BSI-Portal, Infrastruktur-Krise

BSI-Portal startet inmitten deutscher Infrastruktur-Krise

04.01.2026 - 18:14:12

Eine Serie von IT-Ausfällen und Cyberattacken zu Jahresbeginn unterstreicht die Dringlichkeit von Notfallplänen, zeitgleich mit dem Start der neuen Meldepflicht für Unternehmen beim BSI.

Berlin/Bonn – Ein Wochenende voller IT-Ausfälle und Cyberangriffe legt die Verwundbarkeit deutscher Büros und Behörden offen. Just zum Start des neuen BSI-Meldeportals am Dienstag wird der Ernstfall zum Stresstest für jedes Unternehmen.

Die ersten Tage des Jahres 2026 entwickeln sich zum Albtraum für IT- und Personalabteilungen. Ein Brand an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal stürzte am Samstag Teile Berlins in einen Strom- und Kommunikations-Blackout. Zehntausende Haushalte und Unternehmen saßen im Dunkeln – und im stillgelegten Homeoffice fest. Parallel legte ein massiver IT-Ausfall das Städtische Klinikum Dessau lahm, während vier Brandenburger Kommunen Cyberangriffen zum Opfer fielen.

Diese Serie von Zwischenfällen trifft auf eine entscheidende regulatorische Wende. Ab Dienstag, dem 6. Januar, müssen „wesentliche“ und „wichtige“ Einrichtungen IT-Störungen über das neue zentrale Meldeportal des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden. Die Regelung ist Teil des deutschen NIS-2-Umsetzungsgesetzes. Verstöße gegen die Meldepflicht können hohe Bußgelder nach sich ziehen.

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Das Berlin-Szenario: Wenn alle Redundanzen versagen

Der Vorfall in der Hauptstadt offenbart eine gefährliche Abhängigkeit. „Unternehmen in den betroffenen Bezirken waren komplett abgeschnitten“, analysieren Branchenkenner. Der Brand kappte nicht nur Strom-, sondern auch Mobilfunkleitungen. Damit waren die üblichen Notfallpläne wertlos: Cloud-Backups nutzen nichts, wenn Mitarbeiter kein Internet haben, und mobiles Arbeiten scheitert, wenn das heimische WLAN ausfällt.

Die Konsequenz? Büroorganisation muss neu gedacht werden. Die reine Digitalisierung von Prozessen wird zum Risiko, wenn analoge Notfallroutinen fehlen. Das Dessauer Klinikum konnte nur deshalb den Betrieb aufrechterhalten, weil es auf Papier-Akten und manuelle Verfahren zurückgriff.

Drei Prioritäten für HR und IT im Krisenmodus

Experten für organisationale Resilienz sehen dringenden Handlungsbedarf. Ihre Empfehlungen für das erste Quartal 2026:

  1. Analoge Redundanz schaffen: Kritische Prozesse, Kontaktlisten und Verträge müssen in physischen „Notfall-Ordnern“ vorliegen, die ohne Strom zugänglich sind.
  2. Kommunikationskanäle diversifizieren: Satellitentelefone oder Funkgeräte gewinnen als Backup für ausgefallene Mobilnetze an Bedeutung.
  3. Entscheidungsbefugnisse dezentralisieren: Lokale Manager müssen in der Lage sein, Notfallprotokolle auch ohne Freigabe einer lahmgelegten Zentrale zu aktivieren.

Eine ironische Pointe liefert eine Bitkom-Studie vom 2. Januar. Sie verzeichnet zwar einen Trend zum „Digital Detox“ – zur freiwilligen digitalen Entgiftung. Die erzwungene Abstinenz durch Infrastrukturausfälle erzeugt jedoch kein Entspannungsgefühl, sondern puren Stress. Die Personalabteilungen stehen vor der Aufgabe, diese psychische Belastung der plötzlich handlungsunfähigen Belegschaft aufzufangen.

Ausblick: Mehr Transparenz, mehr Schwachstellen

Mit dem Start des BSI-Portals rechnen Analysten mit einem sprunghaften Anstieg gemeldeter Vorfälle. Das BSI dürfte die gewonnenen Daten nutzen, um im ersten Quartal 2026 gezieltere Branchenwarnungen auszusprechen.

Für die kommenden Wochen warnen Experten vor „Nachbeben“. Die Wiederherstellung des Berliner Stromnetzes dauert an, und die forensische Aufarbeitung der Vorfälle in Dessau und Brandenburg könnte weitere Schwachstellen in anderen Netzwerken aufdecken. Die Botschaft für das neue Jahr ist eindeutig: IT-Notfallmanagement ist keine theoretische Übung mehr. Es ist zur überlebenswichtigen Kernaufgabe jeder Büroorganisation geworden.

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