Bildungsmessen, Deutschlands

Bildungsmessen: Deutschlands Antwort auf den Fachkräftemangel

23.01.2026 - 03:05:12

Trotz vieler offener Lehrstellen suchen Jugendliche vergeblich nach einer Ausbildung. Regionale Bildungsmessen setzen auf persönlichen Kontakt, um diese Lücke zu schließen und Talente zu binden.

Trotz Tausender offener Stellen finden viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz. Regionale Bildungsmessen sollen diese Lücke schließen und werden zum zentralen Instrument im Kampf um Talente. Aktuelle Veranstaltungen zu Beginn des Jahres 2026 zeigen den Trend.

Der deutsche Arbeitsmarkt steckt in einem Paradox: Während laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben, suchen gleichzeitig Jugendliche vergeblich nach einer passenden Lehre. Dieser „Matching-Mismatch“ treibt Unternehmen und Verbände um. Ihre Antwort sind verstärkte Präsenz vor Ort. Regionale Bildungs- und Ausbildungsmessen erleben einen Boom und gelten als entscheidendes Bindeglied zwischen Nachwuchs und Wirtschaft.

Der persönliche Kontakt als Trumpf

In Zeiten von KI-gestütztem Recruiting setzen die Messen auf das Gegenteil: direkten Dialog. Der unmittelbare Austausch zwischen Schülern und Unternehmensvertretern soll Fragen klären, Erwartungen abgleichen und Begeisterung wecken – besonders für Berufe, die Jugendliche zunächst nicht im Blick haben.

Ein Beispiel ist die Job- und Bildungsmesse IMPULS in Cottbus, die größte ihrer Art in Brandenburg. Regionale Unternehmen wollen mit Mitmachaktionen Berufe greifbar machen. Ähnlich agiert die Berufsinformationsmesse in Arnstadt Ende Januar. Über 50 Firmen aus der Region Erfurter Kreuz präsentieren dort mehr als 70 Ausbildungsberufe. Solche Veranstaltungen bieten Orientierung in einer unübersichtlichen Landschaft aus Hunderten Ausbildungswegen.

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Lokale Wirtschaftskraft bündeln

Die Messen sind mehr als Recruiting-Plattformen; sie sind strategische Wirtschaftsförderung. Sie bündeln die Kräfte von Kommunen, Kammern und Arbeitsagenturen, um Perspektiven in der Heimatregion aufzuzeigen. Diesem Ansatz folgt die Ausbildungsplatzbörse „THE SAME GAME“ in Salzkotten, die 2026 ihr 30-jähriges Jubiläum feiert. Organisiert von zwei Städten, der IHK und der Agentur für Arbeit, ist die Messe mit 53 lokalen Unternehmen ausgebucht. Neu ist ein Abendtermin, um auch berufstätigen Eltern den Besuch zu ermöglichen.

Die enge Kooperation zeigt Wirkung: In Dresden deckt die KarriereStart mit über 530 Ausstellern Themen von der Ausbildung bis zur Gründung ab. Das Ziel ist klar: die Abwanderung junger Talente stoppen und den Wirtschaftsstandort vor Ort stärken.

Praxis statt Theorie: Antwort auf den Arbeitsmarkt-Wandel

Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändern Berufsbilder rasant. Die Messen reagieren, indem sie Einblicke in moderne Tätigkeitsfelder geben. Viele Aussteller bringen konkrete Angebote mit und stehen für Gespräche bereit. Bewerbungscoaching vor Ort inklusive.

Ergänzt werden die großen Formate durch mobile Initiativen. Programme wie COACHING4FUTURE touren durch Schulen, etwa in Pforzheim, und bringen MINT-Berufe mit Experimenten näher. Die Botschaft: Berufsorientierung muss erlebbar sein.

Kann das Format die Lücke schließen?

Die hohe Nachfrage der Unternehmen nach Standplätzen – wie in Cottbus und Salzkotten – bestätigt die anhaltende Relevanz der Präsenzveranstaltungen. Ihr Erfolgsgeheimnis ist die persönliche Interaktion, die digitale Kanäle nicht ersetzen können.

Die Zukunft wird in hybriden Formaten liegen, die Reichweite erhöhen. Entscheidend ist, dass die Messen die Transformation der Arbeitswelt abbilden und neue Berufsbilder in den Fokus rücken. Ob der Fachkräftemangel so zu bekämpfen ist? Die Initiativen zu Beginn des Jahres 2026 zeigen, dass die regionalen Akteure die Herausforderung angenommen haben. Der Wettbewerb um die klügsten Köpfe findet jetzt auch auf dem Messeflaster statt.

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