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Britische Regierung setzt 52 Millionen Euro für Robotik-Offensive frei

16.01.2026 - 01:44:12

Die britische Regierung beschleunigt die Automatisierung mit einem neuen Fördertopf und der Beseitigung veralteter Vorschriften durch eine Innovationsbehörde.

Die britische Regierung startet eine Doppel-Offensive für mehr Automatisierung. Ein 52-Millionen-Euro-Fonds soll die Einführung von Robotern beschleunigen, während eine Behörde veraltete Vorschriften abbaut. Ziel ist es, die heimische Industrie in Schlüsselsektoren wie Gesundheitswesen und Landwirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen.

Investition als Katalysator für die Industrie

Kern der Strategie ist ein Fördertopf von umgerechnet 52 Millionen Euro. Mit dem Geld soll ein Netzwerk spezialisierter Robotik-Hubs im ganzen Land entstehen. Diese Zentren sollen britischen Unternehmen helfen, Roboter und autonome Systeme in der Praxis einzusetzen. Der Fokus liegt auf Branchen wie Landwirtschaft und Gesundheitswesen. Die Regierung erhofft sich dadurch mehr Produktivität, Effizienz und Sicherheit. Die Lücke zwischen Spitzenforschung und marktreifen Anwendungen soll so schneller geschlossen werden.

Bürokratieabbau als zweite Säule

Parallel zur finanziellen Förderung geht es an die Regulierung. Die erst im Oktober 2024 gegründete Regulatory Innovation Office (RIO) hat Robotik und Verteidigungstechnik als neue Schwerpunktbereiche identifiziert. Dort bremsen veraltete Vorschriften oft die Innovation aus. Konkret sollen Hindernisse beseitigt werden, die heute etwa den Einsatz von Robotern für die Inspektion von Offshore-Windrädern in rauer See behindern. Auch der Weg für autonome Patrouillenboote in britischen Gewässern soll geebnet werden. Die Behörde will so Firmen unterstützen, die Roboter für gefährliche Umgebungen entwickeln – etwa für Kontrollen in Kernkraftwerken.

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Eine Behörde macht Ernst

Die RIO zeigt bereits erste Erfolge. Seit ihrer Gründung hat sie mit über 150 Unternehmen gesprochen, um regulatorische Hürden in Sektoren im Wert von über 100 Milliarden Euro aus dem Weg zu räumen. Ein Vorzeigeprojekt war die Zusammenarbeit mit der Luftfahrtbehörde. Sie vereinfachte die Genehmigung für Drohnenflüge. Das ermöglichte es Firmen wie Apian, medizinische Lieferzeiten von 30 Minuten per Lieferwagen auf nur zwei Minuten per Drohne zu verkürzen. Um noch näher an den Bedarf der Wirtschaft zu kommen, hat die Regierung nun ein Meldeportal gestartet. Unternehmen können dort direkt regulatorische Probleme anzeigen, die ihr Wachstum behindern.

Schub für britische Vorreiter

Die Initiative ist Teil der modernen Industriestrategie der Regierung. Sie zielt darauf ab, mit Technologie den Lebensstandard und öffentliche Dienstleistungen zu verbessern. Branchenbeobachter begrüßen den Schritt. Er könnte das volle Potenzial des britischen Robotik-Sektors freisetzen. Das Land beherbergt bereits Weltmarktführer wie CMR Surgical, dessen Roboter minimal-invasive Eingriffe ermöglichen. Das neue Rahmenwerk soll die Gründung und Skalierung weiterer solcher Unternehmen fördern. Es geht um hochqualifizierte Jobs und eine starke Position im globalen Wettbewerb. Die Weichen für eine automatisiere Zukunft in Landwirtschaft, Energie und Gesundheit sind gestellt.

@ boerse-global.de