Bilanz 2024: VNG bleibt mit starkem Ergebnis auf Erfolgsspur (FOTO)Leipzig - Marktchancen flexibel genutzt - Adjusted EBIT in Höhe von 321Mio.
02.04.2025 - 13:24:23VNG AG / Bilanz 2024: VNG bleibt mit starkem Ergebnis auf Erfolgsspur (FOTO)
Euro - Hochlauf grüner Gase in Ostdeutschland weiter im strategischen Fokus- Investitionen in die Region benötigen jedoch stabile politische undwirtschaftliche Rahmenbedingungen - Energiepark Bad Lauchstädt: InbetriebnahmeEnde 2025 geplant - Geopolitische Entwicklungen beeinflussen Energiemärkte:Unsicherheiten mit Blick nach vorn größer denn je
"Zurückblickend war 2024 ein bewegtes und bewegendes Jahr, das nicht nur für dieEnergiebranche, sondern für die gesamte deutsche und europäische Wirtschaft,herausfordernde Rahmenbedingungen mit sich brachte. Nichtsdestotrotz ist es unsgelungen, geschäftsbereichsübergreifend flexibel mit den dynamischenMarktbedingungen umzugehen, die Versorgungssicherheit mit Gas zu gewährleistenund das Geschäftsjahr erneut mit einem starken Ergebnis abzuschließen. Einegesunde Mischung aus der Strategieumsetzung "VNG 2030+" sowie dem Ergreifen vonMarktchancen hat VNG diesen Erfolg ermöglicht", resümiert Ulf Heitmüller,Vorstandsvorsitzender der VNG AG zu Beginn der diesjährigenBilanzpressekonferenz.
VNG hat das Geschäftsjahr 2024 mit einem adjusted EBIT, d. h. einem bereinigtenoperativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern, in Höhe von 321 Mio. Euroabgeschlossen (2023: 447 Mio. Euro). Das Konzernergebnis liegt mit 232 Mio. Euro(2023: 380 Mio. Euro) ebenso deutlich über den Erwartungen. "Die sehr gutenErgebnisse aus den Jahren 2023 und 2024 bilden ein stabiles Fundament, auf demwir die VNG der Zukunft bauen. Bis zum Jahr 2035 beabsichtigen wir beientsprechenden Rahmenbedingungen bis zu 5 Mrd. Euro in Mittel- undOstdeutschland zu investieren. Nicht zuletzt wollen wir unsere eigenenDekarbonisierungsbestrebungen und die unserer Kunden maßgeblich unterstützen, umzugleich die industrielle Wertschöpfung in der Region zu stärken. Dafür habenwir 2024 mit 329 Mio. Euro über alle Geschäftsbereiche hinweg, nicht nur inunser Bestandsgeschäft, sondern eben auch gezielt in das Geschäft miterneuerbaren und dekarbonisierten Gasen, investiert", betont Bodo Rodestock,Vorstandsmitglied für Finanzen, Personal und IT der VNG AG. Im Geschäftsjahr2024 erzielte VNG einen abgerechneten Umsatz von rund 16,1 Mrd. Euro (2023: rund23,2 Mrd. Euro), der sich insbesondere aufgrund eines deutlich gesunkenenMarktpreisniveaus reduzierte. Der VNG-Konzern beschäftigte zum 31.12.2024insgesamt 1.939 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
"In 2024 hatten politische Entwicklungen, sei es auf nationaler, europäischeroder geopolitischer Ebene, maßgeblichen Einfluss auf die Energiemärkte. Zudemfehlen weiterhin wesentliche regulatorische Rahmenbedingungen, etwa eineverlässliche Bepreisung von CO2-Emissionen sowie hinsichtlich der Finanzierungan internationalen Kapitalmärkten. Dies wiederum verzögert die Investitionen indie Dekarbonisierung. Zwar halten wir an unserem strategischen Kurs in Richtunggrüner Gase fest, aber solange eben jene Verlässlichkeit nicht gegeben ist,sehen wir uns weiterhin mit großen Unsicherheiten konfrontiert. Dies macht einhohes Maß an Flexibilität und eine stetige Überprüfung unseres strategischenRahmens erforderlich", konstatiert Heitmüller.
Erfolgsfaktor: Breite Aufstellung - Alle Geschäftsbereiche tragen zu gutemErgebnis bei
Im Geschäftsbereich Handel & Vertrieb lieferten der Gasvertrieb an Großkundenund das Handelsgeschäft an den europäischen Gasmärkten einen unverändertwichtigen Beitrag. Die VNG Handel & Vertrieb GmbH (VNG H&V) konnte erneut einesichere Versorgung von über 400 Kunden, wozu Stadtwerke, Weiterverteiler,Industriekunden und Kraftwerke zählen, gewährleisten." Auf dem Weg zu einemklimaneutralen Energiesystem bleibt Erdgas noch einige Zeit ein wichtigerEnergieträger. Insbesondere für eine leistungs- und wettbewerbsfähige Industrieals auch für Privathaushalte trägt VNG zur Versorgungssicherheit in Deutschlandbei. Wir arbeiten im Rahmen unserer Diversifizierungsstrategie weiter daran,neue Lieferverträge abzuschließen. 2024 haben wir dies u. a. im Rahmen einesGasliefervertrags mit Sonatrach realisiert. Als erstes deutsches Unternehmen istes VNG gelungen, Pipelinegas aus Algerien zu beziehen. In den Gesprächen mitunseren internationalen Kooperationspartnern stehen jedoch auch stetsDekarbonisierungsoptionen im Fokus", so Heitmüller. Im Zuge dessen wurde dieDiversifizierung des Beschaffungsportfolios, bspw. durch langfristigenorwegische und mittelfristige algerische Gaslieferverträge sowie den Einkaufvon LNG, weiter vorangetrieben. Der Gasabsatz lag im Geschäftsjahr 2024 bei rund352 Mrd. kWh. Als wichtige Zukunftsinvestition konnte die VNG H&V mit dem Erwerbder bmp greengas GmbH im Jahr 2024 ihr Biomethanhandelsgeschäft signifikantausbauen. In Summe erwirtschaftete die VNG H&V ein Ergebnis in niedrigerdreistelliger Millionenhöhe.
Im Geschäftsbereich Speicher ist es durch agiles Handeln und flexibleVermarktungsaktivitäten gelungen, die Marktsituation positiv zu nutzen. Die VNGGasspeicher GmbH (VGS) konnte 2024 im Zuge der weiterhin hohen Bedeutsamkeit vonSpeicherkapazitäten für die Versorgungssicherheit durch höhere Wertbeiträge desSommer-Winter-Spreads profitieren. Aus dem operativen Geschäft erzielte VGS einadjusted EBIT im niedrigen dreistelligen Millionenbereich.
Im Geschäftsjahr 2024 hat der unabhängige Fernleitungsnetzbetreiber ONTRASGastransport GmbH (ONTRAS) trotz eines Rückgangs der Transporterlöse sowie desallgemeinen Kostenanstiegs einen wesentlichen Ergebnisbeitrag im oberenzweistelligen Millionenbereich zum Gesamtergebnis von VNG beigetragen.
Im Geschäftsbereich digitale Infrastruktur wurde 2024 erneut signifikant in denGlasfaserausbau investiert und das Infrastrukturservicegeschäft ausgebaut. Dasadjusted EBIT des Geschäftsbereichs bewegt sich zum Geschäftsjahresende stabilin niedriger zweistelliger Millionenhöhe.
Die BALANCE Erneuerbare Energien GmbH (BALANCE) ist im Geschäftsjahr 2024 mitnunmehr 42 Anlagen in Nord- und Ostdeutschland zu einem der führendenAnlagenbetreiber Deutschlands angewachsen. Derzeit verfügt BALANCE über eineinstallierte Feuerungswärmeleistung von rund 197 MWFWL. Damit können jährlichmehr als 180.000 Haushalte mit grüner Energie versorgt werden. "Als flexiblererneuerbarer Energieträger ist Biogas ein regionaler Wertschöpfungstreiber undschafft insbesondere in ländlich geprägten Regionen nachhaltige Arbeitsplätze.Wir werden das Engagement über BALANCE in den kommenden Jahren weiterhinausbauen und beabsichtigen in den weiteren Anlagenerwerb zu investieren", sagtHans-Joachim Polk, Vorstandsmitglied für Infrastruktur und Technik der VNG AG.Der Geschäftsbereich Biogas erzielte in einem sehr herausfordernden Marktumfeldein positives EBIT.
Investitionen in dekarbonisierte Energiezukunft Mitteldeutschlands:Wasserstoff-Kernnetz, Energiepark Bad Lauchstädt und GreenRoot
"Im Sommer 2024 haben wir mit der ONTRAS-Beteiligung am bundesweitenWasserstoff-Kernnetz den Weg für die größte Einzelinvestition unserer über65-jährigen Unternehmenshistorie geebnet. Mit diesem bedeutenden Vorhaben imBereich der Dekarbonisierung wollen wir die Umstellung bestehenderInfrastrukturen vorantreiben und investieren unmittelbar in dieZukunftsfähigkeit des ostdeutschen Wirtschaftsstandorts", berichtet Rodestock.ONTRAS hat sich im gemeinsamen Kernnetz-Antrag der Gasnetzbetreiber alsverantwortliches Unternehmen für zunächst rund 600 kmWasserstofftransportleitungen im mitteldeutschen Raum benannt. Gut 80 % davonsind bestehende Erdgasleitungen, die auf Wasserstoff umgestellt werden. Knapp 20% sollen neu gebaut werden. Im Oktober 2024 hat die Bundesnetzagentur den Antragzur Errichtung des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes genehmigt." Alleinein Sachsen wollen wir für dessen Aufbau in den kommenden Jahren über ONTRAS mehrals 100 Mio. Euro investieren. Mit diesem Netz werden wichtige Industriezentrenin der Region mit internationalen Erzeugern verbunden. Damit können wir nichtnur regionale Wertschöpfung verankern, sondern über ONTRAS auch aktiv einenWettbewerbsvorteil mitgestalten", so Rodestock weiter.
Im Energiepark Bad Lauchstädt, in dem gemeinsam mit sechs Konsortialpartnernerstmals die gesamte Wertschöpfungskette von grünem Wasserstoff im industriellenMaßstab abgebildet wird, konnten 2024 weitere wichtige Meilensteine erzieltwerden: Im Januar 2024 wurde der erste Windstrom eingespeist und der Windpark,in dem acht Windräder 50 Megawatt (MW) erneuerbaren Strom erzeugen, konnte imFrühjahr fertiggestellt werden. "Die Arbeiten laufen weiterhin auf Hochtouren,ebenso die Umstellung der bisherigen Erdgasleitung auf Wasserstoff. Noch imApril wird ONTRAS mit einer 25 km Leitung von Bad Lauchstädt nach Leuna eineweitere Wertschöpfungsstufe des Energieparks in Betrieb nehmen. Diese wirdzugleich das erste Teilstück des Wasserstoff-Kernnetzes in Ostdeutschland sein.Als weiteres großes Highlight steht im dritten Quartal 2025 die Inbetriebnahmeund der Probebetrieb des 30 MW-Elektrolyseurs an, um im Anschluss mittelsElektrolyse jährlich 2.700 Tonnen grünen Wasserstoff zur kommerziellen Nutzungins Netz einzuspeisen und an den Ankerkunden, die TotalEnergies RaffinerieMitteldeutschland, zu liefern", berichtet Polk.
Zum Ausbau des Grüngasgeschäfts in Ostdeutschland treibt die VNG AG zudem mitder VNG H&V und dem niederländischen Wasserstoff-Unternehmen HyCC ein weiteresVorhaben voran, um in Lutherstadt Wittenberg einen Elektrolyseur zur Erzeugungvon grünem Wasserstoff zu errichten. Ab 2029 sollen jährlich etwa 50.000 Tonnengrüner Wasserstoff produziert werden, um die lokal ansässige Industrie, wie etwadas Chemieunternehmen SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH, sowie durch denAnschluss an das Wasserstoff-Kernnetz auch überregionale Abnehmer, dabei zuunterstützen, Erdgas perspektivisch zu ersetzen und CO2-Emissionen zureduzieren.
Investitionen benötigen stabile und rechtssichere energiepolitischeRahmenbedingungen
Mit Blick auf die Dekarbonisierung sagt Heitmüller: "Damit wir unsere Strategie"VNG 2030+" sowie die damit verbundenen ambitionierten Ziele hin zu Biogas undWasserstoff umsetzen können, brauchen wir politische Rahmenbedingungen, diestabil und rechtssicher sind und langfristige Investitionsentscheidungenermöglichen. Deshalb setzen wir auf ein klares politisches Bekenntnis zuWasserstoff: Auf nationaler Ebene zur Stärkung von Förderinstrumenten und derNetzentgeltbefreiung von Elektrolyseuren über 2030 hinaus; auf EU-Ebenehinsichtlich einer pragmatischen Regulatorik zur Produktion von grünem unddekarbonisiertem Wasserstoff."
"Verlässlichkeit und Stabilität zeichnet VNG seit mehr als 65 Jahren aus, indemwir eine stets sichere Versorgung mit Gas gewährleisten. Damit wir weiterhin fürEnergie sorgen können, die nicht nur heute, sondern auch morgen, gebraucht wird,muss die neue Bundesregierung jetzt sehr schnell richtungsweisendeEntscheidungen treffen. Das betrifft u. a. den Erhalt und Ausbau von Biogas- undBiomethananlagen, die Kraftwerksstrategie, das Gesetz zur Speicherung und zumTransport von Kohlendioxid sowie den rechtlichen Rahmen für denWasserstoffhochlauf", so Heitmüller abschließend.
Über VNG
VNG ist ein europaweit aktiver Unternehmensverbund mit über 20 Gesellschaftenund mehr als 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Konzern mit Hauptsitzin Leipzig steht als Gasimporteur und Großhändler sowie als Betreiber vonkritischer Gasinfrastruktur für eine sichere Versorgung mit Gas in Deutschland.Mit der Strategie "VNG 2030+" verfolgt VNG darüber hinaus einen ambitioniertenPfad für einen Markthochlauf erneuerbarer und dekarbonisierter Gase wie Biogasund Wasserstoff und bereitet damit den Weg in ein nachhaltiges,versorgungssicheres und perspektivisch klimaneutrales Energiesystem der Zukunft.Die Investitionen von VNG in Infrastruktur und Grüngasprojekte erfolgen dabeivorrangig in Mittel- und Ostdeutschland, verbunden mit dem Ziel, als regionalverankertes Unternehmen einen wesentlichen Beitrag für den Strukturwandel zuleisten. Mehr unter: http://www.vng.de .
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/38708/6004445OTS: VNG AG