BfDI, Regulab

BfDI startet Regulab: Deutschlands Sandkasten für sichere KI

02.01.2026 - 10:14:12

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz eröffnet eine regulatorische Sandbox, um KI-Innovationen mit EU-Recht in Einklang zu bringen und Rechtssicherheit zu schaffen.

Deutschland eröffnet mit der Regulab eine Testumgebung für KI-Systeme unter realen Bedingungen. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz (BfDI) will so Innovationen mit dem strengen EU-Recht in Einklang bringen.

Vom Kontrolleur zum Ermöglicher

Die sogenannte regulatorische Sandbox markiert einen Strategiewechsel der Aufsicht. Statt nur zu überwachen, bietet der BfDI Unternehmen und Behörden jetzt eine geschützte Entwicklungsumgebung. In diesem „Reallabor“ können sie KI-Anwendungen frühzeitig mit den Datenschützern abstimmen. Ziel ist es, datenschutzkonforme Innovationen zu fördern und rechtliche Risiken bereits im Designprozess zu minimieren.

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„Wir schaffen Rechtssicherheit für Entwickler“, heißt es aus der Behörde. Der Fokus liegt auf der Schnittstelle zwischen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem neuen EU-KI-Gesetz. Durch die frühe Zusammenarbeit sollen teure Nachbesserungen oder Bußgelder nach der Markteinführung vermieden werden.

Abschied von der „Infektionsthese“

Ein zentraler Grundsatz der Regulab ist die Ablehnung einer starren Rechtsauffassung. Bislang gab es in der Debatte die Befürchtung, ein KI-Modell sei dauerhaft „infiziert“ und unzulässig, wenn seine Trainingsdaten nicht vollständig konform waren.

Der BfDI verfolgt nun einen differenzierteren Ansatz. Entscheidend ist demnach nicht allein die Herkunft der Trainingsdaten, sondern vor allem die Einhaltung der Datenschutzstandards während des Einsatzes der KI. Diese pragmatische Haltung soll die Nutzung leistungsfähiger Modelle – auch solcher, die mit großen Datensätzen trainiert wurden – ermöglichen, ohne Grundrechte zu verletzen.

Deutschland als Vorreiter in der EU

Mit dem Start der Regulab setzt Deutschland eine EU-Vorgabe frühzeitig um. Das KI-Gesetz verlangt von den Mitgliedstaaten, bis August 2026 mindestens eine solche Testumgebung einzurichten. Deutschland liegt damit deutlich im Plan.

Für die hiesige Wirtschaft, besonders für Start-ups und Mittelstand, ist das ein wichtiges Signal. Hohe Compliance-Kosten und Rechtsunsicherheit galten bislang als Hemmnisse. Die Sandbox soll diese Hürden senken und Deutschland als KI-Standort attraktiver machen. Erste Erkenntnisse aus der Praxis sollen zudem helfen, künftige Digitalgesetze praxistauglicher zu gestalten.

Pilotprojekt geht in die operative Phase

Die Regulab baut auf einem Pilotversuch aus dem Jahr 2025 auf. Damals erprobten der BfDI, die Bundesnetzagentur und das Hessische Digitalministerium gemeinsam die Abläufe. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in den Vollbetrieb ein.

Ob die Initiative ihr Potenzial entfalten kann, hängt maßgeblich von der Kapazität der Behörde ab. Sie muss die voraussichtlich zahlreichen Anträge zügig bearbeiten und die gewonnenen „regulatorischen Erkenntnisse“ schnell in allgemeine Leitlinien für den Markt überführen. Gelingt dies, könnte das deutsche Modell zum Vorbild für andere EU-Länder werden.

Erste Anwendungen in sensiblen Bereichen

Im Fokus der ersten Kohorte werden voraussichtlich KI-Anwendungen für das Gesundheitswesen, den Finanzsektor und die öffentliche Verwaltung stehen. Hier ist das Datenschutzrisiko besonders hoch, das Effizienzpotenzial durch KI aber enorm.

Noch in diesem Jahr werden erste Berichte zu „Best Practices“ aus der Regulab erwartet. Diese werden die praktische Anwendung des EU-KI-Gesetzes mitprägen. Die Botschaft aus Berlin ist klar: Datenschutz und Innovation werden nicht länger als Gegensätze betrachtet, sondern als zwei Säulen der digitalen Zukunft.

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