Britisches, Verpackungsrecycling

Britisches Verpackungsrecycling startet digitalen Neustart

13.02.2026 - 20:10:12

Das britische Umweltministerium startet Ende Februar ein neues digitales System für den Handel mit Recyclingnachweisen. Es soll Stabilität auf dem Milliardenmarkt für Verpackungsabfälle schaffen.

Das britische Umweltministerium setzt einen zentralen Baustein seiner umstrittenen Verpackungsreform in Gang. Nach monatelangen Verzögerungen startet Ende Februar ein neues digitales System für den Handel mit Recyclingnachweisen. Es soll für mehr Stabilität auf einem Milliardenmarkt sorgen.

Digitaler Dienst startet Ende Februar

Ab dem 27. Februar ist der neue digitale Dienst für die Erfassung von recycelten oder exportierten Verpackungsabfällen vollständig betriebsbereit. Das gab das Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (Defra) heute bekannt. Der Schritt beendet eine Phase der Unsicherheit für Tausende Unternehmen.

Der „Record Reprocessed or Exported Packaging Waste Digital Service“ modernisiert den Handel mit den zentralen Recyclingzertifikaten, den Packaging Waste Recycling Notes (PRNs). Diese Nachweise sind der Schlüssel, mit dem Hersteller ihre gesetzlichen Recyclingquoten nachweisen. Die Einführung erfolgt in zwei Phasen: Ab dem 18. Februar können zugelassene Verwerter die Zertifikate digital erstellen. Ab dem 27. Februar können Hersteller sie dann im System einsehen und annehmen.

Entlastung für eine verunsicherte Branche

Die Ankündigung kommt nicht einen Moment zu früh. Die wiederholten Verzögerungen hatten in der Industrie für erhebliche Frustration gesorgt. Defra räumte die Probleme ein und entschuldigte sich für die „entstandenen Unannehmlichkeiten“. Die Entwicklung des Systems sei komplexer gewesen als geplant.

Zur Überbrückung hat die britische Umweltbehörde eine Übergangsregelung erlassen. Sie setzt die monatliche Meldepflicht für Verwerter vorübergehend aus. Die Daten müssen aber weiterhin gesammelt werden. Branchenverbände begrüßen den klaren Starttermin als wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Marktstabilität.

Milliardenmarkt unter Reformdruck

Hinter dem technischen Update steht eine fundamentale Reform: das System der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR). Es verlagert die Kosten für das Recycling von Verpackungsmüll von den Steuerzahlern auf die Hersteller. Betroffen sind Unternehmen mit einem Umsatz von über einer Million Pfund und mehr als 25 Tonnen Verpackungsmaterial im Jahr.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind gewaltig. Einem Branchenbericht zufolge könnten die Compliance-Kosten für britische Firmen 2026 auf über 1,2 Milliarden Pfund (rund 1,4 Milliarden Euro) steigen. Ein funktionierender und transparenter PRN-Markt ist daher essenziell, um diese Kosten kalkulierbar zu machen und Investitionen in nachhaltigere Materialien nicht zu behindern.

Nächster Schritt: Gebühren nach Recyclingfähigkeit

Mit dem digitalen Start ist eine wichtige Hürde genommen. Doch die Reform ist noch lange nicht abgeschlossen. Der Fokus der Branche richtet sich bereits auf die nächste Phase: Ab dem Finanzjahr 2026/27 plant die Regierung die Einführung modulierter Gebühren.

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Dabei werden die Abgaben für Hersteller an die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen geknüpft. Schwer recycelbare Materialien werden teurer. Das soll einen starken finanziellen Anreiz für ökologischeres Verpackungsdesign setzen. Die vollständige Umsetzung der EPR-Reform bleibt eine komplexe Herausforderung, die die britische Industrie noch Jahre beschäftigen wird.

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