiencing (SE) arbeiten nicht mit der Erzählung des Erlebten, sondern mit der bewussten Wahrnehmung von Körperempfindungen. So soll gebundene Überlebensenergie in kleinen, sicheren Schritten entladen werden.

Wesentliche Grundlage ist die Polyvagal-Theorie von Dr. Stephen Porges. Sie beschreibt, wie das autonome Nervensystem über den Vagusnerv unser Stressempfinden steuert. Chronischer Stress kann es in permanenten “Kampf-, Flucht-” oder “Erstarrungsmodus” zwingen. Spezifische Atemtechniken oder sanfte Bewegungen sollen helfen, das System zurück in einen Zustand der Sicherheit zu regulieren.

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Ganzheitliche Strategien für nachhaltige Resilienz

Neben der Körperarbeit braucht es Strategien für Psyche und Lebensstil:
* Mental: Methoden wie Achtsamkeit fördern das Bewusstsein für den eigenen Zustand. Ein traumasensibler Rahmen hilft, Emotionen zu regulieren, ohne überwältigt zu werden.
* Körperlich: Mediziner raten, Mangelzustände (z.B. B-Vitamine, Magnesium) oder hormonelle Dysbalancen abklären zu lassen, da sie die Stressresistenz mindern.
* Lebensführung: Eine ausgewogene Ernährung, qualitativ hochwertiger Schlaf und positive soziale Kontakte sind essentielle Säulen der Gesundheit.

Vom Reparieren zum Verstehen: Ein neues Gesundheitsverständnis

Dieser Wandel markiert einen Paradigmenwechsel. Die psychische Gesundheit wird nicht mehr als zu optimierende Maschine, sondern als dynamisches Gleichgewicht verstanden. Die Integration körperorientierter Verfahren bietet einen wissenschaftlich fundierten Werkzeugkasten. Er befähigt Menschen, die Signale ihres Körpers zu deuten und ihre physiologischen Reaktionen aktiv zu steuern – die Grundlage für nachhaltige Resilienz.

Die Zukunft liegt in der Entstigmatisierung und proaktiven Integration dieser Konzepte. Unternehmen mit einer traumasensiblen Kultur könnten Fehlzeiten reduzieren und Loyalität steigern. Für den Einzelnen geht es darum, Erschöpfung nicht als unvermeidbares Resultat von Engagement, sondern als Signal für eine notwendige Kurskorrektur zu verstehen.

@ boerse-global.de