Burgenland: Immobilienmarkt setzt auf kleine Einheiten
12.01.2026 - 11:39:12Der Immobilienmarkt im Burgenland kippt: Großprojekte brechen ein, während Reihen- und Doppelhäuser boomen. Aktuelle Daten zeigen einen historischen Tiefstand bei großen Wohnanlagen – und eine klare Verschiebung hin zu kleinteiligen, individualisierten Wohnformen.
Die Prognosen für 2026 sind drastisch. Die Zahl fertiggestellter Wohneinheiten in Bauträgerprojekten könnte auf nur noch rund 400 sinken. Das wäre eine Halbierung gegenüber 2024. Doch dieser Einbruch trifft fast ausschließlich den großvolumigen Geschosswohnungsbau.
Der Markt für Reihen- und Doppelhäuser bleibt robust. Ihr Anteil am Gesamtmarkt liegt im Burgenland bei beachtlichen 27 Prozent – ein Spitzenwert in Österreich. Der Traum vom „Haus im Grünen“ lebt weiter, wird aber zunehmend in flächensparenden, gekoppelten Bauweisen realisiert.
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Nordburgenland zieht den Karren
Die Bautätigkeit konzentriert sich stark auf die nördlichen Bezirke. Neusiedl am See, Eisenstadt und Mattersburg profitieren weiter von der Nähe zu Wien, doch die Art der Projekte hat sich gewandelt.
Statt großer Apartmentkomplexe entstehen nun kleinere Einheiten, die für Eigennutzer und Anleger noch finanzierbar sind. Bauträger minimieren so ihr Risiko. Im Südburgenland dominiert nach wie vor das klassische Einfamilienhaus, wobei Sanierungen im Bestand an Bedeutung gewinnen.
Warum „klein“ das neue „groß“ ist
Der Trend ist keine Mode, sondern harte Ökonomie. Drei Faktoren treiben ihn an:
- Finanzierbarkeit: Strenge Kreditregeln und hohe Zinsen schließen viele Käufer für teure Eigentumswohnungen aus. Reihenhäuser bieten jungen Familien ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Hohe Baukosten: Entwickler setzen auf effizientere, weniger risikoreiche Projekte. Kleine Bauabschnitte lassen sich schneller verkaufen.
- Bodenverbrauch: Verdichtete Flachbauweisen wie Reihenhäuser stehen regulatorisch besser da als freistehende Einfamilienhäuser.
Die stabile Nachfrage liegt im Segment zwischen 200.000 und 400.000 Euro – genau dort, wo kleinteilige Neubauprojekte angesiedelt sind.
Gemeinnützige Träger dominieren den Markt
Ein weiterer Schlüsselfaktor: Rund 84 Prozent der Neubauwohnungen entstehen durch gemeinnützige Bauträger. Akteure wie die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) prägen das Bild.
Diese Träger arbeiten eng mit Gemeinden zusammen, um lokalen Bedarf zu decken. So entstehen häufiger kleinere, bedarfsgerechte Anlagen statt spekulativer Großprojekte. Die durchschnittliche Projektgröße im Land liegt bei nur 14 Wohneinheiten.
Tiefpunkt 2026, dann Erholung?
Experten sehen 2026 als den wahrscheinlichen Tiefpunkt. Mit sich stabilisierenden Finanzierungskonditionen könnten ab 2027 wieder mehr Projekte starten.
Doch eines ist klar: Die Ära der spekulativen Großprojekte ist vorerst vorbei. Der burgenländische Immobilienmarkt bleibt ein Markt der kleinen, überschaubaren Einheiten – und bewahrt so seinen ländlich-urbanen Charakter.
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