Betriebliches Gesundheitsmanagement wird 2026 zur Pflicht
01.02.2026 - 05:39:12Psychische Gesundheit rückt 2026 endgültig in den Fokus von Gesetzgebern und Unternehmen. Was lange freiwillige Zusatzleistung war, wird zur strategischen Pflichtaufgabe. Angetrieben durch neue EU-Initiativen und nationale Bestrebungen müssen sich Arbeitgeber auf verbindlichere Standards einstellen.
EU-Kampagne setzt neuen Schwerpunkt
Ein wesentlicher Impuls kommt aus Brüssel. Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) startet die Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze 2026-2028“. Sie widmet sich schwerpunktmäßig der psychischen Gesundheit. Ziel ist es, das Bewusstsein zu schärfen und Unternehmen praxisnahes Wissen zur Prävention zu vermitteln. Die Kampagne will die Bewertung psychosozialer Risiken als festen Bestandteil des Arbeitsschutzes etablieren. Diese Agenda erhöht den Druck auf nationale Gesetzgeber, bestehende Regelungen anzupassen.
Deutschland konkretisiert gesetzliche Anforderungen
Auch national gewinnt das Thema an Verbindlichkeit. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) arbeitet an einer staatlichen Regelung, um die Anforderungen zu konkretisieren. Im Zentrum steht die Stärkung der gesetzlich verankerten Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Dieses Instrument soll in der Praxis konsequenter angewendet werden. Führende Krankenkassen wie die DAK fordern, das Betriebliche Gesundheitsmanagement ähnlich obligatorisch wie den allgemeinen Arbeitsschutz zu gestalten. Der Handlungsbedarf ist klar: Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsausfälle.
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Führungskräfte als „Gesundheitsmultiplikatoren“
Die neuen Standards verändern die Anforderungen an die Unternehmensführung. Experten sehen Führungskräfte in einer Schlüsselrolle. Ihre Aufgabe ist es, eine Kultur des Vertrauens zu schaffen, in der psychische Belastungen thematisiert werden können. Das ist besonders in der hybriden Arbeitswelt relevant, wo die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verschwimmen. Erfolgreiche Unternehmen werden jene sein, die BGM als festen Bestandteil ihrer Führungsleitlinien verankern und ihre Manager entsprechend schulen.
Vom Kostenfaktor zum Wettbewerbsvorteil
Die verstärkte Regulierung ist eine Reaktion auf alarmierende Entwicklungen. Die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Vor diesem Hintergrund wird die Investition in mentale Gesundheit nicht mehr als reiner Kostenfaktor, sondern als strategischer Erfolgsfaktor betrachtet. Ein gesundes Arbeitsumfeld ist im Wettbewerb um Fachkräfte ein entscheidender Vorteil. Ergänzt werden diese Bestrebungen durch weitere Rahmenbedingungen wie die bis Juni 2026 umzusetzende EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die einen potenziellen Stressfaktor reduzieren soll.
Ganzheitliche Systeme ersetzen Einzelmaßnahmen
Die Entwicklungen zeigen: Das Betriebliche Gesundheitsmanagement ist erwachsen geworden. Der Trend geht weg von isolierten Aktionen hin zu einem ganzheitlichen, strategisch verankerten System. Zukünftig gewinnen personalisierte und hybride Gesundheitsangebote an Bedeutung, die digitale Tools mit persönlicher Betreuung verbinden. Für Unternehmen wird es unerlässlich, die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen. Die Förderung der psychischen Gesundheit ist keine Modeerscheinung, sondern eine dauerhafte Managementaufgabe.


