BRP-Rotax, Demo

BRP-Rotax: Demo gegen Drohnen-Motoren eskaliert

17.01.2026 - 22:00:12

Bei einer Demonstration gegen den Motorenhersteller BRP-Rotax in Wels wurde ein Teilnehmer durch Pyrotechnik schwer verletzt. Die Proteste richten sich gegen den mutmaßlichen Einsatz der Motoren in israelischen Militärdrohnen.

Der 31-Jährige verlor einen oder mehrere Finger, als ein pyrotechnischer Gegenstand in seiner Hand detonierte. Ein Bündnis aus Friedensorganisationen hatte zu der Aktion aufgerufen. Sie werfen dem oberösterreichischen Unternehmen vor, mit seinen Motoren Völkerrechtsverletzungen im Gaza-Konflikt zu ermöglichen.

Die Aktivisten sehen eine direkte Verbindung zwischen den Motoren aus Gunskirchen und israelischen Aufklärungs- und Kampfdrohnen. Konkret nennen sie Modelle wie die IAI Heron und Elbit Systems Hermes 900. Diese sollen im Gazastreifen eingesetzt werden.

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Bereits im August 2025 sorgte eine Dachbesetzung auf dem Firmengelände für Aufsehen. Die jetzige Demo war eine weitere Eskalation der monatelangen Proteste. Die Kernforderung: Ein sofortiger Stopp aller Lieferungen, die für israelische Rüstungsfirmen bestimmt sind.

Wie reagiert das Unternehmen?

BRP-Rotax weist die Vorwürfe entschieden zurück. Das Unternehmen betont:
* Die Motoren sind ausschließlich für den zivilen Gebrauch in Leichtflugzeugen konzipiert und zertifiziert.
* Es gibt keine direkten Lieferverträge mit Herstellern militärischer Drohnen.
* Eine firmeninterne Richtlinie schließt Militärverkäufe aus.
* Eine mögliche Zweckentfremdung durch Händler oder Endkunden liege außerhalb der eigenen Verantwortung.

Kritiker halten diese Haltung für fahrlässig. Sie verweisen auf die Kategorie “Dual-Use”, also Güter mit doppeltem Verwendungszweck. Schon im Ukraine-Krieg seien Rotax-Motoren in russischen und iranischen Drohnen aufgetaucht.

Wer kontrolliert solche Exporte?

Die rechtliche Lage ist komplex. Exporte werden durch EU-Verordnungen und das österreichische Außenwirtschaftsgesetz geregelt. Für Lieferungen in viele Drittstaaten ist eine Genehmigung des Wirtschaftsministeriums nötig.

Eine Schlüsselklausel: Auch nicht gelistete Güter können genehmigungspflichtig werden, wenn der Exporteur von einer möglichen militärischen Endverwendung weiß. Genau hier setzen die Aktivisten an. Sie haben bereits Strafanzeige gegen das Rotax-Management erstattet.

Spaltet der Fall Politik und Region?

Die Reaktionen aus der Politik sind gespalten. Wels’ Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (FPÖ) kritisiert die Demonstrationen scharf. Sie schadeten dem Wirtschaftsstandort, während Exportgesetze in Wien gemacht würden.

Friedensorganisationen kontern, die Regierung vernachlässige ihre Kontrollpflicht und untergrabe so die österreichische Neutralität. Für die Region ist BRP-Rotax ein wichtiger Arbeitgeber. Die Debatte stellt die politische Führung vor ein Dilemma: Wirtschaftliche Interessen gegen ethische Forderungen abzuwägen.

Was kommt als Nächstes?

Nach der gewaltsamen Eskalation dürfte der Druck auf das Unternehmen und die Behörden weiter steigen. Die Aktivisten kündigen weitere rechtliche Schritte und Protestaktionen an.

Das Wirtschaftsministerium muss nun prüfen, ob die bestehenden Kontrollen ausreichen. Unabhängig vom juristischen Ausgang hat der Fall die öffentliche Sensibilität für die ethischen Seiten des Exports geschärft. Die Motoren aus Gunskirchen bleiben ein Prüfstein für die österreichische Wirtschaftspolitik.

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