Bauwirtschaft will starren Achtstundentag kippen
07.02.2026 - 06:01:12Die Debatte um die Arbeitszeit am Bau spitzt sich zu. Arbeitgeber fordern eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit. Gewerkschaften warnen vor gesundheitlichen Risiken.
Die Bundesregierung plant, die starre Acht-Stunden-Regel durch eine wöchentliche Obergrenze zu ersetzen. Dieser Vorstoß aus dem Koalitionsvertrag spaltet die Sozialpartner in der Baubranche tief.
Arbeitgeber: „Klassisches Modell ist nicht mehr zeitgemäß“
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) drängen auf mehr Flexibilität. Sie argumentieren, der Achtstundentag passe nicht mehr zu modernen Baustellen, besonders wenn diese weit entfernt liegen.
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„Bei Unternehmen und Beschäftigten besteht ein erhebliches Interesse an flexibleren Modellen“, sagt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Die Idee: An vier Tagen könnte länger gearbeitet werden, um ein verlängertes Wochenende zu ermöglichen.
Die Befürworter versprechen sich davon:
* Höhere Attraktivität der Branche für Fachkräfte
* Schnellere Projektabschlüsse und weniger Verzögerungen
* Entlastung des Verkehrs durch vermiedene Freitags-Baustellen
IG BAU warnt vor „unkontrollierten Verlängerungen“
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) lehnt die Pläne entschieden ab. Sie fürchtet eine Aushöhlung des Arbeitnehmerschutzes und gesundheitliche Gefahren.
Die Gewerkschaft betont, dass das aktuelle Gesetz bereits flexible Lösungen über Tarifverträge erlaube. Eine wöchentliche Obergrenze würde zu überlangen Arbeitstagen führen – in einer Branche, die körperlich ohnehin extrem fordernd ist.
Viele Beschäftigte arbeiten der IG BAU zufolge jetzt schon regelmäßig mehr als ihre vertraglichen Stunden. Statt weiterer Flexibilisierung fordert die Gewerkschaft bessere Einhaltung der bestehenden Regeln und faire Löhne.
Ein Ringen um die Balance zwischen Flexibilität und Schutz
Die Diskussion am Bau ist Teil einer größeren gesellschaftlichen Debatte. Unternehmen suchen angesichts des Fachkräftemangels nach Wegen, attraktiver zu werden. Gleichzeitig wächst die Sorge um die Gesundheit der Beschäftigten.
Die Bundesregierung will noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorlegen. Der Weg dorthin ist jedoch steinig, denn die Positionen von Arbeitgebern und Gewerkschaft liegen weit auseinander. Können tarifvertragliche Pilotprojekte einen Kompromiss bringen? Die anstehenden Tarifverhandlungen werden erste Antworten geben.
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