Bauwirtschaft, Lebenszeichen

Bauwirtschaft sendet starkes Lebenszeichen

26.01.2026 - 04:18:12

Das Baugewerbe verzeichnet im November ein starkes Auftragsplus von 8,5 Prozent. Experten sehen darin einen Wendepunkt und prognostizieren für 2026 ein Umsatzwachstum von 2,5 Prozent.

Das Bauhauptgewerbe erholt sich überraschend kräftig. Die Auftragseingäge stiegen im November real um 8,5 Prozent – das vierte Plus in fünf Monaten. Diese Zahlen nähren die Hoffnung auf ein Ende der jahrelangen Branchenkrise.

Breiter Aufschwung bei Hoch- und Tiefbau

Die Erholung steht auf einer soliden Basis. Sowohl der Tiefbau (+10,1%) als auch der lange schwächelnde Hochbau (+7,2%) legten kräftig zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2024 liegt der Auftragseingang insgesamt 4,1 Prozent höher.

Die positive Entwicklung setzt sich über einen längeren Zeitraum fort:
* Für die ersten elf Monate 2025 verzeichnet die Branche ein reales Auftragsplus von 7,2 Prozent.
* Der Dreimonatszeitraum September bis November liegt 3,8 Prozent über dem Vorquartal.

Wohnungsbau stabilisiert sich, Straßenbau hinkt hinterher

Besonders ermutigend: Der Wohnungsbau zeigt mit einem nominalen Plus von rund zwölf Prozent im November klare Stabilisierungssignale. Private und institutionelle Bauherren scheinen ihre Zurückhaltung aufzugeben.

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Ganz anders sieht es im Straßenbau aus. Hier meldete Destatis für November ein reales Minus von 0,9 Prozent. Kumuliert für 2025 liegt der Rückgang sogar bei 7,7 Prozent. Experten führen dies auf Verzögerungen bei öffentlichen Aufträgen zurück.

Experten sehen Wendepunkt für Baukonjunktur

Führende Ökonomen werten die Daten als mehr als eine statistische Schwankung. “Der Trend ist klar nach oben gerichtet”, betont Sebastian Dullien vom IMK. Nach vier Jahren mit realen Umsatzrückgängen könnte der Bau 2026 sogar zum Wachstumsmotor für die Gesamtwirtschaft werden.

Die großen Branchenverbände teilen diese Einschätzung. Sie erwarten für 2026 eine konjunkturelle Wende, getrieben von:
* Staatlichen Infrastrukturprogrammen
* Der Stabilisierung im Wohnungsbau
* Nachholeffekten nach der Krise

Vorsichtiger Optimismus für 2026

Die Prognosen für das laufende Jahr sind durchweg positiv. Sowohl der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie als auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe rechnen mit einem realen Umsatzwachstum von 2,5 Prozent. Das DIW erwartet ein Bauvolumen-Plus von rund zwei Prozent.

Die Erholung dürfte unterschiedlich ausfallen:
* Wirtschaftsbau: prognostiziertes reales Plus von 4,0 Prozent
* Wohnungsbau: erwartetes Wachstum von 2,0 Prozent
* Öffentlicher Bau: angepeiltes Plus von 1,5 Prozent

Trotz des Aufschwungs mahnen die Verbände verlässliche politische Rahmenbedingungen an. Nur so lasse sich die beginnende Erholung festigen und die großen Herausforderungen bei Wohnungsnot und Infrastruktur bewältigen.

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