Bitdefender, Schutz

Bitdefender beendet kostenlosen Schutz für alte Windows-Systeme

24.01.2026 - 04:13:12

Der Sicherheitsanbieter stellt kostenlose Updates für Windows 7 und 8.1 ein und drängt Unternehmen zur Migration. Eine kostenpflichtige Übergangslösung wird angeboten.

Sicherheitslücke droht: Der Virenschutz-Spezialist stellt seine Gratis-Updates für veraltete Windows-Versionen wie Windows 7 ein. Tausende Unternehmen in Deutschland müssen jetzt handeln.

Ein kritisches Ende mit Ansage

Bitdefender zieht einen endgültigen Schlussstrich. Seit diesem Monat erhalten veraltete Windows-Systeme wie Windows 7, 8.1 und entsprechende Server-Versionen keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Der Cybersecurity-Anbieter folgt damit dem offiziellen Ende des Microsoft-Supports, der für diese Systeme bereits 2020 bzw. 2023 auslief. Ein Jahr lang hatte Bitdefender noch eine Gnadenfrist gewährt – diese ist nun vorbei.

Für betroffene Unternehmen bedeutet das eine brisante Entscheidung: Sie müssen ihre Systeme modernisieren, für teuren Zusatzschutz zahlen oder ein stetig wachsendes Sicherheitsrisiko in Kauf nehmen. „Der BEST-Agent läuft zwar weiter, aber ohne Updates ist der Schutz wirkungslos gegen neue Bedrohungen“, warnt ein Branchenkenner.

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Bezahlte Brückenlösung als Notnagel

Doch Bitdefender wirft notleidenden Kunden eine Rettungsleine zu. Für Unternehmen, die eine sofortige Migration nicht schaffen, bietet der Konzern nun ein kostenpflichtiges Add-on „Support for Windows legacy versions“ an. Dieser Dienst soll als temporäre Brücke dienen und grundlegende Malware-Updates auf die alten Systeme bringen.

Allerdings ist die Lösung eingeschränkt. Moderne Sicherheitsfunktionen wie Endpoint Detection and Response (EDR) oder erweiterte Risikoanalysen funktionieren auf den veralteten Betriebssystemen schlichtweg nicht – auch nicht mit dem Zusatzmodul. Bitdefender betont daher, dass der Dienst nur eine Übergangslösung sei. Das klare Ziel bleibe der Umstieg auf unterstützte Windows-Versionen.

Strategischer Push zur Cloud-Plattform GravityZone

Die Entscheidung ist Teil einer größeren Strategie. Bitdefender treibt seit Jahren die Konsolidierung aller Geschäftskunden auf seine cloudbasierte GravityZone-Plattform voran. Ältere Produktlinien werden systematisch abgeschaltet.

So endet der Support für „GravityZone Advanced Business Security“ bereits Ende 2025. Auch der Schutz für E-Mail-Server läuft 2026 aus. Der Plan ist eindeutig: Kunden sollen auf moderne, vereinheitlichte Sicherheitssuiten umsteigen, die von einer zentralen Konsole aus verwaltet werden. Das verspricht nicht nur besseren Schutz vor komplexen Angriffen, sondern auch weniger Aufwand für IT-Abteilungen.

Was betroffene IT-Administratoren jetzt tun müssen

Für die Migration von alten Konsolen zur GravityZone-Cloud hat Bitdefender einen klaren Fahrplan vorgelegt. Der Prozess beginnt mit der Vorbereitung der alten Infrastruktur: Automatische Installationen müssen deaktiviert und Deinstallations-Passwörter entfernt werden.

Anschließend richtet der Administrator die neue Cloud-Konsole ein und erstellt ein Installationspaket mit einer „Relay“-Funktion. Diese dient als lokaler Verteilerpunkt für den neuen Agenten. Über gezielte Bereitstellungsaufträge wird dann der neue Agent installiert, der die alte Version automatisch ersetzt. Abschließend kann der alte Management-Server außer Betrieb genommen werden.

Ein Branchentrend mit Verfallsdatum

Bitdefenders Schritt ist kein Einzelfall, sondern spiegelt einen Branchentrend wider. Sicherheitsanbieter können die grundlegenden Schwachstellen eines nicht mehr gepatchten Betriebssystems nicht ausgleichen. Bezahlte Zusatzsupport-Modelle werden zum Standard – sie schaffen einen finanziellen Anreiz für den längst überfälligen Technologiewechsel.

Gleichzeitig treibt diese Entwicklung die Nachfrage nach modernen Sicherheitsdiensten wie XDR und Managed Detection and Response (MDR) voran. Für Unternehmen, die kritische Infrastruktur betreiben und nicht upgraden können, bleibt theoretisch die Option individueller Support-Vereinbarungen. Diese werden jedoch fallweise und zu Bitdefenders Bedingungen verhandelt.

Die Botschaft ist klar: In der Cybersicherheit ist Stillstand gleichbedeutend mit Rückschritt. Die Bedrohungen entwickeln sich weiter – die Abwehr muss es auch.

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