Bitkom, KI-Angriffe

Bitkom warnt: KI-Angriffe und hybride Bedrohungen bedrohen deutsche Wirtschaft

13.02.2026 - 18:10:11

Deutsche Unternehmen sehen sich zunehmend KI-gestützten Cyberattacken ausgesetzt, sind aber laut Bitkom-Studie schlecht vorbereitet. Der wirtschaftliche Schaden belief sich 2025 auf über 200 Milliarden Euro.

Deutsche Unternehmen sind zunehmend Ziel von KI-gestützten Cyberangriffen und hybriden Bedrohungen. Aktuelle Warnungen von Bitkom und Wirtschaftsverbänden zeigen eine alarmierende Vorbereitungslücke auf. Gleichzeitig bestätigt das Allianz Risk Barometer Cybervorfälle als größtes Geschäftsrisiko – zum fünften Mal in Folge.

Innerhalb der letzten 48 Stunden haben der Digitalverband Bitkom und regionale Wirtschaftsverbände wie der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) neue, besorgniserregende Daten vorgelegt. Sie zeichnen das Bild einer eskalierenden Bedrohung, auf die die deutsche Wirtschaft nur unzureichend vorbereitet ist.

Drei Viertel der Firmen fühlen sich bedroht – doch sind wehrlos

Eine Unternehmensbefragung des Bitkom offenbart massive Defizite in der Krisenvorsorge. 74 Prozent der Firmen sehen aufgrund der angespannten geopolitischen Lage eine erhöhte Gefahr durch hybride Angriffe, die digitale Attacken mit Desinformation und Sabotage kombinieren. Die Abhängigkeit von der digitalen Infrastruktur erweist sich als kritische Schwachstelle: Im Schnitt könnten deutsche Unternehmen ihren Betrieb bei einem Internetausfall nur 20 Stunden aufrechterhalten. Jedes fünfte Unternehmen müsste sofort die Arbeit einstellen.

Trotz dieser klaren Gefahr bewerten 73 Prozent der Firmen Deutschland international als schlecht auf solche Szenarien vorbereitet. Eine gefährliche Diskrepanz zwischen Risikobewusstsein und tatsächlicher Resilienz.

KI wird zur Waffe: Phishing und Deepfakes kaum noch zu erkennen

Die Angriffe selbst werden immer raffinierter. Künstliche Intelligenz ist dabei das Werkzeug der Wahl für Kriminelle. KI-generierte Phishing-E-Mails sind von echten Nachrichten kaum zu unterscheiden. Noch tückischer sind sogenannte Deepfake-Anrufe oder -Videokonferenzen, bei denen die Stimme und das Erscheinungsbild von Vorgesetzten täuschend echt imitiert werden, um Mitarbeiter zu betrügen.

„KI senkt die Einstiegshürde für hochqualitative Angriffe enorm“, erklärt ein IT-Sicherheitsexperte. „Was früher Spezialistenwissen war, ist heute quasi käuflich.“ Ransomware, die Erpressung durch Datenverschlüsselung, bleibt laut Bundeskriminalamt (BKA) eine der größten Bedrohungen.

KMU im Visier: Jeder fünfte Betrieb in Bayern bereits gehackt

Die Gefahr trifft nicht nur DAX-Konzerne. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen im Fadenkreuz. Eine Warnung des BIHK vom 12. Februar unterstreicht dies: Mindestens jeder fünfte Betrieb in Bayern war bereits Opfer eines Hackerangriffs.

Der Grund? Oft fehlen schlicht die Ressourcen. Bei fast der Hälfte der Unternehmen mit unter 250 Mitarbeitern mangelt es an grundlegenden Notfallplänen und IT-Sicherheitsbeauftragten. Für Angreifer sind sie damit leichte, lukrative Ziele.

Ein Milliardenrisiko für den Standort Deutschland

Die aktuellen Warnungen sind keine Überraschung, sondern bestätigen einen langjährigen Trend. Das Allianz Risk Barometer stuft Cyber-Bedrohungen bei 52 Prozent der deutschen Risiko-Experten als Top-Risiko ein – deutlich über dem globalen Durchschnitt.

Der wirtschaftliche Schaden ist bereits jetzt immens. Für 2025 bezifferte der Bitkom den Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft durch digitale Angriffe auf über 202 Milliarden Euro. Analysten betonen: Cybersicherheit ist längst eine Chefsache und kein rein technisches Problem. Der Faktor Mensch bleibt die größte Schwachstelle.

Von der Reaktion zur Resilienz: Was Unternehmen jetzt tun müssen

Experten raten zu einem fundamentalen Strategiewechsel – von reaktiver Abwehr zu proaktiver Widerstandsfähigkeit.

  • Mitarbeiter als erste Verteidigungslinie: Regelmäßige, praxisnahe Sensibilisierungsschulungen sind Pflicht, um Phishing und Social Engineering zu erkennen.
  • Notfallübungen etablieren: Der BIHK empfiehlt IT-Notfallübungen, ähnlich wie Brandschutzübungen, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein.
  • Technische Basismaßnahmen umsetzen: Dazu zählen zwingend Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), regelmäßige, getestete Backups und die Prüfung einer Zero-Trust-Architektur.
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Die Botschaft ist klar: Cybersicherheit muss integraler Bestandteil jeder Unternehmensstrategie werden. Die digitale Widerstandsfähigkeit entscheidet zunehmend über die Wettbewerbs- und Überlebensfähigkeit am Standort Deutschland.

@ boerse-global.de

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