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BGA warnt vor „Dauer-Krise“ für Deutschlands Wirtschaft

13.01.2026 - 09:52:12

Der Großhandelsverband BGA diagnostiziert eine tiefgreifende Strukturkrise und fordert einen wirtschaftspolitischen Neustart. Hohe Kosten, Bürokratie und Handelskonflikte belasten Unternehmen.

Der Großhandelsverband BGA schlägt Alarm: Die deutsche Wirtschaft steckt nicht in einer vorübergehenden Flaute, sondern in einer strukturellen „Dauer-Krise“. Zum Jahresauftakt 2026 fordert der Verband einen radikalen wirtschaftspolitischen Neustart.

Strukturkrise ersetzt Konjunkturdelle

Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung nach den vergangenen Krisen ist verflogen. Das ist die ernüchternde Botschaft des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) zum Jahresbeginn. Verbandspräsident Dr. Dirk Jandura sieht nicht mehr nur zyklische Schwankungen, sondern tiefgreifende Strukturdefizite als Kernproblem. Hohe Energiekosten, marode Infrastruktur und eine erdrückende Bürokratie erstickten zunehmend die Geschäftsdynamik. „Wir leben von der Substanz“, lautet das düstere Fazit des Verbands. Ohne entscheidende Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen würden Investitionen weiter ausbleiben oder ins Ausland abwandern.

Reformstau trifft den Mittelstand

Besondere Kritik übt der BGA an der aktuellen Reformpolitik. Der Titel der heutigen Pressekonferenz in Berlin bringt die Frustration auf den Punkt: „Großhandel in der Dauer-Krise – Warum die Reformen am Mittelstand vorbeigehen“. Die politischen Maßnahmen der letzten Monate und Jahre verfehlten die Lebenswirklichkeit der kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden.

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Statt breit wirksamer Entlastungen durch Steuerreformen und Deregulierung setze die Politik zu oft auf Subventionen für einzelne Großindustrien oder kurzfristige Strohfeuer. Neue Sorgfaltspflichten und Berichtsauflagen, etwa im Lieferkettengesetz, belasteten gerade Handelsfirmen mit begrenzten Verwaltungsressourcen überproportional. Der Verband hatte bereits Ende Dezember 2025 kritisiert, dass staatliche Hilfen die unternehmerische Freiheit nicht ersetzen könnten.

Globale Fragmentierung bremst Exporte

Die Probleme sind jedoch nicht nur hausgemacht. Eine zunehmend feindselige Weltlage verschärft die Krise für den exportabhängigen Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Fragmentierung der Weltwirtschaft, angetrieben durch geopolitische Spannungen und wachsenden Protektionismus, setzt deutschen Exporteuren massiv zu. Handelskonflikte zwischen den USA und China drohen, sie zwischen die Fronten zu drängen.

Die Ära des automatischen Exportwachstums sei vorbei, so die BGA-Experten. Die Diversifizierung von Lieferketten und Märkten schreite zwar voran, sei aber teuer und langwierig. Sie könne die Einbußen in traditionellen Absatzmärkten nicht kurzfristig ausgleichen. Die Prognosen für Export- und Importvolumen 2026, die heute vorgestellt werden, dürften diese düstere Stimmung widerspiegeln.

Appell für einen wirtschaftspolitischen Neustart

Angesichts dieser Gemengelage reicht es aus Sicht des BGA nicht mehr, den Status quo zu reparieren. Der Verband fordert einen fundamentalen Kurswechsel. Ein umfassender wirtschaftspolitischer Neustart müsse Wettbewerbsfähigkeit, Flexibilität und Investitionssicherheit in den Vordergrund stellen.

Konkret verlangt der BGA ein Moratorium für neue bürokratische Regulierungen, eine wettbewerbsfähige Unternehmenssteuerreform und eine klare Strategie für bezahlbare Energie. Die Warnung ist deutlich: Ohne diese strukturellen Anpassungen drohe eine schleichende Deindustrialisierung und ein dauerhafter Wohlstandsverlust für den deutschen Groß- und Außenhandel – und für die gesamte Volkswirtschaft.

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