Bayern, NRW

Bayern und NRW starten 2026 mit Milliarden-Offensive für Start-ups

11.01.2026 - 23:12:12

Deutschlands Gründerlandschaft erhält zum Jahresauftakt einen massiven Kapitalschub. Zwei Bundesländer pumpen Hunderte Millionen Euro in Wachstumsfinanzierung und spezielle Zukunftstechnologien.

Am Donnerstag und Freitag dieser Woche stellten Bayern und Nordrhein-Westfalen (NRW) neue Fördertöpfe vor, die gemeinsam weit über eine halbe Milliarde Euro für innovative Unternehmen mobilisieren. Die Initiativen markieren eine strategische Wende: weg von allgemeinen Digitalisierungszuschüssen, hin zu spezialisierter Deep-Tech-Förderung und gezielter Spätfinanzierung. Damit wollen die Länder Lücken im deutschen Wagniskapital-Ökosystem schließen und die technologische Souveränität stärken.

Den Auftakt machte Bayern am Donnerstag mit einem Paukenschlag. Das Wirtschaftsministerium startete den „Bayern Kapital Wachstums- und Scale-up Fonds“ mit einem Volumen von 500 Millionen Euro. Es handelt sich um eine der größten regionalen Venture-Capital-Verpflichtungen der deutschen Geschichte.

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Der Fonds adressiert gezielt die sogenannte „Scale-up-Lücke“. Erfolgreiche Start-ups benötigen in der Expansionsphase oft Kapital in zweistelliger Millionenhöhe – Beträge, die hierzulande bisher schwer zu beschaffen waren. Das neue Instrument soll nun Tickets von bis zu 50 Millionen Euro pro Unternehmen ermöglichen. So soll verhindert werden, dass deutsche Champions für ihre Wachstumsfinanzierung in die USA oder nach Asien abwandern müssen.

Parallel stockte der Freistaat den Dachfonds „LfA Dachfonds Bayern“ um weitere 150 Millionen Euro auf. „Wir zementieren damit Bayerns Position als führenden europäischen Tech-Standort“, betonte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Die Zahlen geben ihm recht: Im vergangenen Jahr sicherte sich Bayern einen Anteil von 22 Prozent an allen deutschen Neugründungen und lag damit vor Nordrhein-Westfalen und Berlin.

NRW geht mit DefenseTech-Inkubator neue Wege

Während Bayern auf breite Finanzkraft setzt, verfolgt Nordrhein-Westfalen eine Nischenstrategie. Am Freitag startete das Land den „DefenseTech-Inkubator.NRW“, eine spezialisierte Plattform für Dual-Use- und Verteidigungstechnologien.

Die Initiative von NRW.BANK und Industriepartnern wie Rheinmetall hat ein klares Ziel: In den nächsten drei Jahren sollen 50 neue Start-ups in diesem Bereich entstehen. Dieser Fokus auf DefenseTech markiert einen politischen Kurswechsel. In einer veränderten geopolitischen Lage wird Innovationsfähigkeit in der Sicherheits- und Verteidigungstechnologie zunehmend als Säule der nationalen Resilienz verstanden.

„Die Dynamik in unserem Land ist ungebrochen“, erklärte Ministerpräsident Hendrik Wüst und verwies auf einen jüngsten Gründungszuwachs von 33 Prozent in NRW. Die Beteiligung der Landesbank signalisiert starke öffentliche Unterstützung für einen Sektor, der für staatliche Förderung lange als Nische oder kontrovers galt.

Bund fördert mit 25 Millionen Euro den 6G-Durchbruch

Die Länderinitiativen werden durch ein Bundesprogramm ergänzt. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) bewilligte am Donnerstag 25 Millionen Euro für die zweite Phase des Transfer-Hubs „6G-life²“.

Das Projekt der Technischen Universitäten München und Dresden fördert gezielt Start-ups und Ausgründungen, die Anwendungen für die nächste Mobilfunkgeneration entwickeln. Der Schwerpunkt liegt auf Mensch-Maschine-Interaktion und kollaborativer Robotik. Mit dieser „Lab-to-Market“-Strategie will die Bundesregierung die Kommerzialisierung von Spitzenforschung beschleunigen und Deutschlands Technologiesouveränität in kritischen Infrastrukturen stärken.

Analyse: Spezialisierung statt Gießkanne

Was bedeutet dieser koordinierte Förderschub für die deutsche Gründerszene? Branchenbeobachter sehen darin eine Reifung des gesamten Ökosystems. Die Strategien der beiden Wirtschaftsländer könnten unterschiedlicher nicht sein: Bayern setzt auf finanzielle Schlagkraft, um mit Spätkapital künftige „Einhörner“ (Unternehmen mit einer Bewertung über einer Milliarde Dollar) zu züchten. NRW dagegen setzt auf einen spezialisierten Cluster in der aufstrebenden DefenseTech-Branche.

Diese regionale Konkurrenz kommt den Gründern zugute. Sie haben nun eine breitere Palette standortabhängiger Vorteile zur Auswahl. Die starke Rolle staatlichen Kapitals zeigt jedoch auch die anhaltende Zurückhaltung privater Investoren in Deutschland.

Weiteren Rückenwind bietet die novellierte Forschungszulage 2026. Sie ermöglicht es kleinen und mittleren Unternehmen, bis zu 4,2 Millionen Euro jährlich für Forschungsausgaben zu beantragen. Diese steuerliche Flankierung könnte insbesondere forschungsintensive Start-ups entlasten.

Die erfolgreiche Umsetzung der milliardenschweren Programme hängt nun von der Geschwindigkeit der Bürokratie ab. Die ausdrückliche Fokussierung auf „Scale-up“-Mechanismen im bayerischen Modell deutet an, dass die Politik auf die Kritik der Gründer an bürokratischen Hürden reagiert hat. In den kommenden Monaten werden weitere Details zur „WIN-Initiative“ des Bundes erwartet, die privates Wachstumskapital mobilisieren soll. Gelingt die Verzahnung von regionaler und föderaler Förderung, könnte 2026 das Jahr werden, in dem der Abwanderung deutscher Deep-Tech-Champions endgültig Einhalt geboten wird.

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