Biometrie wird neuer Standard im Kampf gegen Mobilfunk-Betrug
31.01.2026 - 15:08:12Asien geht mit strengen Vorschriften voran, um SIM-Karten an biometrische Daten zu koppeln. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Anonymität zu beenden, die Online-Betrug und Identitätsdiebstahl befeuert hat.
Vietnam, Malaysia und Pakistan verschärfen diese Woche die Regeln, während Indonesien bereits einen kompletten Neustart der Registrierung angeordnet hat. Der globale Trend ist eindeutig: Die einfache Registrierung reicht nicht mehr aus. Stattdessen setzen Staaten auf eine lückenlose, biometrische Verifikation über den gesamten Lebenszyklus einer Mobilfunknummer hinweg.
Vietnam plant „harte Sperre“ bei Gerätewechsel
Einen der weitreichendsten Vorstöße unternimmt Vietnam. Das Wissenschaftsministerium schlägt vor, dass Nutzer bei jedem Wechsel ihrer SIM-Karte in ein neues Handy eine erneute biometrische Prüfung durchlaufen müssen. Das soll eine kritische Lücke schließen.
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Bislang konnten Personen eine SIM-Karte mit ihren eigenen biometrischen Daten registrieren und sie dann weiterverkaufen. Die neue Nummer war für kriminelle Zwecke nutzbar, ohne zurückverfolgbar zu sein. Die geplante Regelung verwandelt die Biometrie von einem einmaligen Ereignis bei der Registrierung in eine wiederkehrende Prüfung. Cybersecurity-Experten sehen darin eine „harte Sperre“ für die Identität eines Nutzers. Sie verhindert den Handel mit bereits verifizierten Karten, der Betrugsnetzwerke versorgt.
Malaysia führt verbindliche Standards ein
Untermauert wird der regionale Trend durch Malaysia. Die Kommunikationsbehörde MCMC hat neue verbindliche Standards für die Registrierung von Prepaid-Kunden veröffentlicht. Der Rahmen soll die Sicherheit und Integrität der Registrierung erhöhen.
Zu den Schlüsselmaßnahmen gehören sichere, automatisierte Registrierungsplattformen und der Einsatz biometrischer Authentifizierung. Die Standards weisen Mobilfunkanbietern und Händlern klarere Verantwortlichkeiten zu. Ziel ist es, die Verbreitung voraktivierter oder betrügerisch registrierter SIM-Karten zu unterbinden. Diese werden häufig für Online-Betrug missbraucht. Die MCMC kritisiert Schwächen in den aktuellen Selbstregistrierungsprozessen, die oft auf leicht fälschbaren Dokumenten-Uploads basieren.
Regulierer erhöhen den Druck
Die Verschärfung der Regeln wird von verstärkter Aufsicht begleitet. Die pakistanische Telekommunikationsbehörde PTA warnte Bürger eindringlich vor der Nutzung illegaler und ausländischer SIM-Karten. Jede Karte, die ohne ordnungsgemäße biometrische Prüfung erworben wurde, solle nicht verwendet werden. Sie umgehe lokale Kontrollen und setze Nutzer Datenmissbrauch und finanzieller Ausbeutung aus.
In Indonesien ist die biometrische Verifikation für alle neuen SIM-Karten seit Anfang Januar bereits Pflicht. Bestandskunden müssen sich nachregistrieren. Die Maßnahmen sind eine direkte Antwort auf die steigende Flut digitaler Kriminalität.
Globale Abkehr von SMS als Sicherheitsanker
Diese staatlichen Initiativen sind Teil einer weltweiten Erkenntnis: Die Sicherheit mobiler Kommunikation, insbesondere von SMS, ist anfällig. Der weit verbreitete SIM-Swap-Betrug hat die Risiken offengelegt. Dabei übernehmen Kriminelle die Handynummer eines Opfers, um sensible Daten abzufangen und Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.
Diese Realität erzwingt auch im Privatsektor ein Umdenken. Banken in den Vereinigten Arabischen Emiraten etwa ersetzen SMS-basierte Einmalkennwörter schrittweise. Auf Anweisung der Zentralbank setzen sie auf sicherere Freigaben innerhalb ihrer Apps, die durch Biometrie wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung abgesichert sind. Dieser Schritt verlagert den Authentifizierungsprozess in eine verschlüsselte App-Umgebung – weg von den anfälligen Telekommunikationsnetzen.
Biometrie als Grundpfeiler der digitalen Identität
Die globale Richtung ist klar: Die biometrische Verifikation wird schnell zum Fundament für Mobilfunksicherheit und digitale Identität. Der Fokus verschiebt sich von einer einfachen Prüfung beim Kauf hin zu einem integrierten, dynamischen System. Vorschläge wie der aus Vietnam, die Identität an Hardware-Änderungen knüpfen, deuten auf eine Zukunft mit kontinuierlicher, ereignisbasierter Überprüfung hin.
Mit der zunehmenden Verbreitung von eSIMs wird die Bedeutung robuster, digitaler Onboarding-Prozesse noch steigen. Die Integration biometrischer Verifikation in nationale digitale ID-Programme dürfte sich beschleunigen. Für Mobilfunknutzer weltweit bedeutet das mehr Sicherheit – gekoppelt an ihre einzigartigen biologischen Merkmale.
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