Bulgarien, Euro

Bulgarien tritt mit Euro in neue Ära ein – Österreich profitiert

29.12.2025 - 08:51:12

Bulgarien wird am 1. Januar 2026 das 21. Mitglied der Eurozone. Für österreichische Unternehmen, die zu den größten Investoren im Land zählen, ist der Beitritt ein massiver Geschäftstreiber. Doch politische Turbulenzen in Sofia überschatten den historischen Moment.

Der Zeitpunkt für die heimische Wirtschaft ist perfekt. Österreich ist bereits einer der wichtigsten Handelspartner Bulgariens. Ab Donnerstag fallen alle Wechselkursrisiken und Transaktionskosten weg, die den Handel bisher belasteten.

Philippe Kupfer, österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Sofia, sieht die Integration in den EU-Binnenmarkt auf einem neuen Level. Für die rund 350 österreichischen Niederlassungen vor Ort wird der tägliche Geschäftsverkehr deutlich einfacher. Experten prognostizieren für 2026 ein zweistelliges Wachstum des Handelsvolumens.

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Milliarden-Chancen in Schlüsselbranchen

Neben dem klassischen Export rücken nun Großprojekte in den Fokus. Durch den Euro-Beitritt erhält Bulgarien einen besseren Zugang zu internationalem Kapital – eine Investitionswelle wird erwartet.

Österreichische Expertise ist vor allem in drei Bereichen gefragt:
* Erneuerbare Energien: Technologieanbieter können die grüne Transformation des Landes unterstützen.
* Wasser- und Abfallwirtschaft: Hier besteht erheblicher Modernisierungsbedarf.
* Verkehrsinfrastruktur: Der Ausbau der transeuropäischen Netze dürfte beschleunigt werden.

Auch der Tourismus profitiert: Reiseveranstalter melden für den kommenden Sommer bereits steigende Buchungszahlen, da die Preise für Urlauber am Schwarzen Meer nun voll transparent sind.

Regierungskrise trübt die Feierstimmung

Die wirtschaftliche Euphorie wird von einer schweren innenpolitischen Krise gedämpft. Erst am 28. Dezember sorgten Berichte über den Rücktritt der Regierung in Sofia für Unruhe. Nur drei Tage vor der Euro-Einführung hinterlässt das politische Vakuum Fragen.

Finanzexperten betonen jedoch: Der Euro-Beitritt selbst ist nicht mehr zu stoppen. Die Rechtsakte sind seit Juli 2025 fix, die technische Umstellung läuft. Doch eine instabile Regierung könnte die notwendigen Wirtschaftsreformen in den ersten Monaten der Mitgliedschaft ausbremsen. Die EZB und die EU-Kommission beobachten die Lage genau.

Ein langer Weg mit stabilen Fundamenten

Bulgariens Weg in den Euro war steinig. Wegen zu hoher Inflation wurde der ursprünglich für 2024 geplante Termin mehrfach verschoben. Der festgelegte Umrechnungskurs von 1,95583 Lew für einen Euro entspricht der bisherigen Parität.

Im Vergleich zu Kroatien, das 2023 beitrat, steht Bulgarien sogar stabiler da: Das Land hat eine der niedrigsten Staatsverschuldungsquoten der EU. Für österreichische Unternehmen ist die industrielle Verflechtung zudem bereits jetzt enger als damals mit Kroatien.

Die heiße Phase der Doppelwährung beginnt

Ab dem 1. Januar beginnt die praktische Umstellung. Einen Monat lang, bis zum 31. Januar 2026, werden Lew und Euro parallel akzeptiert, wobei das Wechselgeld nur in Euro ausgegeben wird.

Für die kommenden Wochen erwarten Beobachter eine reibungslose technische Umstellung der Bankensysteme über das Neujahrswochenende. Verbraucherschützer werden die Preisentwicklung genau beobachten, um ungerechtfertigte Aufrundungen zu verhindern. Österreichische Handelsketten dürften ihre Euro-Preise in Bulgarien bereits als Qualitätsmerkmal vermarkten.

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