Bundeswehr treibt Logistikmarkt in die Höhe
29.01.2026 - 12:44:11Der „Operationsplan Deutschland“ wird zum Preistreiber auf dem Logistikimmobilienmarkt. Mit der Unterstellung neuer Kampfverbände unter die Litauen-Brigade diese Woche wird die militärische Drehscheibe Realität – und befeuert einen Verdrängungswettbewerb um Flächen.
Vom Strategiepapier zum Markttreiber
Was lange Theorie war, ist nun harter Wirtschaftsfaktor: Die Umsetzung des NATO-Plans, Deutschland als zentrale Logistikdrehscheibe zu nutzen, verschärft den Kampf um Lagerhallen und Grundstücke. Auslöser ist die formelle Unterstellung der Panzergrenadierbataillone 122 und 203 unter die Panzerbrigade 45 „Litauen“.
Dieser administrative Akt aktiviert Versorgungsketten von der Nordsee bis an die Ostflanke. Für den Ernstfall plant die NATO, bis zu 800.000 Soldaten und 200.000 Fahrzeuge durch Deutschland zu schleusen. Schon der Friedensbetrieb 2026 erfordert eine massive logistische Basis im Inland.
„Defense Real Estate“: Sicherheit hat ihren Preis
Große Immobilienberater wie JLL und Savills sehen eine Sonderkonjunktur. Während der E-Commerce nur moderat wächst, boomt das Geschäft mit sicherheitsrelevanter Infrastruktur.
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- Gefragt sind keine Standard-Hallen mehr, sondern Areale mit hohen Sicherheitsstandards: verstärkte Zäune, Sichtschutz und spezielle IT.
- Die Rüstungsindustrie heizt die Nachfrage weiter an. Unternehmen wie Rheinmetall benötigen neue Kapazitäten für Wartung und Instandsetzung.
- Entlang der großen West-Ost-Achsen (A2, A12) und nahe Truppenübungsplätzen werden Preisaufschläge von 15 bis 30 Prozent verzeichnet.
Klassische Spediteure und Händler geraten ins Hintertreffen. Staat und Rüstungsindustrie bieten langfristige Mietverträge mit hoher Bonität – in einem Markt mit Leerstandsquoten von oft unter drei Prozent.
Infrastruktur am Limit: Milliarden für „Military Mobility“
Die logistische Zeitenwende trifft auf marode Verkehrswege. Der Bundeshaushalt 2026 mit Verteidigungsausgaben von rund 83 Milliarden Euro soll Abhilfe schaffen. Ein Großteil fließt in die Ertüchtigung von Straßen und Brücken für schweres Gerät.
Auch die EU hat ihr Budget für militärische Mobilität erhöht. Die Deutsche Bahn spielt eine Schlüsselrolle, da ein Großteil der Verlegungen über die Schiene erfolgen soll. Für die Logistikbranche bedeutet das zunächst Baustellen, langfristig aber modernisierte Hauptverkehrsadern.
Wird jeder Logistikpark zum Dual-Use-Projekt?
Analysten erwarten einen Trend zu Dual-Use-Infrastruktur. Neue Logistikzentren werden so geplant, dass sie im Krisenfall schnell für das Militär umgewidmet werden können. Das bietet Investoren Planungssicherheit.
Für die zivile Wirtschaft wird Flexibilität zur Überlebensfrage. Dezentralere Lagerkonzepte könnten die Antwort sein, wenn die großen, sicheren Flächen an den Staat gehen.
Mit der vollen Einsatzbereitschaft der Litauen-Brigade 2027 wird der logistische Druck weiter steigen. Der Immobilienmarkt hat bereits entschieden: Im Jahr der Zeitenwende ist Platz die härteste Währung.
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