BSI-Portal startet: Neuer Standard für Cybersicherheit
07.01.2026 - 00:30:12Ab sofort müssen Unternehmen Cyberangriffe über ein zentrales Portal des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden. Die am Dienstag aktivierte Plattform setzt die EU-Richtlinie NIS-2 in Deutschland praktisch um und definiert neue Regeln für die Incident Response.
Seit dem 6. Januar 2026 hat die Cybersicherheit in Deutschland eine neue zentrale Anlaufstelle. Das BSI hat sein digitales Meldeportal in Betrieb genommen, das künftig als Drehscheibe für die Meldung von Sicherheitsvorfällen und das Compliance-Management dient. Für als „wesentlich“ oder „wichtig“ eingestufte Unternehmen ist die Nutzung verpflichtend.
Das Portal beendet die Ära fragmentierter Kommunikationswege. Vorfallmanager erhalten erstmals eine konsolidierte Schnittstelle, die die verpflichtende NIS-2-Registrierung, das Meldewesen und die Ressourcen des Bündnisses für Cybersicherheit (ACS) vereint. Branchenbeobachter sprechen von einem neuen „digitalen Standard“ für die Incident Response.
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Zertifizierte Experten im vernetzten Einsatz
Kernstück der neuen Architektur ist die Integration des Cyber Security Network (CSN). Dieses Netzwerk verbindet zertifizierte Vorfall-Experten mit betroffenen Organisationen – und operiert nun direkt über die BSI-Infrastruktur.
Für die Experten bedeutet dies einen grundlegenden Wandel ihrer Arbeitsumgebung. Die BSI-Zertifizierung „Vorfall-Experte“, die Fachkenntnisse in Analyse und Eindämmung von Cybervorfällen bescheinigt, ist nun direkt mit der nationalen Melde-Architektur verknüpft. Zertifizierte Fachkräfte können so effektiver unterstützen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen im Krisenfall.
Das Portal ermöglicht konkret:
* Einheitliche Registrierung: Unternehmen müssen ihren NIS-2-Status direkt über die Plattform anmelden.
* Echtzeit-Meldungen: Die strengen NIS-2-Fristen – 24 Stunden für die Frühwarnung, 72 Stunden für die detaillierte Meldung – werden durch das Portal durchgesetzt.
* Zugang zu Ressourcen: Vorfallmanager erhalten direkten Zugriff auf aktuelle Bedrohungsinformationen und Support aus dem CSN-Ökosystem.
Praktische Umsetzung der NIS-2-Richtlinie
Der Start des Portals markiert den Übergang von der Vorbereitungs- in die Umsetzungsphase. Die NIS-2-Richtlinie hat den Kreis der regulierten Branchen massiv erweitert und verlangt strenge Risikomanagement-Maßnahmen.
Die Konsequenzen bei Nichtbeachtung sind gravierend. Der neue Standard für Incident-Manager definiert sich daher nicht nur über technische Zertifizierung, sondern über die Fähigkeit, sich in diesem verbindlichen Meldeframework zurechtzufinden. Teams müssen in der Lage sein, die Schwere eines Vorfalls binnen Stunden einzuschätzen und eine konforme Meldung abzugeben.
Die Schonfrist für die Vorbereitung ist mit dem Go-Live beendet. Unternehmen müssen ihre Incident-Response-Pläne nun an die Datenanforderungen und Workflows des Portals angepasst haben. Über die Plattform ist künftig auch der verpflichtende Abschlussbericht einen Monat nach Vorfallsbereinigung einzureichen.
Deutschland setzt auf einzigartiges Modell
Mit dem Portal setzt Deutschland den letzten Baustein der NIS-2-Umsetzung. Indem die gesamte Meldeprozesskette digitalisiert wird, erzwingt das BSI ein bisher unerreichtes Maß an Transparenz und Geschwindigkeit.
Während EU-Mitgliedstaaten ihre nationalen CSIRT-Teams hochziehen, verfolgt Deutschland einen besonderen Ansatz: Die freiwillige Zertifizierung von „Vorfall-Experten“ wird mit dem verpflichtenden NIS-2-Meldesystem verknüpft. Dies soll die Fachkräftelücke schließen, indem zertifizierte Experten aus der Privatwirtschaft über eine staatliche Plattform breiter verfügbar werden.
Die Reaktionen im Markt konzentrieren sich derzeit auf die Dringlichkeit der Registrierung. Rechts- und Compliance-Abteilungen in produzierenden Unternehmen, der Energiewirtschaft und der digitalen Infrastruktur priorisieren die Überprüfung ihres Status, um sich rechtzeitig im Portal anzumelden.
Massenregistrierung und praktische Anpassung
Der Fokus im ersten Quartal 2026 liegt auf der Registrierung tausender betroffener Organisationen. Für Vorfallmanager beginnt nun die Phase der praktischen Einarbeitung.
Anbieter von Schulungen werden ihre Kurse für Vorfall-Experten und Incident-Handler um spezifische Module zur Bedienung des Portals erweitern. Das BSI wird voraussichtlich Mitte 2026 erste Daten zu Meldevolumen und häufigen Bedrohungsvektoren veröffentlichen – und damit erstmals ein umfassendes Bild der deutschen Cybersicherheitslage unter dem neuen Regime zeichnen.
Unternehmen wird geraten, umgehend ihren Zugang zum Portal zu testen. Tabletop-Übungen sollten sicherstellen, dass die Teams die 24-Stunden-Frist mit dem neuen Live-System einhalten können.
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