Black, Sesame

Black Sesame und COSCO entwickeln KI-Roboter für Schiffsinspektionen

19.01.2026 - 21:35:13

Ein Joint Venture zwischen dem KI-Chip-Spezialisten Black Sesame Technologies und COSCO Shipping zielt auf die Entwicklung autonomer Inspektionsroboter für Hochseeschiffe ab. Die Partnerschaft kombiniert KI-Expertise mit maritimem Know-how.

Ein neues Joint Venture zwischen dem KI-Chip-Spezialisten Black Sesame Technologies und einem Tochterunternehmen des weltgrößten Reedereikonzerns COSCO Shipping soll die Inspektion von Hochseeschiffen revolutionieren. Ziel ist die Entwicklung autonomer Roboter, die in den komplexen und gefährlichen Umgebungen an Bord intelligente Prüfaufgaben übernehmen können.

Strategischer Vorstoß in die Schifffahrt

Die formelle Vereinbarung mit COSCO Shipping (Qingdao) Smart Transportation Equipment Co., Ltd. markiert eine bedeutende Expansion für Black Sesame. Das Unternehmen, bekannt für seine Hochleistungs-KI-Chips aus eigener Entwicklung, bringt seine Expertise im Edge Computing ein. COSCO steuert das tiefgreifende Branchen-Know-how bei. Gemeinsam wollen sie die Entwicklung und praktische Anwendung von „Embodied AI“ – also KI mit physischer Präsenz – in der maritimen Industrie beschleunigen. Der Fokus liegt auf umfassenden Lösungen: von den Robotersystemen selbst über intelligente Steuerungsplattformen bis hin zu fortschrittlichen Wahrnehmungs- und Entscheidungsalgorithmen.

Anzeige

Passend zum Thema Embodied AI und regulatorische Anforderungen: Die EU-KI-Verordnung stellt Entwickler und Anwender intelligenter Systeme vor neue Pflichten – von Risikoklassen bis zur Dokumentation. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Nachweise, Kennzeichnungen und Fristen jetzt relevant sind und wie Sie Ihre KI-Systeme rechtssicher einordnen. Ideal für Unternehmen, die autonome Roboter oder Edge-AI-Lösungen bauen. Jetzt KI-Verordnung-Leitfaden herunterladen

Lösung für ein gefährliches und teures Problem

Die manuelle Inspektion und Wartung riesiger Containerschiffe, Tanker oder Bulk-Carrier ist ein notorisch riskantes und kostspieliges Unterfangen. Mitarbeiter müssen in enge, gefährliche Räume vordringen, und der schiere Umfang der Schiffe macht eine lückenlose Überwachung zur logistischen Herausforderung. Die Folge können unentdeckte Korrosion oder Materialermüdung sein – ein Sicherheitsrisiko.

Das Joint Venture zielt genau auf diese Probleme ab. Die geplanten Roboter sollen kritische Inspektionsaufgaben automatisieren, die Datenqualität und -häufigkeit erhöhen und Menschen aus Hochrisikosituationen holen. Die COSCO-Tochter, die als Digitalisierungsplattform des Konzerns agiert, bringt Erfahrung mit: 2025 führte sie bereits Roboter für Tank- und Rumpfreinigung ein. Für das neue Projekt liefert sie die realen Einsatzszenarien und betrieblichen Anforderungen, um marktfähige und genehmigungsfähige Systeme zu entwickeln.

Die Technologie: KI-Chips als Roboter-Gehirn

Herzstück der neuen Systeme werden die fortschrittlichen KI-Computing-Plattformen von Black Sesame sein. Das Unternehmen überträgt seine bewährten Rechenkapazitäten aus der Automobilbranche systematisch auf den Robotik-Sektor. Geliefert werden Edge-Computing-Plattformen sowie die notwendige Hard- und Software.

Eine Schlüsselkomponente ist die 2025 eingeführte „SesameX“-Plattform für mehrdimensionale Embodied AI. Diese Full-Stack-Lösung mit den Modulen Kalos, Aura und Liora ist flexibel für Roboter unterschiedlicher Komplexität ausgelegt. Sie soll den Inspektionsrobotern ermöglichen, intelligente Geräteüberwachung, komplexe Prüfroutinen und möglicherweise sogar Einsätze in Notfallszenarien durchzuführen.

Beschleunigte Entwicklung durch enge Partnerschaft

Die Zusammenarbeit ist darauf ausgelegt, den Weg von der Forschung zur praktischen Anwendung zu verkürzen. Durch die enge Verzahnung von Black Sesames Rechenleistung mit COSCOs maritimen Anwendungsfällen soll die Technologie schnell ingenieurtechnisch umgesetzt und eingesetzt werden. Ein breiterer Kooperationsrahmen mit Universitäten und Forschungsinstituten soll die Algorithmenentwicklung und Validierung in realer Umgebung vorantreiben.

Dieses synergetische Modell nutzt die jeweiligen Stärken: COSCO bietet Domänenexpertise und einen klaren Weg zum Markt, Black Sesame liefert das leistungsstarke KI-„Gehirn“ für Wahrnehmung, Navigation und Entscheidungsfindung im komplexen Schiffsinnern.

Trend: KI und Autonomie revolutionieren die Schifffahrt

Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der die maritime Industrie zunehmend auf KI und Automatisierung setzt, um Sicherheit zu erhöhen, Kosten zu senken und strengeren Umweltvorschriften zu genügen. „Embodied AI“ geht über einfache Automatisierung hinaus: Es sind Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen und darin intelligent handeln können. Ein Inspektionsroboter könnte so verschiedene Korrosionsarten identifizieren, Rumpfstärken messen und komplexe Innenstrukturen ohne menschliche Steuerung navigieren.

Während bereits Drohnen oder einfache Kriechroboter im Einsatz sind, repräsentieren Systeme mit fortschrittlicher, bordautonomer KI-Entscheidungsfähigkeit die nächste Generation. Sie versprechen konsistentere und qualitativ hochwertigere Daten. Dies ermöglicht den Wechsel von reaktiven Reparaturen zu vorausschauender Wartung – was die Stillstandszeiten von Schiffen reduziert und ihre Lebensdauer verlängert.

Ausblick auf eine intelligente maritime Zukunft

Der unmittelbare Fokus des Projekts liegt auf der gemeinsamen Forschung und Entwicklung eines Prototyps, der nach COSCOs Betriebsstandards getestet werden soll. Ein Erfolg in dieser Phase könnte den Weg für einen breiten Einsatz in der riesigen COSCO-Flotte ebnen und einen neuen Industriestandard für Schiffsinspektionen setzen.

Langfristig könnte die Einführung KI-gesteuerter Inspektionsroboter die Wartungs- und Sicherheitsprotokolle auf See grundlegend verändern. Die umfangreichen Daten dieser Systeme würden nicht nur den Zustand einzelner Schiffe verbessern, sondern auch Flotten-Analysen liefern, die Schiffsdesign, Betriebsabläufe und Sicherheitsvorschriften für die kommenden Jahre beeinflussen könnten. Diese Partnerschaft ist ein klares Signal: Das Zeitalter intelligenter, autonomer Schifffahrt rückt näher.

Anzeige

PS: Die EU-KI-Verordnung ist bereits in Kraft und bringt konkrete Pflichten für Hersteller und Betreiber autonomer Systeme – von Risikoklassifizierung bis zur technischen Dokumentation. Wer jetzt handelt, vermeidet teure Nachbesserungen und startet konform in Pilotphasen. Holen Sie sich den kostenlosen Umsetzungsleitfaden mit Checklisten und Praxisbeispielen für industrielle KI-Projekte. Kostenfreien Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung sichern

@ boerse-global.de