Bundeswehr, Betrugs-Welle

Bundeswehr warnt vor Betrugs-Welle zum Wehrdienst-Start

01.01.2026 - 08:13:12

Mit Inkrafttreten der neuen Wehrpflicht nutzen Kriminelle gefälschte Behördenschreiben mit QR-Codes, um persönliche Daten junger Erwachsener zu stehlen. Verbraucherschützer warnen vor der sogenannten Quishing-Welle.

Ab heute müssen sich junge Erwachsene zur Wehrpflicht erfassen lassen – und werden zur Zielscheibe von Kriminellen. Diese versenden gefälschte Behördenschreiben mit manipulierten QR-Codes, um an persönliche Daten zu gelangen. Verbraucherschützer schlagen Alarm.

Das neue Wehrdienstmodell von Verteidigungsminister Boris Pistorius tritt heute in Kraft. Damit beginnt die digitale Erfassung aller Personen des Jahrgangs 2008. Genau diesen Prozess nutzen Betrüger jetzt für eine groß angelegte Phishing-Welle aus.

Gefälschte Briefe mit Bundesadler im Umlauf

Die Masche der Kriminellen nennt sich „Quishing“ – eine Kombination aus QR-Code und Phishing. Sie versenden täuschend echte Briefe, die offizielle Schreiben des Verteidigungsministeriums imitieren. Layout, Logos und der behördliche Tonfall sind perfekt kopiert.

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Der entscheidende Haken: Der abgedruckte QR-Code führt nicht zum originalen Fragebogen der Bundeswehr. Stattdessen landen die ahnungslosen Empfänger auf professionell gestalteten Fake-Webseiten. Dort werden sie zur Eingabe sensibler Daten aufgefordert.

  • Auf den betrügerischen Seiten werden oft Bankverbindungen, Kreditkartendaten oder Kopien des Personalausweises abgefragt.
  • In anderen Fällen führt der Code zum Download von Schadsoftware, die Smartphones ausspäht.

So erkennen Sie die Fälschungen

Das Bundesverteidigungsministerium hat klare Hinweise veröffentlicht, wie man echte von gefälschten Schreiben unterscheiden kann. Ein zentrales Merkmal ist der Absender: Die originalen Fragebögen kommen vom Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr.

Nach dem Scannen eines Codes sollte man stets die Internetadresse (URL) im Browser prüfen. Die offizielle Seite wird nur unter Domains der Bundeswehr wie bundeswehr.de gehostet. Vorsicht ist bei ähnlich klingenden Adressen mit anderen Endungen (z.B. .com) oder kryptischen Zusätzen geboten.

Ein sicheres Warnsignal sind ungewöhnliche Datenabfragen. Die Bundeswehr fragt niemals nach PINs, Online-Banking-Passwörtern oder Kreditkartennummern. Auch Zahlungsaufforderungen für angebliche Bearbeitungsgebühren sind ein klarer Betrugsversuch.

Im Zweifel ist der manuelle Weg der sicherste: Die Adresse des Karriereportals der Bundeswehr kann einfach von Hand in den Browser eingegeben werden.

Warum die Betrüger jetzt zuschlagen

Die aktuelle Welle folgt einem bekannten Muster. Immer wenn staatliche Großprojekte neue bürokratische Prozesse für breite Bevölkerungsgruppen einführen, nutzen Kriminelle die Verunsicherung aus. Ähnliches war bei der Energiepreispauschale oder der Grundsteuerreform zu beobachten.

Der neue Wehrdienst ist für Betrüger besonders attraktiv. Er spricht eine junge, digitale Zielgruppe an, die zwar mit QR-Codes vertraut ist, aber oft wenig Erfahrung mit behördlichem Schriftverkehr hat. Diese Kombination macht sie anfällig für die Masche.

Was tun bei einem verdächtigen Schreiben?

Wer einen betrügerischen Brief erhält, sollte ihn bei der örtlichen Polizei melden. Falls bereits Daten auf einer verdächtigen Seite eingegeben wurden, ist schnelles Handeln gefragt: Betroffene müssen umgehend ihre Bank informieren, Passwörter ändern und Anzeige erstatten.

Das Verteidigungsministerium will die Öffentlichkeit in den kommenden Wochen über offizielle Kanäle weiter aufklären. Der Start des Wehrdienstes markiert einen Neuanfang für die Landesverteidigung – der erste Test für die Sicherheit der Rekruten findet jedoch schon am heimischen Briefkasten statt.

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