Bauindustrie, Wegezeit

Bauindustrie verhandelt über Wegezeit und 13. Monatsgehalt

24.01.2026 - 00:35:11

Die Tarifgespräche im Bauhauptgewerbe entscheiden über höhere Zulagen und Sonderzahlungen für hunderttausende Beschäftigte. Betriebsräte erhalten mehr Gestaltungsspielraum.

Die Tarifgespräche im Bauhauptgewerbe stehen vor einer wichtigen Weichenstellung. Heute diskutiert die IG BAU in Duisburg über zwei zentrale Vergütungsbausteine: die Wegezeitentschädigung und das 13. Monatseinkommen. Für hunderttausende Beschäftigte geht es um spürbare finanzielle Verbesserungen. Gleichzeitig wird der Spielraum der Betriebsräte neu definiert.

Wegezeitentschädigung: Kompensation für lange Anfahrten

Die Entschädigung für Fahrten zu wechselnden Baustellen ist ein Schlüsselfaktor für die Attraktivität der Baujobs. Seit 2023 gilt eine allgemeinverbindliche Regelung im Bundesrahmentarifvertrag. Sie löst die alte Wegstreckenentschädigung ab.

Die aktuelle Staffelung orientiert sich an der Entfernung zwischen Betrieb und Baustelle. Wichtig: Die Zeit gilt tariflich nicht als Arbeitszeit, sondern wird pauschal abgegolten. Seit Januar 2024 sind die Verpflegungszuschüsse für Baustellen mit täglicher Heimfahrt erhöht.

Doch reicht das noch aus? Die Gewerkschaften drängen auf eine Anpassung. Hintergrund sind die gestiegenen Lebenshaltungskosten und der enorme Zeitaufwand der Beschäftigten. Die Verhandlungen zielen auf eine deutliche Aufwertung dieser Pauschale.

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13. Monatsgehalt: Unter Druck geratene Sonderzahlung

Das sogenannte Weihnachtsgeld ist tariflich fest verankert, steht aber ebenfalls zur Disposition. Die letzte Anpassung der Regelung erfolgte im Januar 2023. Anspruch haben Arbeitnehmer, Angestellte, Poliere und Auszubildende.

Die Berechnung basiert auf dem Gesamttarifstundenlohn oder dem Tarifgehalt. Eine Besonderheit: Die Auszahlung erfolgt gesplittet – je zur Hälfte im November und im April des Folgejahres.

Doch die Flexibilität durch tarifliche Öffnungsklauseln wird zum Zankapfel. Sie erlauben betriebliche Abweichungen, solange ein Mindestbetrag nicht unterschritten wird. In Haustarifverhandlungen, wie bei Max Bögl, wurde bereits ein volles 13. Monatsgehalt gefordert. Dieser Druck überträgt sich nun auf die Flächentarifgespräche.

Betriebsräte als Schlüsselakteure

Die Mitbestimmung spielt bei der Umsetzung eine entscheidende Rolle. Die Tarifverträge setzen den Rahmen, die Betriebsräte gestalten die Praxis. Sie handeln Betriebsvereinbarungen aus und überwachen die konkrete Anwendung.

Die aktuellen Verhandlungen sind daher doppelt bedeutsam. Es geht um materielle Verbesserungen und um den zukünftigen Gestaltungsspielraum der betrieblichen Interessenvertretungen. Eine Stärkung der Tarifbindung ist aus Gewerkschaftssicht unerlässlich für faire Wettbewerbsbedingungen.

Fachkräftesicherung im Fokus

Die Gespräche finden in einem schwierigen Umfeld statt. Die Bauindustrie kämpft weiterhin um qualifizierte Mitarbeiter. Attraktive Vergütungsmodelle sind ein entscheidendes Instrument im Wettbewerb um Fachkräfte.

Eine angemessene Kompensation für lange Anfahrten und eine verlässliche Sonderzahlung sind mehr als nur Lohnbestandteile. Sie signalisieren Wertschätzung in einer körperlich fordernden Branche.

Der Ausgang der Verhandlungen ist offen. Eine Einigung würde die Lohnstruktur für Jahre prägen und ein Signal für die Sozialpartnerschaft senden. Sollten die Positionen zu weit auseinanderliegen, drohen intensivere Auseinandersetzungen. Die Branche wartet auf die Signale aus Duisburg.

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