BGN startet Sicherheitsoffensive für Gastronomie-Azubis
21.01.2026 - 14:45:12Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) startet mit einem umfassenden Paket ins neue Ausbildungsjahr. Ziel ist es, Unfälle bei jungen Beschäftigten in Hotellerie und Gastronomie deutlich zu reduzieren. Hintergrund sind neue gesetzliche Vorgaben und alarmierende Statistiken.
Neue Spielregeln für betrieblichen Arbeitsschutz
Seit 1. Januar 2026 gilt die vollständig überarbeitete DGUV Vorschrift 2. Sie bringt entscheidende Erleichterungen für den von Kleinbetrieben geprägten Gastgewerbesektor. Die wichtigste Neuerung: Das „Kompetenzzentrenmodell“ steht nun Betrieben mit bis zu 20 statt bisher 10 Beschäftigten offen. Damit können deutlich mehr Restaurants und Hotels ihre Arbeitsschutz-Organisation flexibler und ohne verpflichtende externe Betreuung gestalten – vorausgesetzt, die Inhaber absolvieren spezielle BGN-Qualifikationen.
Ebenfalls neu ist die offizielle Integration digitaler Beratung. Bis zu einem Drittel der grundlegenden Betreuungsleistungen darf jetzt per Video-Konsultation oder Online-Plattform erfolgen. Ein Schritt, der Bürokratie abbauen soll, ohne die Sicherheitsstandards zu senken.
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Fokus auf den gefährdeten Nachwuchs
Das Herzstück der BGN-Initiative ist der Schutz der Auszubildenden. Junge Beschäftigte unter 25 Jahren verunglücken nach wie vor deutlich häufiger als ihre erfahrenen Kollegen. Die Genossenschaft reagiert mit einem maßgeschneiderten Unterstützungspaket.
Im Mittelpunkt steht eine exklusive „Ausbilder-Tagung“ für Mitgliedsunternehmen. Sie behandelt zentrische Risikefelder:
* Verkehrssicherheit: Der Weg zur Arbeit bleibt eine Hauptunfallquelle für Azubis.
* Interkulturelle Kommunikation: Sicherheitsinstruktionen in internationalen Teams.
* Konfliktmanagement: Deeskalation in stressigen Service- und Küchensituationen.
* Digitalisierung: Nutzung von Apps und Checklisten im Arbeitsalltag.
„Die in der Ausbildung geprägte Sicherheitskultur wirkt ein ganzes Berufsleben nach“, betonen BGN-Experten. Früh angelernte, sichere Arbeitsabläufe seien daher der beste Unfallschutz.
Digitale Werkzeuge für die Praxis
Zur Umsetzung hat die BGN ihre digitalen Angebote ausgebaut. Die „Seminarbroschüren 2026“ bieten online gezielte Schulungsmodule. Für die nun berechtigten Betriebe mit 11 bis 20 Mitarbeitern stehen im Extranet digitale Tools zur Gefährdungsbeurteilung bereit.
Das System leitet Inhaber durch branchentypische Risiken wie Schnitte, Verbrennungen, Stürze und Stolperunfälle und schlägt konkrete Präventionsmaßnahmen vor. Ergänzt wird das Paket durch didaktische Infoboxen und Materialien für Projekttage in Berufsschulen, um die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen.
Mehr Freiheit, mehr Verantwortung
Die Ausweitung der Betriebsgröße wird im Gastgewerbe als große Erleichterung gewertet. Viele familiengeführte Betriebe fallen jetzt in die erweiterte Kategorie. Doch die neue Autonomie bringt auch mehr Verantwortung mit sich. Wer das Kompetenzzentrenmodell wählt, muss Risiken aktiv erkennen und bewerten können – eine passive Rolle reicht nicht mehr aus.
Die Integration digitaler Tools gilt als überfällige Modernisierung. Sie kommt der Branche mit ihren unregelmäßigen Arbeitszeiten entgegen, die feste Termine für Präventionsfachkräfte oft erschweren.
Die BGN wird ihre digitalen Module im ersten Halbjahr 2026 weiter ausrollen. Für die Azubis, die im August oder September starten, verspricht die Offensive ein sichereres Arbeitsumfeld. Die Branche hofft, dass die Kombination aus besser qualifizierten Ausbildern und zugänglichen digitalen Hilfsmitteln die Unfallzahlen in der jungen Zielgruppe spürbar senken wird.
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