Boston Dynamics treibt Spot und Atlas mit KI-Updates voran
22.01.2026 - 07:55:12Boston Dynamics festigt seine Führungsposition in der Robotik mit einem Doppelschlag: Das Unternehmen hat sein Flaggschiff Spot mit einer leistungsstarken KI-Aktualisierung ausgestattet und gleichzeitig die kommerzielle Strategie für den humanoiden Atlas konkretisiert. Diese parallelen Entwicklungen markieren ein entscheidendes Jahr für den Automatisierungspionier, der damit tiefer in industrielle Märkte vordringen will.
Spot 5.1: Mehr Autonomie und schärfere Sinne für den Industrie-Helfer
Am 21. Januar 2026 veröffentlichte Boston Dynamics das Software-Update 5.1 für den vierbeinigen Roboter Spot und die Flottenmanagement-Plattform Orbit. Kern der Neuerung ist eine verbesserte künstliche Intelligenz für visuelle Inspektionen (AIVI). Das System lernt nun kontinuierlich aus den Daten in Kundenanlagen und kann so seine Fähigkeiten erweitern, ohne bestehende Abläufe zu stören.
Praktisch bedeutet das: Spot erkennt jetzt neue Objekte wie Sichtgläser oder Paletten. Seine Kameras können auch in dunklen oder schwer zugänglichen Bereichen inspizieren. Eine Schlüsselfunktion für mehr Autonomie ist das neue “Türöffnen”-Verhalten. Der Roboter kann sich damit selbstständig durch bewegungsaktivierte oder zugangskontrollierte Türen bewegen – ganz ohne seinen Greifarm. Das erweitert seinen Aktionsradius in Fabrikhallen erheblich. Für Sicherheitspatrouillen wurde Spot schlauer: Er hält autonom an, macht detaillierte Fotos und löst einen Alarm aus, wenn er eine Person erkennt.
Die neue EU-KI-Verordnung betrifft inzwischen auch industrielle Roboter — von autonomen Inspektionsdrohnen bis zu humanoiden Arbeitsassistenten. Für Hersteller und Betreiber ist jetzt wichtig, Risikoklassen zu bestimmen, die richtige Kennzeichnung vorzunehmen und die notwendigen Dokumentationen vorzuhalten, sonst drohen erhebliche Compliance-Risiken. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung erklärt verständlich Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen sowie die Dokumentations- und Nachweispflichten für KI-Systeme in der Produktion. Jetzt KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Neue Hardware: Spot Cam 2 und akustische Bildgebung
Zum Software-Update gesellt sich neue Hardware. Die Spot Cam 2 ist eine leistungsstarke Datensammel-Einheit mit einer 4K-PTZ-Kamera (25-facher Zoom), einer Wärmebildkamera zur Temperaturanalyse und einer 360-Grad-Kamera.
Die entscheidende Innovation ist jedoch eine integrierte Schnittstelle für Zusatzsensoren. Erstmals können nun akustische Imager – etwa von Sorama oder Fluke – angeschlossen werden. Damit “hört” Spot plötzlich auch: Er erkennt Luftlecks oder mechanische Vibrationen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Die Kombination aus visuellen, thermischen und akustischen Sensoren in einer mobilen Plattform macht Spot zu einem universellen Inspektionswerkzeug. Die Bedienung wird einfacher: Neue Inspektionspunkte für alle Kameratypen lassen sich direkt aus der Orbit-Software heraus definieren, ohne den Roboter manuell führen zu müssen.
Atlas wird erwachsen: Vom Prototyp zum bezahlbaren Kollegen
Während Spot gereift ist, macht der humanoide Atlas den Schritt vom Forschungswunder zum Serienprodukt. Nach seinem offiziellen Debüt auf der CES 2026 bereitet Boston Dynamics, unterstützt durch Mutterkonzern Hyundai, die ersten Praxiseinsätze vor. Hyundai wird erster Kunde und integriert Atlas noch in diesem Jahr in sein Robotik-Forschungszentrum (RMAC).
Neue Details vom 20. Januar 2026 beleuchten die Marktstrategie: Der humanoide Roboter soll kostengünstiger sein als zwei US-Fertigungsarbeiter über zwei Jahre. Diese Kosten werden auf etwa 320.000 US-Dollar (rund 290.000 Euro) geschätzt. Mit diesem strategischen Preis will Boston Dynamics den hoch entwickelten Atlas für anstrengende, repetitive Jobs attraktiv machen. Der 1,90 Meter große, 30 Kilogramm tragende Roboter ist für den Einsatz in rauen Umgebungen mit großen Temperaturschwankungen konzipiert.
Zwei Wege, ein Ziel: Die Doppelstrategie für die Fabrik der Zukunft
Die parallelen Ankündigungen offenbaren eine klare Doppelstrategie. Mit Spot verbessert Boston Dynamics eine bewährte Plattform und stattet sie mit hochspezialisierten Fähigkeiten für Asset-Management, Sicherheit und vorausschauende Wartung aus.
Gleichzeitig zielt die Kommerzialisierung von Atlas auf den riesigen Markt für humanoide Roboter in Fertigung und Logistik. Die Partnerschaft mit Google DeepMind, ebenfalls auf der CES bekanntgegeben, soll das KI-Training des Roboters beschleunigen. Hyundais Expertise in Serienfertigung und Lieferketten wird entscheidend sein, um künftig Tausende Atlas-Einheiten pro Jahr zu produzieren.
Das kommende Jahr wird für Boston Dynamics und die gesamte Robotikbranche richtungsweisend sein. Für Spot geht es um eine noch breitere Akzeptanz in der Industrie, da die neuen Fähigkeiten komplexere autonome Missionen ermöglichen. Für Atlas sind die ersten Einsätze bei Hyundai der entscheidende Praxistest. Ein Erfolg dort könnte ab 2027 die Tür für einen breiten Einsatz in der Automobilindustrie und darüber hinaus öffnen.
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