Black Axe: EU-Behörden zerschlagen Betrugsnetzwerk in Spanien
10.01.2026 - 09:24:12Europäische Ermittler haben einen Schlag gegen die mächtige “Black Axe”-Vereinigung geführt. In einer koordinierten Aktion nahmen spanische und deutsche Behörden 34 mutmaßliche Mitglieder der nigerianischen Verbrecherorganisation fest. Die Gruppe soll Millionenbeträge durch Cyber-Betrug erbeutet haben.
Die Razzien in dieser Woche zielten auf die logistische und finanzielle Infrastruktur der Bande in Spanien. Nach monatelanger Zusammenarbeit zwischen der spanischen Nationalpolizei und dem Bayerischen Landeskriminalamt schlugen die Beamten in mehreren Städten gleichzeitig zu. Der Großteil der Festnahmen – 28 Verdächtige – erfolgte in Sevilla. Weitere Verdächtige wurden in Madrid, Málaga und Barcelona gefasst.
Laut Europol traf die Operation die „Kernzelle“ des Netzwerks in Spanien. Diese soll eine zentrale Rolle bei der Geldwäsche gespielt haben. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten Ermittler über 66.000 Euro Bargeld und froren Konten mit rund 119.000 Euro ein.
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Millionen-Schaden und ausgenutzte Geldkuriere
Das finanzielle Ausmaß der Aktivitäten dieser Zelle ist enorm. Die Ermittler schätzen den Schaden durch Betrugsfälle auf mehr als 5,9 Millionen Euro. Das Geld stammt aus verschiedenen Cyber-Betrugsmaschen, darunter manipulierter E-Mail-Verkehr bei Unternehmen und sogenannter Romance Scams, bei denen sich Täter über Dating-Portale das Vertrauen ihrer Opfer erschleichen.
Ein erschreckender Aspekt der Ermittlungen: Die Vereinigung rekrutierte systematisch finanziell schwache Personen als Geldkuriere. Diese „Money Mules“ ließen sich oft aus wirtschaftlicher Not heraus dazu bringen, ihre eigenen Bankkonten für die Weiterleitung der Beute zur Verfügung zu stellen. Während die Drahtzieher im Hintergrund blieben, trugen diese Kuriere das hohe rechtliche Risiko.
Ein globaler Player mit mafiösen Strukturen
Die „Black Axe“-Syndikat gilt als eine der gefährlichsten Verbrecherorganisationen weltweit. Ursprünglich in den 1970er Jahren als Studentenverbindung in Nigeria gegründet, operiert sie heute mit mafiaähnlichen Strukturen international. Neben Cyberbetrug soll sie auch in Menschenhandel, Drogenschmuggel und Gewaltkriminalität verwickelt sein.
Ihre Expertise im Bereich des finanziellen Cyberbetrugs steht jedoch seit Jahren im Fokus europäischer Strafverfolgungsbehörden. Die jüngsten Festnahmen in Spanien folgen auf einen internationalen Druck, der auf die Gruppe ausgeübt wird.
Erfolg durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Die gelungene Operation unterstreicht, wie essenziell die länderübergreifende Kooperation bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität ist. Moderne Betrugsnetzwerke machen an Grenzen nicht halt – die Strafverfolgung darf es ebenfalls nicht.
Sicherheitsexperten bewerten den Schlag als besonders wirksam, weil er den „Cash-out“-Mechanismus der Bande traf. Die technischen Urheber der Betrugsangriffe mögen aus schwer erreichbaren Regionen operieren. Doch um das gestohlene Geld zu waschen, benötigen sie physische Infrastruktur innerhalb des europäischen Bankensystems. Genau diese wurde in Spanien getroffen.
Was kommt als Nächstes?
Die 34 Festnahmen sind ein taktischer Erfolg, doch die Bedrohung durch „Black Axe“ bleibt bestehen. Europol betont, dass die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel wie Handys und Dokumente noch läuft. Diese könnten neue Erkenntnisse über weitere Komplizen oder höherrangige Mitglieder in anderen EU-Ländern liefern.
Die Festgenommenen müssen sich in Spanien wegen Betrugs, Geldwäsche und Urkundenfälschung verantworten. Für europäische Banken liefert der Fall wichtige Erkenntnisse über Rekrutierungsmuster von Geldkurieren, die in die Überwachungssysteme einfließen werden.
Zum Start des Jahres 2026 sendet diese Operation ein klares Signal: Die EU ist entschlossen, die physischen Netzwerke zu zerschlagen, die den virtuellen Betrug erst ermöglichen. Die Rolle des finanziellen Zulieferers für globale Banden hat schwerwiegende juristische Konsequenzen.
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