Boreout, Gefahr

Boreout: Die unterschätzte Gefahr der Unterforderung

02.02.2026 - 15:14:12

Jeder neunte Arbeitnehmer leidet unter dem Boreout-Syndrom, das zu psychischen Belastungen führt. Besonders junge Mitarbeiter sind betroffen, was Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt.

Boreout trifft jeden neunten Arbeitnehmer – und gefährdet die psychische Gesundheit. Das Syndrom der chronischen Unterforderung löst ähnliche Symptome wie ein Burnout aus, bleibt aber oft unerkannt. Eine aktuelle Studie zeigt: Besonders junge Mitarbeiter leiden unter Langeweile im Job.

Wenn Langeweile krank macht

Das Boreout-Syndrom ist mehr als nur gelegentliche Lustlosigkeit. Es beschreibt einen dauerhaften Zustand der Unterforderung, bei dem das eigene Potenzial ungenutzt bleibt. Die Folgen sind alarmierend: Betroffene leiden unter Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und sogar Depressionen. Paradoxerweise täuschen viele aus Scham geschäftige Betriebsamkeit vor – was den emotionalen Druck noch verstärkt.

Die Ursachen liegen meist in der Arbeitsstruktur. Hochqualifizierte Fachkräfte, die mit Routineaufgaben betraut werden, fühlen sich schnell frustriert. Auch starre Präsenzpflichten und ungleiche Aufgabenverteilung im Team fördern das Problem.

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Junge Generation besonders betroffen

Eine Studie der Pronova BKK zeigt das Ausmaß: 11 Prozent aller Erwerbstätigen hatten im vergangenen Jahr Boreout-Erfahrungen. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 17 Prozent. Wirtschaftspsychologen sehen hier einen Generationenunterschied: Die Generation Z stellt höhere Ansprüche an sinnstiftende Arbeit und reagiert empfindlicher auf Unterforderung.

Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Produktivitätsverluste, erhöhte Fehltage und häufigerer Personalwechsel belasten Unternehmen zunehmend.

So können Unternehmen gegensteuern

Die gute Nachricht: Boreout lässt sich verhindern. Unternehmen tragen hier die Hauptverantwortung und sollten:

  • Aufgaben an Qualifikationen und Stärken der Mitarbeiter anpassen
  • Regelmäßige Entwicklungsgespräche führen
  • Flexible Arbeitsmodelle einfahren, die starre Präsenzzeiten ersetzen
  • Eine offene Feedback-Kultur etablieren

Auch Mitarbeiter können aktiv werden. Experten raten Betroffenen, das Gespräch mit Vorgesetzten zu suchen – am besten mit konkreten Lösungsvorschlägen. Eine Dokumentation der Symptome kann helfen, das Problem zu verdeutlichen.

Psychische Gesundheit als Wettbewerbsvorteil

Im Fachkräftemangel wird das Wohlbefinden der Mitarbeiter zum entscheidenden Faktor. Unternehmen, die Wertschätzung und sinnvolle Aufgabenverteilung leben, binden Talente langfristig. Die Forschung zum Boreout dürfte in den kommenden Jahren intensiver werden. Bis zur möglichen Anerkennung als Krankheitsbild bleibt die Prävention der beste Schutz gegen die stille Krise der Unterforderung.

@ boerse-global.de