Bewegungstherapie, Säule

Bewegungstherapie wird neue Säule der Schmerzmedizin

06.02.2026 - 11:32:12

Neue Leitlinien und Versorgungsengpässe etablieren aktive Bewegung als primäre Behandlung chronischer Schmerzen. Digitale Anwendungen unterstützen die Umsetzung.

Angesichts drohender Versorgungsengpässe rückt aktive Bewegung in den Fokus der Schmerzmedizin. Kurz vor dem großen DGS-Kongress in Frankfurt zeichnet sich ein deutlicher Wandel in den Behandlungsleitlinien ab.

Die Behandlung chronischer Schmerzen in Deutschland steht vor einem Umbruch. Statt Schonung etabliert sich gezielte Bewegungstherapie zunehmend als primäre medizinische Maßnahme. Neue Leitlinienempfehlungen und die angespannte Versorgungslage machen die „Medizin Bewegung“ vom ergänzenden Baustein zur tragenden Säule.

Kongress in Frankfurt: Stabilität durch Aktivität

Im März richtet sich der Fokus der Fachwelt auf Frankfurt. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hält dort ihre jährlichen „Deutschen Schmerz- und Palliativtage“ ab. Das Motto: „Stabilität in unsicheren Zeiten“.

Experten weisen darauf hin, dass die rein passive Versorgung von Schmerzpatienten an ihre Grenzen stößt. Vor dem Hintergrund der Krankenhausreform und fehlender spezialisierter Leistungsgruppen warnen Verbandsvertreter wie DGS-Präsident Dr. Richard Ibrahim seit längerem vor Engpässen. Die Bewegungstherapie wird so zum strategischen Anker: Sie ermöglicht Patienten, selbstwirksam zur „Stabilität“ ihrer Gesundheit beizutragen – unabhängig von der Verfügbarkeit klinischer Betten.

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Wissenschaftlicher Konsens: „Wandel bewegt“

Dass Bewegung mehr ist als bloße Ablenkung, unterstreicht auch der Deutsche Schmerzkongress im Oktober in Mannheim. Sein Leitthema „Wandel bewegt“ zeigt den wissenschaftlichen Konsens: Der passive Patient ist ein Modell der Vergangenheit.

Aktuelle Forschungsergebnisse stützen diesen Ansatz:
* Der Skelettmuskel gilt als endokrines Organ, das bei Aktivität entzündungshemmende Botenstoffe (Myokine) ausschüttet.
* Diese können systemisch wirken und erhöhte Entzündungswerte bei Schmerzpatienten senken.
* Gezielte motorische Übungen regen die Neuroplastizität des Gehirns an und können so das „Schmerzgedächtnis“ positiv überschreiben.

Neue Leitlinien setzen auf Bewegung

Ein entscheidender Schritt ist die kürzlich veröffentlichte S3-Leitlinie „GeriPAIN“. Diese erste nationale Leitlinie speziell für Schmerzmanagement bei älteren Menschen setzt neue Maßstäbe.

Sie empfiehlt, bei Senioren neben der medikamentösen Einstellung explizit nicht-medikamentöse Verfahren zu priorisieren – darunter Physiotherapie und angeleitete Bewegung. Ziel ist es, die körperliche Funktionsfähigkeit zu erhalten und Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern. Damit wird Bewegung von einer „Kann-Option“ zu einer verbindlichen medizinischen Handlungsempfehlung.

Digitale Brücke in der Versorgungskrise

Die praktische Umsetzung profitiert massiv von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA). Da Wartezeiten auf Physiotherapie-Termine vielerorts lang sind, fungieren zertifizierte Apps als wichtige Brückentechnologie.

Sie bieten evidenzbasierte Bewegungsprogramme für das häusliche Umfeld. Die Akzeptanz dieser digitalen Helfer steigt bei Ärzten und Patienten stetig. Sie ermöglichen ein kontinuierliches Training, das eine dauerhafte Verhaltensänderung unterstützt – auch über das Auslaufen eines Rezepts hinaus.

Die Schmerzmedizin steht vor einer Neuausrichtung. Statt Patienten primär passiv zu behandeln, wandelt sich die Rolle des Behandlers hin zum Coach. Für Millionen Betroffene könnte dies eine Nachricht der Hoffnung sein: Der Schlüssel zur Linderung liegt zunehmend in der eigenen Handlungsfähigkeit.

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