Bundeswehr, Drohnen

Bundeswehr setzt voll auf Drohnen und KI

01.02.2026 - 16:01:12

Deutschland beschafft massenhaft bewaffnete Drohnen und treibt KI-Projekte voran. Die Modernisierung der Streitkräfte umfasst kurzfristige Systeme und langfristige Programme wie FCAS.

Die Bundeswehr modernisiert ihre Streitkräfte radikal. Tausende Kampfdrohnen und künstliche Intelligenz sollen künftig die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands sichern.

Berlin – In einer strategischen Kehrtwende rüstet sich die Bundeswehr für die Kriegsführung der Zukunft. Der Fokus liegt auf autonomen Systemen und künstlicher Intelligenz. Konkret plant die Bundesregierung die erste Großbeschaffung Tausender bewaffneter Drohnen. Gleichzeitig treibt sie europäische Spitzenprojekte wie den „Loyal Wingman“ voran. Ein Teil des über 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögens ist für diese Offensive bereits reserviert.

Die Ankündigung vom 30. Januar markiert einen fundamentalen Wandel. Bislang setzte Deutschland im internationalen Vergleich kaum auf bewaffnete Drohnen. Jetzt sollen sogenannte Loitering Munitions – auch als „Kamikaze“-Drohnen bekannt – in großer Stückzahl beschafft werden. Diese Systeme kreisen über dem Zielgebiet, bevor sie zuschlagen. Die ersten Batterien mit mittlerer Reichweite will die Bundeswehr bereits 2027 in Dienst stellen.

Neue Player für eine neue Armee

Die Beschaffung ist auch ein Signal an die Industrie. Neben traditionellen Rüstungskonzernen sollen gezielt junge, spezialisierte Firmen zum Zug kommen. Dazu zählen die Münchner KI-Softwarefirma Helsing und das Berliner Unternehmen Stark Defence. Sie stehen für den Technologieschub, den die Bundeswehr sucht.

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Parallel laufen intensive Tests. Erst Ende Januar absolvierte Rheinmetalls Aufklärungsdrohne LUNA NG erfolgreich ihre Erprobung. Noch bedeutender war ein Manöver im Dezember 2025 auf dem Truppenübungsplatz Altmark. Dort führte die Bundeswehr erstmals eine vollständige Mission nur mit unbemannten Systemen durch: Von der Zielerkennung durch Aufklärungsdrohnen über die Datenfusion durch KI bis zum finalen Angriff durch Loitering Munitions. Mehr als zehn Industrieunternehmen waren beteiligt.

Der lange Weg zum „Loyal Wingman“

Die Massenbeschaffung von Kampfdrohnen ist die kurzfristige Antwort. Langfristig setzt Deutschland auf das europäische Jahrhundertprojekt FCAS (Future Combat Air System). Herzstück sind die „Remote Carrier“ – große, jetgetriebene Drohnen, die als „Loyal Wingman“ neben bemannten Kampfflugzeugen wie dem Eurofighter operieren sollen.

Trotz bekannter Verzögerungen und industriepolitischer Streitigkeiten bekräftigte die Bundesregierung Ende Januar ihr klares Bekenntnis zu FCAS. „Gemeinsame Systeme werden definitiv entstehen“, so ein hochrangiger Vertreter. Um das Risiko zu streuen, gehen Konzerne wie Airbus auch eigene Wege. Gespräche mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab über eine gemeinsame Drohnenentwicklung wurden Ende 2025 bestätigt.

Die Herausforderungen des Drohnenzeitalters

Der offensive Ausbau der Drohnentechnologie birgt eigene Risiken. Mit der wachsenden eigenen Flotte muss auch der Schutz vor gegnerischen Drohnenschwärmen vorankommen. Fortschrittliche Abwehrsysteme wie der Skyranger 30 werden jedoch frühestens 2028 verfügbar sein.

Die Bundeswehr bewegt sich damit auf zwei Zeitschienen: Die Integration Tausender Kampfdrohnen in die Truppe soll in den nächsten Jahren erfolgen. Die hochkomplexen „Loyal Wingman“-Drohnen als Teil von FCAS werden dagegen nicht vor 2040 einsatzbereit sein. Die Richtung ist jedoch klar gesetzt: Die Ära der autonomen Kriegsführung hat in der Bundeswehr begonnen.

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