BundID wird zum digitalen Amt: Führungszeugnisse kommen online
27.01.2026 - 11:22:12Die Digitalisierung der deutschen Verwaltung erreicht einen Meilenstein. Ab sofort können Bürger polizeiliche Führungszeugnisse vollständig digital über ihren BundID-Account beantragen und erhalten. Diese erste offizielle Urkunde im System ebnet den Weg für die europäische Digital-Wallet.
Das Bundesministerium für Digitales und Staatlichen Aufbruch (BMDS) treibt die Integration digitaler Amtspapiere voran. Nach einem Kabinettsbeschluss vergangene Woche startet nun der Rollout des digitalen Führungszeugnisses. Es wird als fälschungssicheres PDF mit prüfbarem Barcode direkt in das BundID-Postfach geliefert. Arbeitgeber können die Echtheit sofort per Smartphone-App verifizieren. Der Papierweg bleibt optional.
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Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) spricht von einem „konkreten Beispiel für gelungene Staatsmodernisierung“. Jährlich werden in Deutschland etwa fünf Millionen Führungszeugnisse ausgestellt – oft für Jobbewerbungen oder Ehrenämter. Die Digitalisierung soll Wartezeiten und notarielle Beglaubigungen überflüssig machen.
Nutzerzahlen verdoppelt: BundID im Höhenflug
Die Erweiterung des Dienstangebots trifft auf wachsende Nutzerakzeptanz. Wie ein Bericht vom vergangenen Wochenende zeigt, haben sich die monatlichen Logins bei BundID seit 2024 verdoppelt. Aktuell verzeichnet das System über zwei Millionen Anmeldungen pro Monat.
Dieses Wachstum ist entscheidend für den nächsten großen Schritt: die Anbindung an die europäische Digital-Identität (EUDI-Wallet), die 2026 starten soll. Aus der „BundID“ wird so schrittweise eine „DeutschlandID“. Sie muss den EU-weiten Interoperabilitäts-Standards der eIDAS-2.0-Verordnung genügen. Künftig soll man mit ihr nicht nur Behördengänge erledigen, sondern auch im Privatsektor Bankkonten eröffnen oder Autos mieten.
Wildberger treibt den „Germany Stack“ voran
Den Schwung in den Digitalprojekten führen Beobachter auf die neue Ressortzuständigkeit zurück. Seit Mai 2025 bündelt das BMDS unter Minister Karsten Wildberger (CDU) Kompetenzen, die zuvor auf Innen-, Verkehrs- und Wirtschaftsministerium verteilt waren.
Wildberger setzt auf einheitliche Standards und einen gemeinsamen „Germany Stack“ – eine IT-Basisinfrastruktur für Bund, Länder und Kommunen. Die klare Zuordnung der Themen „Digitale Identitäten“ und „Digitale Berechtigungsnachweise“ an BMDS und die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) soll die Entwicklung beschleunigen. SPRIND testet bereits die Integration von Bildungszeugnissen wie Abitururkunden.
Sicherheit und Ausblick: Was kommt als Nächstes?
Für die Wirtschaft hat der Wandel konkrete Folgen. Personalabteilungen müssen ihre Onboarding-Prozesse anpassen, um digitale Nachweise zu akzeptieren. Höchste Sicherheitsstandards sind dabei Pflicht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die technischen Richtlinien mitdefiniert. Die Authentifizierung erfolgt über hohe Sicherheitsstufen, etwa per Online-Ausweisfunktion des Personalausweises.
Das digitale Führungszeugnis ist nur der Anfang. Als nächste hochfrequentierten Dokumente sind digitale Bildungs- und Sozialnachweise geplant. Bis Ende 2026 soll eine voll funktionsfähige nationale Wallet-App entstehen, die nahtlos mit dem EU-Ökosystem kommuniziert. Das Ziel: Ein deutscher Bürger könnte dann seine digitale ID nutzen, um in Frankreich eine Wohnung anzumieten oder in Spanien seinen Uni-Abschluss nachzuweisen.
Der Gesetzentwurf für das digitale Führungszeugnis durchläuft nun das parlamentarische Verfahren. Die Funktion soll in den kommenden Monaten live gehen – ein weiterer Schritt weg von Deutschlands papiergebundener Vergangenheit.
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