Berlin startet „Jahr der digitalen Transformation“
02.01.2026 - 06:52:11Die Hauptstadt stellt 2026 die Weichen für eine moderne Verwaltung. Mit der am 1. Januar in Kraft getretenen Verwaltungsreform erhält der Senat erstmals zentrale Steuerungsmacht über die IT der Bezirke.
Verwaltungsreform ermöglicht zentrale Digitalsteuerung
Das Herzstück der Agenda ist die neue Verwaltungsreform. Sie beendet den digitalen Flickenteppich zwischen Senat und den zwölf Berliner Bezirken. Künftig kann die Senatskanzlei verbindliche Software und einheitliche Formulare für alle vorschreiben. Ein neu geschaffenes Gremium, die Einigungsstelle, soll bei Streit vermitteln und Blockaden verhindern.
„2026 ist ein Transformationsjahr, in dem wir den neuen Steuerungsrahmen mit Leben füllen müssen“, erklärte Digitalstaatssekretärin Martina Klement. Die Reform sei kein Selbstzweck, sondern müsse im Verwaltungsalltag ankommen.
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Doppelhaushalt: Investitionen trotz Konsolidierung
Der im Dezember beschlossene Doppelhaushalt 2026/2027 sieht über 12 Milliarden Euro für alle Bereiche vor. Für ressortübergreifende E-Government-Maßnahmen sind rund 264 Millionen Euro im Jahr 2026 vorgesehen. Das Geld fließt gezielt in Kerninfrastruktur statt in Experimente.
Eine entscheidende Änderung betrifft das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ). Durch eine Gesetzesnovelle erhält der zentrale IT-Dienstleister mehr finanzielle Autonomie. Er kann nun Rücklagen für Hardware-Ersatz und Sicherheitsupdates bilden. Das soll langwierige Einzelhaushaltsverhandlungen überflüssig machen und die Ausstattung der Behörden beschleunigen.
Mobile Bürgerämter und bessere Datenpolitik
Der Senat setzt 2026 auf konkrete Serviceverbesserungen. Das Programm „Mobile Bürgerämter“ wird ausgebaut. Busse oder kleine Häuser sollen Dienstleistungen wie An- und Ummeldungen direkt in die Kieze bringen. Das entlastet die stationären Ämter und soll Wartezeiten verkürzen.
Intern treibt der Senat eine klare Daten-Governance-Strategie voran. Ziel ist es, Verantwortlichkeiten für Daten festzulegen und Entscheidungen auf einer verlässlichen Faktenbasis zu treffen. Parallel werden die Zugänglichkeitsstandards für digitale Angebote verschärft, um allen Bürgern die Nutzung zu ermöglichen.
Herausforderungen: Demografie und Umsetzung
Die Digitaloffensive steht vor großen Aufgaben. Fast 30 Prozent der Beschäftigten scheiden in den kommenden Jahren aus dem Dienst aus. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob Automatisierung und effizientere Prozesse diesen Personalmangel auffangen können.
Für die Tech-Branche ist die Zentralisierung der IT-Entscheidungen ein lang erwarteter Schritt. Ob die neuen Steuerungsinstrumente jedoch schnell genug wirken, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Ein erster Fortschrittsbericht zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) wird für Mitte 2026 erwartet. Für die Berliner werden die einheitlichen Formulare und die mobilen Dienstleistungen die ersten sichtbaren Zeichen der Transformation sein.
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