Britische, Finanzaufsicht

Britische Finanzaufsicht: KI-Risiken bedrohen Wirtschaft

20.01.2026 - 06:46:11

Ein Parlamentsbericht kritisiert die britische Finanzaufsicht scharf für ihre passive Haltung bei der Regulierung Künstlicher Intelligenz und sieht systemische Gefahren für das Finanzsystem.

Ein britischer Parlamentsausschuss warnt: Die Finanzaufsicht des Landes setzt die Wirtschaft durch Untätigkeit bei der Regulierung Künstlicher Intelligenz erheblichen Risiken aus. Der einflussreiche Schatzausschuss des Unterhauses kritisiert die Bank of England und die Finanzaufsichtsbehörde FCA scharf für ihre passive Haltung.

Systemische Gefahren durch KI

Der Bericht stellt den Aufsichtsbehörden ein vernichtendes Zeugnis aus. Sie verfolgten eine reaktive „Abwartestrategie“, die das Finanzsystem verwundbar mache. Über 75 Prozent der britischen Finanzunternehmen nutzen bereits KI – besonders Versicherer und internationale Banken. Doch die bestehenden Regeln seien für die neuen Herausforderungen ungeeignet.

Konkret benennt der Ausschuss mehrere Bedrohungen für die Finanzstabilität. Algorithmen im Handel könnten Herdenverhalten in Krisenzeiten verstärken und so eine Finanzkrise auslösen oder verschlimmern. Kritisch sei auch die Abhängigkeit von wenigen US-Technologiekonzernen für essentielle KI- und Cloud-Dienste. Zudem erhöhe KI das Risiko für Cyberangriffe auf Finanzinstitute.

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Verbraucher ohne Schutz

Die Parlamentarier dokumentieren erhebliche Gefahren für Verbraucher. Besonders vulnerable Gruppen könnten durch undurchsichtige, KI-gestützte Entscheidungen bei Kreditvergaben oder Versicherungsleistungen benachteiligt werden. Ein großes Problem: die unklare Verantwortung. Wer haftet, wenn ein KI-System Schaden anrichtet – das Finanzinstitut, der Technologieentwickler oder der Datenlieferant?

„Die derzeitige Lage ist besorgniserregend“, sagt Ausschussvorsitzende Dame Meg Hillier. Sie habe kein Vertrauen, dass das Finanzsystem auf eine größere KI-Krise vorbereitet sei.

Forderung nach sofortigem Handeln

Der Ausschuss fordert einen radikalen Kurswechsel. Die Aufseher müssten von passiver zu proaktiver Überwachung übergehen. Kernforderung ist die Entwicklung KI-spezifischer Stresstests durch Bank of England und FCA. Diese sollen die Widerstandsfähigkeit des Sektors gegen KI-bedingte Marktschocks prüfen.

Bis Ende 2026 soll die FCA praktische Leitlinien vorlegen, die klären, wie bestehende Verbraucherschutzregeln auf KI anzuwenden sind. Zudem müsse die Regierung ihr „Critical Third Parties“-Regime beschleunigen. Seit über einem Jahr existiere diese Aufsicht für kritische Dienstleister – doch kein KI- oder Cloud-Anbieter sei bisher benannt worden.

Spagat zwischen Innovation und Sicherheit

Der Bericht trifft eine Regierung, die das Land zum globalen KI-Vorreiter machen will. Die Kritik offenbart einen Widerspruch zwischen diesem Innovationsdrang und den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen. Eine FCA-Sprecherin verwies auf bereits laufende Arbeiten für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz. Das Finanzministerium betonte die Balance zwischen Risikomanagement und Chancennutzung.

Doch dem Ausschuss reichen diese Versicherungen nicht. Ohne eine entschlossenere, maßgeschneiderte Aufsichtsstrategie bleibe die Tür für eine Krise offen, auf die das System nicht vorbereitet sei. Der Ball liege nun bei Regierung und Aufsichtsbehörden, ihre „Abwartestrategie“ aufzugeben.

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