Bauwirtschaft, Infrastruktur-Boom

Bauwirtschaft: Infrastruktur-Boom trotz Wohnungskrise

14.02.2026 - 20:50:11

Großprojekte nehmen Fahrt auf und Wohnungsbestände steigen in Metropolen. Gleichzeitig bleiben hohe Baukosten und bürokratische Hürden zentrale Herausforderungen für die Branche.

Deutschlands Baubranche zeigt dieser Woche erste Zeichen der Erholung. Während große Infrastrukturprojekte Fahrt aufnehmen, kämpft der Wohnungsbau weiterhin mit hohen Kosten und Genehmigungshürden. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer.

Große Projekte starten durch

Konkrete Arbeiten beginnen vielerorts: In Minden starteten am 12. Februar die Umbauarbeiten der Weserpromenade. Zuerst fallen Bäume – ein nötiger Schritt vor der Nist- und Brutzeit. Danach folgen Erdarbeiten für neue Ufer-, Bewegungs- und Spielflächen, um die Innenstadt näher ans Wasser zu rücken.

In Magdeburg zog der Infomarkt zum Modernisierungsprojekt „Alter Markt“ rund 150 Bürger an. Täglich nutzen etwa 25.000 Fahrgäste diesen Verkehrsknotenpunkt – jetzt werden Haltestelle und Gleisanlagen komplett erneuert.

Ein weiterer Meilenstein: Anfang Februar begann die Generalsanierung der Bahnstrecke Hagen-Wuppertal-Köln. Dieses Großprojekt modernisiert das Schienennetz in Nordrhein-Westfalen systematisch.

Wohnungsbau: Stagnation mit Lichtblicken

Der Wohnungsmarkt bleibt ein Konfliktfeld. Zwar halbiert sich der Abwärtstrend der Baugenehmigungen – bei den Metropolen zeigt sich jedoch Dynamik:

  • Berlin: 696 laufende Wohnbauprojekte (+9,3 Prozent gegenüber Vorjahr)
  • München: +13,6 Prozent mehr Projekte
  • Hamburg: +13,8 Prozent mehr Projekte

Der sogenannte „Bau-Turbo“ seit Ende 2025 soll beschleunigen. Das Gesetz vereinfacht Genehmigungsverfahren und soll besonders urbanen Raum entlasten.

Preise bleiben hoch – aber stabil

Die gute Nachricht: Extreme Preissprünge gehören der Vergangenheit an. Die schlechte: Bauen bleibt teuer. Für 2026 rechnet der Branchenverband mit Preissteigerungen um 2,5 Prozent. Rohbauarbeiten verteuerten sich zuletzt um 2,2 Prozent, Ausbauarbeiten um 3,6 Prozent.

Auf der anderen Seite des Marktes gibt es Stabilität: Wohnimmobilien legten 2025 im Schnitt um 4,2 Prozent zu. Bei Mehrfamilienhäusern war der Anstieg mit 5,3 Prozent besonders deutlich. Die Nachfrage nach Wohnraum übersteigt das Angebot weiterhin deutlich – ein robustes Signal für den Markt.

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Bundesregierung erhöht Investitionen deutlich

Das Wohnbauministerium stellt 2026 insgesamt 7,6 Milliarden Euro bereit – eine Steigerung zu Vorjahren. Der Fokus liegt auf sozialer Wohnraumförderung mit vier Milliarden Euro (bis 2029: 5,5 Milliarden Euro). Die Städtebauförderung wächst auf eine Milliarde Euro.

Diese Mittel sollen den massiven Bauüberhang abbauen: Ende 2024 warteten bundesweit fast 760.000 genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen auf ihre Umsetzung.

Der Knoten: Bürokratie und Fachkräftemangel

Das zentrale Dilemma bleibt ungelöst. Der Bedarf nach modernem Wohnraum ist enorm, doch Preisstabilität auf hohem Niveau, bürokratische Prozesse und fehlende Handwerker bremsen die Umsetzung. Ob der „Bau-Turbo“ dieser Realität standhält, wird sich in den kommenden Monate zeigen.

Große langfristige Projekte wie Stuttgart 21 oder Terminal 3 am Frankfurter Flughafen könnten ab 2026 weitere Impulse setzen. Die Branche ist und bleibt abhängig von Zinsentwicklung, Materialpreisen und politischen Entscheidungen – das macht sie fragil und gleichzeitig systemrelevant.

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