Boreout: Wenn Unterforderung im Job krank macht
02.02.2026 - 05:32:12Chronische Langeweile am Arbeitsplatz kann zu ernsthaften psychischen und physischen Problemen führen. Während Burnout durch Überlastung entsteht, beschreibt das Boreout-Syndrom das Gegenteil: eine anhaltende, krankmachende Unterforderung. Experten warnen vor den Folgen und fordern ein Umdenken in Unternehmen.
Symptome, die an Burnout erinnern
Betroffene fühlen sich nicht nur gelangweilt, sondern auch in ihrem Potenzial nicht gesehen. Die ständige Unterforderung – sei es zu wenig oder zu einfache Arbeit – führt zu Desinteresse und innerer Kündigung. Unbehandelt können Symptome auftreten, die einem Burnout ähneln:
* Antriebslosigkeit und Erschöpfung
* Schlafstörungen
* Magen-Darm-Beschwerden
* Depressionen
Die wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen sind beträchtlich: sinkende Produktivität, mehr Fehltage und eine höhere Personalfluktuation.
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Ursachen liegen oft in der Unternehmenskultur
Die Gründe für Boreout sind vielfältig und tief in Arbeitsstrukturen verwurzelt. Eine ungleiche Aufgabenverteilung im Team frustriert alle Beteiligten. Starre Präsenzpflichten, bei denen Zeit einfach „abgesessen“ wird, verschärfen das Problem. Besonders kritisch ist die Kluft zwischen der Qualifikation eines Mitarbeiters und den simplen Aufgaben, die er erledigen muss.
Die zunehmende Automatisierung hat dieses Problem in vielen Bürojobs noch verstärkt: Routinetätigkeiten fallen weg, ohne dass neue Herausforderungen geschaffen werden. Eine Studie aus dem Jahr 2022 zeigte, dass sich 41 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland unterfordert fühlen.
Was Unternehmen aktiv tun müssen
Die Prävention von Boreout erfordert eine proaktive Haltung der Arbeitgeber. Der Schlüssel liegt in einer Kultur der offenen Kommunikation.
- Regelmäßige, ehrliche Gespräche: Führungskräfte müssen nicht nur Aufgaben besprechen, sondern auch die Wünsche und Entwicklungspotenziale ihrer Mitarbeiter.
- Aufgaben neu gestalten: Durch Job Enrichment (anspruchsvollere Aufgaben) und Job Enlargement (abwechslungsreichere Aufgaben) wird die Tätigkeit wieder fordernd.
- Weiterbildung fördern: Investitionen in Qualifizierung eröffnen neue Perspektiven und verhindern Stagnation.
- Flexibilität schaffen: Moderne Arbeitszeitmodelle und mehr Eigenverantwortung steigern die Motivation.
So können Betroffene handeln
Auch Mitarbeiter sollten aktiv werden, wenn sie Anzeichen von Unterforderung spüren. Der wichtigste Schritt ist, das Problem nicht zu ignorieren.
- Das Gespräch suchen: Vorbereitet mit dem Vorgesetzten sprechen – konkret benennen, was unterfordert, und eigene Ideen für neue Projekte vorschlagen.
- Initiative zeigen: Nach Weiterbildungen fragen, Kollegen unterstützen oder Prozessoptimierungen anregen.
- Konsequenzen ziehen: Führen alle Bemühungen nicht zum Erfolg, kann ein Jobwechsel der richtige Schritt sein, um langfristig gesund und erfüllt zu arbeiten.
Ein Symptom der modernen Arbeitswelt
Das wachsende Bewusstsein für Boreout spiegelt einen grundlegenden Wandel wider. Für viele Arbeitnehmer, besonders die jüngeren Generationen, zählt nicht mehr nur das Gehalt. Sie erwarten eine sinnstiftende und fordernde Tätigkeit.
In Zeiten des Fachkräftemangels können sich Unternehmen keine ungenutzten Potenziale leisten. Die gezielte Prävention von Unterforderung wird zum Wettbewerbsvorteil. Die Schaffung einer Arbeitsumgebung, die fördert und fordert, ist die Grundlage für eine gesündere und produktivere Zukunft für alle.
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