Black Friday: KI-Betrüger fluten den Markt mit Fake-Shops
27.11.2025 - 08:41:12Wenige Stunden vor dem Black Friday schlagen Verbraucherschützer Alarm. Eine Welle hochprofessioneller Fake-Shops überschwemmt den deutschen Markt – erstellt mit Künstlicher Intelligenz und kaum noch von echten Händlern zu unterscheiden. Die Jagd nach Schnäppchen wird zum Risiko.
Die Zeiten schlechter Rechtschreibung und verpixelter Bilder sind vorbei. Kriminelle nutzen generative KI, um vollautomatisiert Tausende betrügerische Webseiten zu erstellen. Das Tempo ist atemberaubend: Shops werden am Morgen registriert, schalten über Mittag aggressive Social-Media-Werbung und verschwinden am Abend wieder.
Diese „Wegwerf-Shops” kopieren bekannte Marken bis ins Detail. KI-Textgeneratoren liefern fehlerfreie Produktbeschreibungen, gestohlene oder synthetisch erzeugte Bilder täuschen Authentizität vor. Die Professionalisierung ist erschreckend – Sicherheitsexperten sprechen von einer „Industrialisierung des Online-Betrugs”.
Besonders perfide: Die Betrüger setzen darauf, dass Schnäppchenjäger im Rabatt-Rausch ihre Vorsicht vergessen.
Diese Shops sind aktuell gefälscht
Die Verbraucherzentrale und der Fakeshop-Finder warnen vor diesen konkreten Domains:
- fahrradhandel-esslingen.de – Lokaler Fachhändler vorgetäuscht, nach Vorkasse bricht der Kontakt ab
- heizoel-zentrale.de – Lockt mit günstigen Heizölpreisen, kopiert echte Firmen-Adressen
- sportausstattung24.de – Extreme Rabatte auf Fitnessgeräte, die nie ankommen
- lori24.de & avemiosolutions.com – Vorkasse-Fallen bei Gartenmöbeln und Elektronik
Das wiederkehrende Muster: Nur Banküberweisung möglich, auch wenn PayPal-Logos auf der Startseite prangen. An der Kasse funktionieren sichere Zahlungswege angeblich wegen „technischer Probleme” nicht.
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Die Liste ist nur die Spitze des Eisbergs. Der Fakeshop-Finder verzeichnet derzeit Rekordzugriffe.
Social Media: Das neue Einfallstor
Der Betrug verlagert sich massiv auf Instagram, TikTok und Facebook. Kriminelle schalten bezahlte Werbeanzeigen und nutzen Deepfake-Videos mit den Gesichtern prominenter Influencer. Die KI-generierten Clips werben für angebliche Exklusiv-Rabatte – und wirken täuschend echt.
Sicherheitsforscher von McAfee und Check Point warnen: Nutzer vertrauen den vertrauten Gesichtern in ihrem Feed. Ein Klick führt zu Fake-Shops, die oft nur wenige Stunden existieren.
Auch gefälschte Profile sind eine gängige Masche. In Kommentaren unter Beiträgen seriöser Marken posten sie: „Ich habe mein iPhone hier für 300€ bekommen…” Die Watchlist Internet meldet zudem kopierte Kleinanzeigen, die ganze Fake-Shops mit scheinbar authentischen Inhalten füllen.
Neue Betrugsmethoden: Mehr als nur Warenbetrug
Viele Fake-Shops zielen nicht primär aufs schnelle Geld, sondern auf Identitätsdiebstahl. Wer bestellt, liefert Name, Adresse, Geburtsdatum und Kreditkartendaten frei Haus. Diese Datensätze landen im Darknet und werden für weitere Straftaten genutzt.
Quishing (QR-Code Phishing) nimmt zu: Gefälschte Briefe angeblicher Paketdienstleister enthalten QR-Codes. Beim Scannen landet man auf Phishing-Seiten, die Zahlungsdaten abgreifen.
Beim Dreiecksbetrug bestellt der Betrüger bei echten Versandhäusern auf den Namen des Opfers, kassiert aber das Geld selbst. Das Opfer erhält die Ware – und kurz darauf eine Mahnung, weil die Rechnung beim echten Händler offen ist.
Behörden im Nachteil
Die Polizei in Niedersachsen und NRW hat explizite Warnungen ausgesprochen. Doch der Kampf ist ungleich: Während Behörden manuell Listen pflegen, agieren Tätergruppen hochautomatisiert und grenzüberschreitend.
Der Digital Services Act verpflichtet Plattformen zwar zu schnellerem Handeln. Doch die Reaktionszeiten sind oft zu langsam für die Schnelllebigkeit der Fake-Shops. Fast jeder vierte Online-Käufer hat bereits Erfahrungen mit Betrugsversuchen gemacht.
Die kritischen Wochen beginnen jetzt
Mit dem morgigen Black Friday und Cyber Monday startet die heißeste Phase. Experten erwarten, dass die Welle neuer Fake-Domains bis Mitte Dezember nicht abreißt.
Nach der Bestellphase folgt die Phase der Liefer-Scams: Gefälschte SMS („Ihr Paket hängt im Zoll fest”) werden Verbraucher überfluten.
So schützen Sie sich:
- Nutzen Sie sichere Zahlungsdienstleister mit Käuferschutz
- Vermeiden Sie Vorkasse bei unbekannten Shops
- Prüfen Sie Impressum und Handelsregistereinträge
- Nutzen Sie den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale
- Lassen Sie sich nicht von künstlichem Zeitdruck treiben
Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein – dann ist es das vermutlich auch.
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