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Britische Regierung setzt auf humanoide Roboter für Jobwandel

16.01.2026 - 20:14:12

Die britische Regierung fördert mit 52 Millionen Euro und weniger Bürokratie den Einsatz von KI-Robotern in Fabriken. Kritiker warnen vor den sozialen Folgen für den Arbeitsmarkt.

Die britische Regierung will mit einer neuen Generation humanoider KI-Roboter die erste Welle der Job-Transformation einleiten. Wissenschaftsminister Patrick Vallance kündigte eine Offensive für fortschrittliche Automatisierung an – beginnend in Lagern und Fabriken.

London – Humanoide Roboter mit Künstlicher Intelligenz sollen in Großbritannien die Arbeitswelt grundlegend verändern. Das kündigte Wissenschaftsminister Patrick Vallance am Freitag an. Die Regierung will mit neuer Förderung und weniger Bürokratie die Einführung der Technologie beschleunigen. Der Fokus liegt zunächst auf automatisierten Lagern und Fabriken.

52 Millionen Euro für Robotik-Zentren

Kern der Initiative ist ein Wettbewerb mit einem Volumen von 52 Millionen Euro. Damit sollen etwa fünf neue „Robotics Adoption Hubs“ im Land entstehen. Die Zentren, die in der zweiten Hälfte 2026 operativ werden sollen, sollen Unternehmen aller Größen Beratung und Live-Demonstrationen bieten.

Parallel erhält das Regulatory Innovation Office (RIO) einen erweiterten Auftrag. Die Behörde soll regulatorische Hürden für Technologien wie autonome Drohnen und Industrieroboter abbauen. Diese sehen sich oft mit einem komplexen Geflecht aus Luftfahrt-, Datenschutz- und Sicherheitsvorschriften konfrontiert.

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„Die Verschmelzung von KI und Robotik schafft beispiellose Möglichkeiten“, sagte Vallance bei einem Besuch beim britischen Roboterhersteller Humanoid. Das Unternehmen testet bereits Prototypen in einer Fabrik des Industriegiganten Siemens.

Warnung vor „Ära der Massenarbeitslosigkeit“

Die optimistische Regierungsvision trifft auf wachsende Bedenken. Londons Bürgermeister Sadiq Khan warnte erst am Donnerstag, KI könne eine „neue Ära der Massenarbeitslosigkeit“ auslösen, wenn sie nicht proaktiv gesteuert werde.

Sein Büro hat eine eigene Taskforce eingesetzt, die die Auswirkungen auf den Londoner Arbeitsmarkt untersucht. Die Hauptstadt ist stark von professionellen Dienstleistungen abhängig. Hier zeigt sich ein Spannungsfeld: Während die nationale Politik Produktivitätsgewinne in der Industrie betont, sorgen sich Stadtpolitiker um Dienstleistungsjobs.

Minister Vallance versuchte zu beschwichtigen. Roboter würden vor allem „sich wiederholende“ Aufgaben übernehmen und so menschliche Arbeit ergänzen, nicht einfach ersetzen.

Globale Trendwende hin zu Humanoiden

Großbritanniens Strategie spiegelt einen weltweiten Trend. Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas dominierten humanoide Roboter von Konzernen wie Boston Dynamics und LG das Bild. Fortschritte wie realistischere Roboter-Gesichtsausdrücke – erforscht an der Columbia University – sollen die Interaktion mit Menschen verbessern.

Doch Analysten mahnen zur Geduld. Praktische Hürden wie Arbeitssicherheit und begrenzte Akkulaufzeiten bremsen eine Revolution im Tempo von ChatGPT. Die flächendeckende Einführung humanoider Roboter werde eher graduell verlaufen.

Wettlauf um die Zukunft der Arbeit

Die britische Regierung setzt auf eine Doppelstrategie aus Investitionen und Deregulierung, um im globalen Wettlauf um Robotik zu bestehen. Studien prophezeien der Wirtschaft durch breitere Robotik-Nutzung einen Schub von bis zu 175 Milliarden Euro.

Die kommenden Monate sind entscheidend. Der Wettbewerb um die neuen Hubs beginnt. Ihr Erfolg wird zeigen, ob Großbritannien die erste Welle des Jobwandels meistern und eine produktivere Wirtschaft aufbauen kann.

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