Betrüger, Bankkarten

Betrüger holen Bankkarten jetzt an der Haustür ab

09.01.2026 - 20:13:12

Kriminelle nutzen gefälschte Bankanrufe und echte Boten, um Karten und PINs zu erbeuten. Besonders Senioren sind betroffen, der Schaden ist bereits hoch.

Eine neue, besonders dreiste Betrugsmasche schwappt derzeit durch Deutschland. Kriminelle schicken echte Kuriere vorbei, um die Karten ihrer Opfer direkt an der Haustür abzuholen. Die Polizei warnt vor einer massiven Zunahme dieser Fällen bundesweit.

So funktioniert die perfide “Abholer-Masche”

Das Vorgehen ist hybrid: Es startet mit einem täuschend echten Anruf und endet mit einem Kurier an Ihrer Tür. Die Täter geben sich als Mitarbeiter Ihrer Bank oder der Sperr-Notrufnummer 116 116 aus. Dank Call-ID-Spoofing erscheint deren Nummer auch tatsächlich auf Ihrem Display.

Im Gespräch erzeugen sie Panik: Ihr Konto sei gehackt worden oder verdächtige Transaktionen müssten gestoppt werden. Die angebliche Lösung klingt verlockend bequem. Ein “Sicherheitskurier” oder Bankmitarbeiter komme persönlich vorbei, um die gefährdete Karte sicher abzuholen und zu ersetzen. Oft wird parallel die PIN abgefragt.

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Aktuelle Brennpunkte: Hoher Schaden in kurzer Zeit

Die ersten Januartage 2026 brachten eine alarmierende Häufung. Besonders betroffen war der Raum Erfurt. Allein am Donnerstag erstatteten sieben Opfer Anzeige. In vier Fällen, bei den Betroffenen zwischen 85 und 95 Jahre alt waren, hatten die Täter Erfolg.

Die Folge war ein sofortiger Kontoraub. Der Schaden summierte sich in diesen Einzelfällen bereits auf rund 7.000 Euro. Ähnliche Meldungen kommen aus dem Allgäu und Südhessen. In Trebur täuschten die Betrüger ein Seniorenpaar – ein junger Mann, 18 bis 20 Jahre alt, holte die Karten persönlich ab.

Warum die Masche so gut funktioniert

Der Erfolg basiert auf cleverer Psychologie. Die Täter missbrauchen das Vertrauen in Banken und setzen unter Zeitdruck. Der physische Kurierbesuch wirkt für viele Opfer paradoxerweise wie ein Beweis für die Seriosität der “Bank”. Er suggeriert Dringlichkeit und Service.

Die eingesetzten “Läufer” sind oft jung, unauffällig gekleidet und sprechen akzentfrei Deutsch. Sie sind meist nur die austauschbaren Fußsoldaten einer organisierten Bande. Ihre Aufgabe: Die Beute schnell zu Geldautomaten bringen, bevor die Karte gesperrt wird.

Das müssen Sie wissen: Banken schicken keine Boten

  • Banken und Sparkassen schicken NIEMALS Mitarbeiter oder Kuriere, um Karten oder Bargeld abzuholen.
  • Die PIN wird NIEMALS am Telefon abgefragt – von niemandem.

Bei einem solchen Anruf gilt: Sofort auflegen. Rückfragen sollten Sie nur über die offizielle Nummer Ihrer Bank stellen, die Sie selbst nachschlagen. Weisen Sie besonders ältere Angehörige gezielt auf diesen Trick hin – sie sind die bevorzugte Zielgruppe.

Eine gefährliche Evolution des Enkeltricks

Sicherheitsexperten sehen hier eine neue Stufe der Kriminalität. Der klassische Enkeltrick scheiterte oft an aufmerksamen Bankangestellten bei großen Bargeldabhebungen. Diese Hürde fällt weg, wenn die Täter die echte Karte plus PIN in der Hand halten.

Der direkte Zugriff auf Geldautomaten ist schnell und anonym. Das Risiko für die Hintermänner bleibt gering, da nur die anheuerbaren “Läufer” auffliegen können. Die professionellen Callcenter-Strukturen im Hintergrund erschweren die Ermittlungen zusätzlich.

Die Polizei appelliert: Legen Sie bei verdächtigen Anrufen sofort auf und wählen Sie im Zweifel die 110. Im Schadensfall sperren Sie Ihre Karten umgehend über die 116 116.

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