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Bundesnetzagentur warnt vor neuer Welle von Handy-Betrug

01.02.2026 - 13:00:12

Die Bundesnetzagentur schlägt Alarm: Betrüger verlagern ihre Aktivitäten massiv auf SMS und Messenger. Verbraucher müssen sich vor zwei gefährlichen Trends schützen.

Kriminelle setzen zunehmend auf Smishing – eine Kombination aus SMS und Phishing. Während E-Mail-Betrug weiter existiert, beobachten Experten einen deutlichen Schwenk zu Kurznachrichten. Die Bundesnetzagentur warnt aktuell vor zwei besonders perfiden Methoden, die Verbraucher in Deutschland bedrohen.

Gefälschte FinTech-Benachrichtigungen

Besonders tückisch sind aktuell SMS, die seriösen Nachrichten von Trading- oder Finanzplattformen täuschend ähnlich sehen. Diese Nachrichten erzeugen gezielt Panik. Sie behaupten etwa, eine Auszahlung sei beantragt worden oder ein VideoIdent-Verfahren sei gestartet.

Beide Begriffe sind bewusst gewählt. VideoIdent ist vielen Deutschen als offizieller Prozess zur Konteneröffnung bekannt. Die Nachrichten fordern meist einen Rückruf bei einer angegebenen Nummer, um den „Fehler“ zu klären. Genau hier lauert die Gefahr.

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So funktioniert der Anruf-Trick

Das Betrugsszenario hat zwei Ziele. Der Rückruf führt oft zu einer teuren Mehrwertnummer – das bringt den Tätern sofort Geld. Noch schlimmer: Am Telefon geben sich die Betrüger als Bankmitarbeiter aus. Sie versuchen, an sensible Daten, Passwörter oder sogar Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes zu gelangen.

Die Technik wird immer raffinierter. Durch Spoofing manipulieren Kriminelle die Absenderkennung. Die betrügerische SMS erscheint dann im selben Nachrichtenverlauf wie echte Bank-SMS. Selbst technikaffine Nutzer können den Unterschied kaum erkennen.

Comeback der „419-Methode“ auf dem Handy

Parallel erlebt ein alter Betrug neuen Aufschwung: die 419-Methode, auch als „Vorschussbetrug“ bekannt. Früher per E-Mail verbreitet, nutzen Kriminelle nun SMS und WhatsApp. Die Versprechen sind klassisch: plötzliche Erbschaften, Lotteriegewinne oder lukrative Investments.

Das mobile Lockmittel

Der Mechanismus bleibt gleich. Um das angebliche Millionenvermögen zu erhalten, muss das Opfer zunächst eine „Bearbeitungsgebühr“, „Steuer“ oder „Anwaltskosten“ zahlen. Die Summe wirkt vergleichsweise klein. Nach der Überweisung – oft via Kryptowährung oder Geschenkgutscheine – brechen die Betrüger den Kontakt ab.

Auf dem Smartphone wirkt der Betrug jedoch gefährlicher. Die informelle Atmosphäre von Chat-Nachrichten senkt die natürliche Skepsis. Da das Handy immer griffbereit ist, reagieren Opfer häufiger impulsiv und emotional.

So können sich Verbraucher schützen

Die Bundesnetzagentur bekämpft die Betrugsnummern aktiv und hat bereits Hunderttausende gesperrt. Verbraucher können sich mit einfachen Regeln schützen:

  1. Ignorieren und löschen: Antworten Sie nie auf verdächtige SMS. Eine Antwort bestätigt nur, dass Ihre Nummer aktiv ist.
  2. Nicht zurückrufen: Rufen Sie niemals eine in einer SMS angegebene Nummer zurück. Echte Banken fordern keine Rückrufe per SMS bei Sicherheitsproblemen.
  3. Nummer blockieren: Nutzen Sie die Blockier-Funktion Ihres Smartphones.
  4. Vorfall melden: Melden Sie Betrugsversuche der Bundesnetzagentur. Diese Meldungen sind Grundlage für Sperrungen.
  5. Unabhängig prüfen: Bei angeblichen Kontoproblemen loggen Sie sich direkt in Ihre Banking-App ein oder rufen die offizielle Hotline Ihrer Bank an – niemals die Nummer aus der SMS.

Telekom-Branche unter Druck

Der Anstieg des SMS-Betrugs stellt die Telekommunikationsbranche vor große Herausforderungen. Da Mobilfunknummern immer häufiger für die Zwei-Faktor-Authentifizierung genutzt werden, wird das Postfach zum lukrativen Ziel für Kriminelle.

Experten rechnen mit wachsendem Druck auf Netzbetreiber, strengere SMS-Firewalls und Filter zu implementieren. Einige deutsche Anbieter haben bereits Spamfilter eingeführt, doch die Betrugsmaschen entwickeln sich ständig weiter.

Die nächste Eskalationsstufe könnte Künstliche Intelligenz sein. Betrüger könnten KI nutzen, um grammatikalisch perfekte und persönlich zugeschnittene Nachrichten zu generieren. Gleichzeitig werden KI-gestützte Abwehrmechanismen für Behörden und Provider unverzichtbar, um diese Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen.

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