Betriebsräte, Schlüsselfiguren

Betriebsräte werden Schlüsselfiguren für KI-Einführung

24.01.2026 - 04:10:11

Die digitale Transformation in Deutschland wird durch Management-Probleme gebremst. Betriebsräte erhalten durch Gesetze wie das Betriebsverfassungsgesetz und den EU AI Act starke Gestaltungsrechte.

Die digitale Transformation in deutschen Unternehmen stockt – und Betriebsräte rücken als entscheidende Gestalter in den Fokus. Nicht die Belegschaft bremst den Fortschritt, sondern interne Management-Probleme und strukturelle Hürden. 2026 wird zum Wendepunkt für eine sozialverträgliche KI-Implementierung.

Rechtliche Basis gibt Betriebsräten Macht

Das Betriebsverfassungsgesetz stattet Arbeitnehmervertretungen mit starken Mitbestimmungsrechten aus. Bereits in der Planungsphase muss der Arbeitgeber den Betriebsrat über KI-Einsätze informieren. Besonders relevant ist das Recht bei Systemen, die das Verhalten oder die Leistung von Beschäftigten überwachen können – hier reicht bereits die bloße Möglichkeit aus.

Durch das Betriebsrätemodernisierungsgesetz können sich Betriebsräte zudem externe Sachverständige hinzuziehen. Diese Instrumente verwandeln die Vertretungen von reinen Kontrollinstanzen zu aktiven Gestaltern des digitalen Wandels.

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Konfliktfelder: Datenschutz contra Leistungskontrolle

Wo KI auf den Arbeitsplatz trifft, entstehen neue rechtliche Grauzonen. Systeme zur Leistungsanalyse oder Verhaltensbeobachtung kollidieren schnell mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer.

Die entscheidende Frage lautet: Welche Daten werden wie erfasst und genutzt? Während freiwillig genutzte externe KI-Tools möglicherweise keine Mitbestimmungspflicht auslösen, sieht das bei unternehmenseigenen Systemen ganz anders aus. Betriebsräte müssen hier genau hinschauen, um die Rechte ihrer Kollegen zu wahren.

Die Praxis-Hürde: Bürokratie bremst Innovation

Eine aktuelle Analyse zeigt ein überraschendes Bild: Die Beschäftigten stehen dem Wandel offen gegenüber. Die wahren Bremsklötze sind widersprüchliche Management-Entscheidungen, festgefahrene Hierarchien und interne Machtkämpfe.

Innovative Abteilungen geraten häufig mit etablierten Unternehmensbereichen aneinander. Agiles Arbeiten stößt auf bürokratische Kulturen. Die Erkenntnis ist klar: Eine erfolgreiche KI-Einführung ist weniger ein technisches als vielmehr ein kulturelles und organisatorisches Problem.

EU AI Act verschärft die Regeln

Ab August 2026 wird die europäische KI-Verordnung (EU AI Act) vollständig anwendbar – und bringt klare Pflichten für Arbeitgeber mit. Besonders relevant sind die Regelungen für Hochrisiko-Systeme, zu denen etwa KI in der Personaleinstellung oder Mitarbeiterbewertung zählen.

Unternehmen müssen Arbeitnehmervertreter und betroffene Beschäftigte über den Einsatz solcher Systeme informieren. Zusätzlich etabliert die Verordnung eine Schulungspflicht: Alle, die mit KI arbeiten, müssen über ausreichendes Wissen verfügen, um Chancen und Risiken einschätzen zu können.

2026: Entscheidendes Jahr für digitale Mitbestimmung

Die kommenden Monate bringen wegweisende Entwicklungen. Zwischen März und Mai finden die Betriebsratswahlen statt – digitale Kompetenz wird hier zum zentralen Wahlkampfthema. Bis Juni muss zudem die EU-Entgelttransparenzrichtlinie umgesetzt werden, was bei KI-gestützten Vergütungssystemen neue Transparenzanforderungen schafft.

Gewerkschaften positionieren sich bereits, um im sozialen Dialog über KI-Einführungen zu verhandeln. Für Betriebsräte bedeutet dies einen Wandel: von reaktiver Kontrolle hin zu proaktiver Gestaltung des gesamten Transformationsprozesses.

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