Baustellenverordnung, Pflicht

Baustellenverordnung: Ab sofort gilt die Pflicht zur digitalen Gefährdungsbeurteilung

05.01.2026 - 17:30:12

Ab heute müssen große Bauprojekte in Deutschland ihre Gefährdungsbeurteilungen digital führen. Die neue Pflicht ist Teil der novellierten Baustellenverordnung und soll für mehr Transparenz und Sicherheit sorgen.

Der Kern der seit dem 5. Januar 2026 geltenden Regelung ist die explizite Pflicht zur digitalen Gefährdungsbeurteilung auf Großbaustellen. Bislang reichten papierbasierte Methoden aus. Jetzt müssen Risikobewertungen auf Baustellen, die bestimmte Größen- oder Komplexitätskriterien erfüllen, mit digitalen Tools erstellt und verwaltet werden. Die Änderung wurde bereits am 19. Dezember 2025 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Hintergrund ist ein praktisches Problem: Auf großen Baustellen mit vielen parallel arbeitenden Firmen können statische Papierdokumente die sich schnell ändernde Gefahrenlage oft nicht abbilden. Die digitale Pflicht soll sicherstellen, dass Sicherheitsdaten zentralisiert, für die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinatoren (SiGeKo) in Echtzeit abrufbar und leicht aktualisierbar sind. Deutschland folgt damit einem EU-weiten Trend zur Digitalisierung der Bauwirtschaft.

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Strengere Dokumentation und neue Koordinator-Rolle

Die novellierte Verordnung bringt nicht nur das digitale Format, sondern auch verschärfte Dokumentationsstandards für alle Bauunternehmen. Die sogenannten erweiterten Dokumentationspflichten verlangen eine detailliertere Nachverfolgung von Sicherheitsmaßnahmen und die Meldung von Vorfällen.

Die Rolle des SiGeKo passt sich an: Die Koordinatoren sollen die digitalen Tools nutzen, um die Einhaltung der Vorschriften effektiver zu überwachen. Die digitale Gefährdungsbeurteilung muss in den gesamten Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan) integriert werden. So entsteht ein nahtloser Informationsfluss von der Planung bis zur Ausführung. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) sieht darin einen Schlüssel, um Unfallquoten auf risikoreichen Baustellen zu senken.

Vernetzung mit BIM und Asbest-Meldepflicht

Die digitale Gefährdungsbeurteilung ist kein Einzelphänomen. Sie fügt sich in ein wachsendes Ökosystem digitaler Compliance ein, zu dem auch die BIM- und Bauakte-Pflichten gehören. Experten sehen grosses Potenzial: Wird die Risikobewertung in BIM-Modelle integriert, ermöglicht das „Safety by Design“. Gefahren können so virtuell erkannt und behoben werden, bevor überhaupt gebaut wird.

Zudem überschneidet sich die Digitalpflicht mit verschärften Regeln für Gefahrstoffe. Seit Januar 2026 gelten strengere Meldepflichten für Asbest. Die nun vorgeschriebenen digitalen Tools sollen entscheidend dazu beitragen, die Gefahrstoff-Logs zu verwalten und Arbeiter rechtzeitig über Asbest-Risiken zu informieren.

Gemischte Reaktionen und praktische Hürden

Die Branche reagiert gespalten. Während Sicherheitsexperten die Modernisierung begrüßen, äußern Verbände Bedenken zum Umsetzungszeitraum. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die als Subunternehmer auf großen Baustellen tätig sind, könnten Schwierigkeiten haben, sich an die vom Generalunternehmer vorgegebenen Software‑Plattformen anzupassen.

Marktbeobachter prognostizieren für das erste Quartal 2026 einen Nachfrageschub nach EHS-Software (Environment, Health & Safety). Gleichzeitig rückt das Thema Qualifizierung in den Fokus. Der Wechsel von Papier zu Digital erfordert nicht nur Software-Investitionen, sondern auch die Weiterbildung von Bauleitern und Sicherheitsfachkräften. Schulungsanbieter haben bereits Crashkurse zur digitalen Sicherheits-Compliance gestartet.

Ausblick: Daten als Grundlage für präventive Sicherheit

Die Digitalisierung der Arbeitssicherheit auf Baustellen wird sich voraussichtlich weiter beschleunigen. Regulierungsbehörden signalisieren, dass die durch digitale Beurteilungen gesammelten Daten künftig für branchenweite, präventive Sicherheitsmodelle genutzt werden könnten. Der Erfolg der Einführung auf Großbaustellen wird bis Ende 2026 zeigen, ob ähnliche digitale Pflichten später auch für kleinere Bauvorhaben gelten werden.

Für jetzt gilt: Unternehmen auf großen Baustellen müssen die Integration kompatibler digitaler Tools priorisieren. Wer die neue Pflicht ignoriert, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch erhebliche Haftungsrisiken im Schadensfall.

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