Boeing-Aktie, Kampf

Boeing-Aktie: Kampf zurück ins Geschäft

13.01.2026 - 23:00:32

Boeing steigert 2025 die Flugzeugauslieferungen deutlich und erzielt starke Neubestellungen, kämpft aber weiterhin mit finanziellen Verlusten und Verzögerungen beim 777X.

Nach einem katastrophalen 2024 zeigt Boeing erste Lebenszeichen. 600 Jets fanden 2025 den Weg zu ihren Käufern – fast doppelt so viele wie im Krisenjahr zuvor. Doch reicht das, um den europäischen Rivalen Airbus einzuholen?

Die Zahlen zeichnen ein zwiespältiges Bild: Bei den Auslieferungen liegt der Konzern aus Seattle mit 600 Maschinen noch deutlich hinter Airbus, der 793 Jets übergab. Beim Auftragseingang dreht sich das Bild – 1.175 Neubestellungen stehen 1.000 bei der europäischen Konkurrenz gegenüber. Nach Abzug von Stornierungen bleibt Boeing vorn.

Der Hintergrund dieser Erholung ist bitter. 2024 war das Jahr, in dem die US-Luftfahrtbehörde FAA den Konzern nach einem Beinahe-Unglück an die kurze Leine nahm. Eine 737 Max verlor im Flug ein türgroßes Rumpfteil – nur Glück verhinderte eine Katastrophe. Die Folge: strenge Aufsicht, Produktionsbeschränkungen, Auslieferungen brachen auf 348 Maschinen ein.

Auftrags-Feuerwerk zum Jahresstart

Anfang 2026 zeigt sich eine bemerkenswerte Trendwende. Der Flugzeugfinanzierer Aviation Capital Group orderte 50 Mittelstreckenjets vom Typ 737 Max. Delta Air Lines folgte mit 30 Langstreckenjets vom Typ 787 Dreamliner plus weiteren 30 Optionen. Bereits eine Woche zuvor hatte Alaska Airlines 105 Maschinen der Version 737 Max 10 sowie fünf Dreamliner bestellt.

Die Ironie dabei: Ausgerechnet Alaska Airlines – deren 737 Max 9 zwei Jahre zuvor das türgroße Rumpfteil verlor – kehrt als Großkunde zurück. Die Boeing-Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 2,31 Prozent auf 245,35 Dollar.

Insgesamt lieferte Boeing 2025 bereits 440 Exemplare der 737 Max aus. Die Produktionsbeschränkungen wurden inzwischen gelockert, wenn auch nicht vollständig aufgehoben.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Boeing?

Die Schattenseiten bleiben

Doch die Probleme reichen tiefer. Das siebte Verlustjahr in Folge steht bevor – nach einem Fehlbetrag von fast sechs Milliarden Dollar in den ersten neun Monaten 2024 wird sich daran kaum etwas ändern. Die vollständigen Finanzzahlen für 2025 will Boeing erst am 27. Januar vorlegen.

Ein Hauptgrund für die roten Zahlen: Der modernisierte Großraumjet 777X verzögert sich erneut. Im Oktober verschob Boeing die Auslieferung des ersten Exemplars auf 2027 – sieben Jahre später als ursprünglich geplant. Die Belastung: fast fünf Milliarden Dollar.

Delta Air Lines, einer der Großkunden, spürt die Branchenunsicherheiten am eigenen Leib. Trotz gestiegenen Umsatzes von 63,4 Milliarden Dollar sank der operative Gewinn um drei Prozent auf 5,8 Milliarden. Delta-Chef Ed Bastian warnt vor der unberechenbaren Zollpolitik unter Präsident Donald Trump und weltpolitischen Risiken. Sein Fazit: “Wir werden keinen Rekordgewinn versprechen, bevor wir die Unsicherheiten besser verstanden haben.”

Die Boeing-Krise begann 2018 und 2019 mit den tödlichen Abstürzen zweier 737 Max. Nach über anderthalb Jahren Flugverbot und technischen Verbesserungen startete die Reihe im Herbst 2020 wieder. Doch immer neue Qualitäts- und Produktionsmängel tauchten auf – nicht nur bei der Max, sondern auch bei anderen Modellen.

Anzeige

Boeing-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Boeing-Analyse vom 13. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Boeing-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Boeing-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Boeing: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




@ boerse-global.de | US0970231058 BOEING-AKTIE